Die Allianz und der Wiederbeschaffungswert
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Verfasst am: 23. Juli 2007 05:22 |
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| Andreas |
| Neptun |
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Dass die Allianz ein recht gut funktionierendes Schadenmanagement mit hauseigenen Sachverständigen hat, ist allgemein bekannt.
Dass es dabei auch den ein oder anderen "Kollegen" gibt, der bzgl. des "Geld sparen"-Wollens über das Ziel hinausschießt, ist auch bekannt.
Jetzt habe ich aber einen sehr schönen Fall, der zeigt, wir die Allianz versucht, Geld zu sparen:
Ein Geschädigter rief mich am Samstag an, dass er das Gutachten des Sachverständigen der Allianz erhalten hat. Sein Corsa war unverschuldet beschädigt worden und der Wiederbeschaffungswert solle 500,- Euro betragen. Der Scheck war dem "Gutachten" gleich beigefügt, um den "eingetretenen Schaden schnell und unkompliziert abzurechnen" wie es im Anschreiben so schön formuliert war.
Allerdings kamen dem Geschädigten 500,- Euro etwas wenig vor, weil sein Fahrzeug zwar alt (Erstzulassung Mitte 1991) war, aber wenig Kilometer gelaufen hatte, einen sehr ordentlichen Gesamtzustand aufwies und außerdem bereits durch Umrüstung die D3-Norm erfüllte.
Ich kopierte mir also das "Gutachten" und versprach dem Geschädigten, dass ich mal unverbindlich über das Gutachten schaue und mir gegebenenfalls das Fahrzeug beim Abschlepper (der ihn im Übrigen schon davor gewarnt hatte keinen freien SV einzuschalten) anzusehen, um festzustellen wie hoch denn der Wiederbeschaffungswert tatsächlich läge.
Gesagt, getan, am Samstag Nachmittag habe ich einen kleinen Ausflug mit meiner Tochter zum Abschlepper gemacht und mir das Fahrzeug angesehen, nachdem ich einige Ungereimtheiten im "Gutachten" des "Kollegen" der Allianz gefunden habe.
Und siehe da, der Wiederbeschaffungswert war schlappe 300,- Euro zu gering angesetzt. Davon abgesehen, wurde die Auslagenpauschale nicht ersetzt und der Nutzungsausfall wurde mit keinem Wort erwähnt.
Selbst bei dem älteren Kleinwagen Fallen für den Nutzungsausfall schnell fast 400,- Euro an, wenn man zwei Wochen auf das Fahrzeug verzichten muss. Von den 25,- bis 30,- Euro Auslagenpauschale mal abgesehen.
Dem Geschädigten fehlten also immerhin mindestens 700,- Euro. Also mehr als der bereits regulierte Betrag.
Davon abgesehen, war das "Gutachten" des "Kollegen" in vielen Teilen falsch. Da wurde die falsche Ausstattung angegeben, der Schadenumfang wurde fehlerhaft ermittelt, lediglich der Restwert mit 0,- Euro war korrekt, da hat anscheinend selbst die Restwertbörse nicht mehr hergegeben...
Fazit:
Wer sich nach einem unverschuldeten Unfall in die Hände der Versicherungen begibt und nicht selbst mit Hilfe eines Anwaltes und eines freien Sachverständigen für die Durchsetzung seiner Ansprüche sorgt, der verliert viel Geld. Und wer kann sich das heute noch leisten?
P.S.: Von dem genannten "Kollegen" könnte ich mindestens einmal pro Woche eine neue Geschichte erzählen. Es handelt sich hier um keinen Einzelfall. Im Gegenteil, hier ist eine harmlose Variante des Geld sparens beschrieben. |
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_________________ Grüße
Andreas |
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 |  | | | |  |  |  |  | Re: Die Allianz und der Wiederbeschaffungswert |  | |  |  |  |
Verfasst am: 23. Juli 2007 07:31 |
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| Lolek |
| Leichtmatrose |
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Fazit:
Wer sich nach einem unverschuldeten Unfall in die Hände der Versicherungen begibt und nicht selbst mit Hilfe eines Anwaltes und eines freien Sachverständigen für die Durchsetzung seiner Ansprüche sorgt, der verliert viel Geld. Und wer kann sich das heute noch leisten?
Diesem Fazit ist nur zuzustimmen. Leider gibt es aber immer noch viel zu viele Geschädigte, die den Versprechungen der Versicherungen nach einer schnellen und "unkomplizierten" Schadensabwicklung Glauben schenken und - wie in diesem Fall ja auch - entsprechende Warnungen in den Wind schlagen. Das große Erwachen kommt halt immer erst hinterher... |
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_________________ Nur wer sich wehrt, wird die Aufmerksamkeit seiner Gegner erwecken... |
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Verfasst am: 23. Juli 2007 07:56 |
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| kama52 |
| Piratenkapitän |
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Das Schlimme daran ist, dass sich Geschädigte erst Gedanken darüber machen, wenn es ihnen "wenig" vorkommt.
Wenn der "A-Mann" es nicht so übertrieben und vielleicht 800.- "errechnet" hätte, wäre es ihm recht gewesen, obwohl ihm immer noch weitaus mehr zugestanden hätte.
Ein negatives "Paradebeispiel" !
@Andreas: Könnte ich deinen "Text-Abschnitt" bei mir auf der HP als Zitat veröffentlichen ? |
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_________________ Anticheater und unabhängiger SV |
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Verfasst am: 23. Juli 2007 12:00 |
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| Andreas |
| Neptun |
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Hajo, immer zu, ich habe nix zu verheimlichen.  |
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_________________ Grüße
Andreas |
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Verfasst am: 6. August 2007 00:42 |
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| Crazy |
| Gast |
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Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Allianz-Vetreter seinem Kunden, der ja der Geschädigte sein muss, wie hier beschrieben, dem Kunden zum Gesellschafts-SV rät. Selbst dann nicht, wenn der Gegner auch bei der Allianz versichert ist. Tut er es doch...na ja, dazu wurde schon alles gesagt - das macht man nicht ;)
Die Gesellschafts-SV sollen die Kasko-Schäden bearbeiten, das reicht doch... |
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Verfasst am: 6. August 2007 05:11 |
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| Andreas |
| Neptun |
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| Anmeldedatum: 24.02.2007 |
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Hallo Crazy,
genau das geschieht aber häufiger als man denkt... Die Vertreter werden durch "Schulungen" Ihres Versicherers dazu gebracht, wenn möglich immer den Anwalt, Mietwagen und Sachverständigen außen vor zu lassen.
Teilweise gibt es dafür Prämien des Versicherers und tw. machen die Vertreter das einfach aus Unwissenheit. Interessanterweise ist dieses Vorgehen aber bei allen Allianz-Vertretern aus unserer Region zu beobachten.
Selbst ein Vertreter, der vorher für die Helvetia tätig war und mit uns zu diesen Zeiten viel zusammengearbeitet hat, hat, als er zur Allianz gewechselt ist, keinen Ton mehr von sich hören lassen.
Dass es auch anders geht, zeigen einige Vertreter anderer großer Gesellschaften bei uns, denen das eine gute Kundenberatung wichtiger ist als das ausschließliche Sparen für die Gesellschaft. |
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_________________ Grüße
Andreas |
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Verfasst am: 6. August 2007 06:42 |
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| Der Haule |
| Piratenkapitän |
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| Wohnort: Im tiefen Wald |
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Hallo,
die oben beschriebenen Gehirnwäsche-Phänomene sind auch bei Versicherungs-SV zu beobachten. Die vergessen plötzlich all ihre Werkstatterfahrung. Da sparen, das braucht man nicht neu, das kann man in der halben Zeit ausbeulen usw. Wenn ich denen in ihrer aktiven Zeit das zugemutet hätte, die hätten mich hochkant rausgeworfen.
Ein SV der Württembergischen hat es bei seinen Ex-Kollegen, deren Meister er früher war, sogar soweit gebracht das die sich fragen ob das noch ihr alter Meister ist und wie eine Verischerung jemanden, der früher vernünftig war, so umdrehen kann.
Gruß Haule |
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Verfasst am: 6. August 2007 09:32 |
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| Crazy |
| Gast |
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| Andreas hat Folgendes geschrieben: |
Hallo Crazy,
Teilweise gibt es dafür Prämien des Versicherers |
Das nun definitiv nicht! Ich bin Allianz-Generalvertreter - das wüsste ich!
Dennoch ist der Tenor hier völlig ok, die SV der Gesellschaften dürfen sich ja auch nicht "unabhängig" nennen - allein diese Tatsache würde mich bereits abschrecken.
Ich denke eher, wie bereits gesagt, dass die Kollegen aus Unwissenheit oder nach dem Motto: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" handeln. Dabei vergessen sie aber völlig, dass sie in erster Linie vom Kunden und nicht von der Gesellschaft leben. Ich mache diesen Job seit 20 Jahren - ich weiß also schon, wovon ich rede...
So nun hab ich mich geoutet ;)
Gruß Crazy |
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Verfasst am: 6. August 2007 10:58 |
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| kama52 |
| Piratenkapitän |
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Leider ist das für mich auch ein alltäglicher Kampf mit vermeintlichen "EX-Kollegen" geworden.
Zunächst als Meister in einer freien Werkstatt und dann, verzeiht mir bitte, zu blöd dazu gewesen, bei einer Versicherung als "Laufdackel" angeheuert, sofort die Fahne in den Gegenwind gestellt. Selbst Privat kommt es daher oft zu Streitigkeiten ^^
Ich könnte so einiges über deren "internen Schulungen" erzählen, aber lassen wir es besser
Ausnahmen bestätigen die Regel und das soll keinesfalls allgemeingültig gesagt sein.
Dennoch musste es mal raus ;)
@Crazy: Es ist schön auch mal "Eure" Seite rein vernünftig und objektiv zu hören/lesen |
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_________________ Anticheater und unabhängiger SV |
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Verfasst am: 6. August 2007 11:22 |
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| bertha |
| Captain HUK Crew |
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| Wohnort: Der Bewacher aus dem wilden Osten |
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Warum funktioniert der Versicherungsvertreter in den meisten Fällen wie ein Uhrwerk für den Versicherer. Weil er mit Halbwissen gefüttert wird und nicht willens ist, mal hinter dieses oder jenes zu schauen.
Ich habe auch eine Bekannte, welche nebenberuflich bei für die Allianz tätig ist.
Letztens war sie sehr traurig, dass man ihr einen Teil ihres Bestandes wieder einmal weggenommen hat, um andere Vertreter damit zu versorgen.
Außerdem sagt sie immer, wenn ich den Schaden gemeldet habe wird sofort der Kunde angerufen.
Es hat bisher nichts gebracht, dass ich ihr sagte, bevor du den Schaden meldest, ruf uns erst an und schreib dann auf deine Meldung, GA wurde bereits vom Geschädigten beauftragt.
Mühevoll ernährt sich das Eichhörnchen.
Bertha |
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Verfasst am: 6. August 2007 11:56 |
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| Andreas |
| Neptun |
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| Anmeldedatum: 24.02.2007 |
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| Crazy hat Folgendes geschrieben: |
| Teilweise gibt es dafür Prämien des Versicherers |
Das war nicht auf die Allianz speziell bezogen, sondern allgemein gehalten, denn von einem Vertreter weiß ich es sicher, der mir das mal gesagt hat... |
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_________________ Grüße
Andreas |
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Verfasst am: 6. August 2007 12:36 |
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| Robin Huk |
| Forum Administrator |
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| Anmeldedatum: 16.03.2007 |
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| Wohnort: Der wilde Süden |
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Stimmt!
Nach meinen Informationen zahlt die Allianz (bisher) keine Provisionen an Aussendienstmitarbeiter für die o.a. Positionen.
Aber was sagt uns das?
Die Allianz wird das Instrument zwar bereits erkannt haben, ist jedoch möglicherweise zu geizig, Prämien an die Mitarbeiter für die Vermittlung der "hausinternen Dienste" zu zahlen.
Oder der Vorstand denkt schon weiter. Warum noch "unnötig" in einen Aussendienst (Gehirnwäsche und Geld) investieren, den man eigentlich gar nicht mehr haben will.
Andere Gesellschaften sind bei der Provisionierung bei weitem großzügiger!
Jede Bärendienst-Position bedeutet dort bares Geld.
Auch für die Mitarbeiter im Innendienst. |
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