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Gutachten falsch, was tun? Versicherung schadet sich selbst?

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Gutachten falsch, was tun? Versicherung schadet sich selbst? 
BeitragVerfasst am: 5. September 2007 12:53
Knobi
Landratte
Anmeldedatum: 04.09.2007
Beiträge: 3
Hallo zusammen!



Ich habe gerade Probleme mit meiner Haftpflichtversicherung (*ratet-mal-welche*), wegen einem recht schlampig gemachten Schadensgutachten.



Ich versuche mal, einen Überblick zu geben:



- Ich berühre mit meinem Wagen einen anderen beim Einparken sehr leicht (kaum ein Knacken zu hören und kein Ruck zu spüren).

Nummernschildhalter gegen hintere Stoßstange.



- "Schaden" an meinem Wagen (Nummernschildhalter):

Keiner, nicht mal mit der Lupe wäre was zu erkennen.



- "Schaden" am anderen Wagen:

An der Berührungsstelle (hintere Stoßstange) etwas verwischter Schmutz. Darunter: Allenfalls Haarlinienkratzer.

Diverse Vorschäden an diesem Fahrzeug.



- Unfallgegner möchte am liebsten seinen ganzen Wagen von mir bezahlt haben ("2000,- Euro Schaden!", "Da ist doch der ganze Rahmen verzogen!"), man kennt das ja.

Die teils herben Vorschäden sind ihm überaus gut bekannt, er verweist zielstrebig sogar auf einen beschädigten Radlauf (absurd!).



- Ich bestehe darauf, die Polizei zu verständigen.

Polizist, Typ "überheblich, genervt und voreingenommen", stellt "Kratzer" fest, ohne sich die Berührungsstelle überhaupt näher anzusehen (geht nicht mal in die Knie!).

Vermessung/Fotos: Fehlanzeige.

Immerhin erklärt der Polizist etwaige größere Schäden für äußerst unwahrscheinlich ("das ist natürlich auch wieder Quatsch").



- Ich melde den schaden ordnungsgemäß meiner Versicherung und verweise auf Vorschäden beim Unfallgegner; möchte über den Fortgang informiert werden (was nicht passiert).



- Unfallgegner lässt (warum auch immer) seinen Wagen erst über eine Woche später durch einen von meiner (!) Versicherung benannten Gutachter begutachten; an sich schon mal nicht übel.



- Mein Fahrzeug will niemand sehen, meine Fotos will niemand haben (abgelehnt - "brauchen wir nicht"!), mir sagt niemand Bescheid; ich erfahre vom Stand der Dinge (Gutachten) 2 Monate später rein zufällig.



- Erst auf energisches Nachfragen zeigt man mir bei meiner Versicherung das Gutachten am Bildschirm (PDF); empört und widerwillig.





Ergebnis des Gutachtens:

- Neue Zierleisten (Stoßstange)

- Neue Lackierung (Stoßstange); Grundierung, Basislack, Klarlack

- Arbeitslohn

macht ca. 600,- Euro.





Im Gutachten fotografiert ist eine stark beschädigte Stelle der Stoßstange, die ich definitiv nicht berührt habe!

Sonst nichts.

Vermessen wurde überhaupt nichts!



"Meine" Berührungsstelle ist natürlich nicht zu sehen.





- Ich verweise darauf, dass dies so nicht stimmt und die abgebildeten Schäden nicht von meinem Wagen stammen können.

Der von mir (!) tatsächlich am gegnerischen Fahrzeug eventuell angerichtete "Schaden" würde oberndrein keineswegs eine komplette Neulackierung rechtfertigen, da die Haarliniienkratzer keineswegs den Klarlack durchdringen.

Das kann ich einschätzen, ich habe selbst jahrelang als Lackierer gearbeitet. Eine halbe Stunde Zeit, etwas 2500er Schleifpapier, ordentliche Politur - wäre besser als vorher.



- Kommentar:

"Es hat eine Berührung stattgefunden, das ist alles, was uns interessiert!".



Aha - wollen die damit bewusst ihre Kunden schädigen und die Beiträge in die Höhe treiben, oder wie?



- Ich bestehe (erfolgreich) darauf, zum Geschehen Stellung nehmen zu dürfen; kurz darauf ruft mich der Vorgesetzte meines Ansprechpartners sogar an und bittet darum. Na also, geht doch.



- Ich dokumentiere Zustand und Berührungsstelle an meinem Wagen akribisch mit hochauflösenden Fotos; ein Zollstock ist stets mit im Bild.

Höhe der Berührungsstelle: 45 cm.

Auf dem Foto eines dem Unfallgegner vergleichbaren Fahrzeugs markiere ich ebenfalls die Berührungsstelle und stelle klar, dass im Schadensgutachten etwas ganz anderes abgebildet ist.



- Zwei Tage später Antwort von meiner versicherung:

"Unser Gutachter hat verglichen, die Schäden (!) stimmen überein".



Welche Schäden denn bitte??

Bei mir ist doch gar nichts zu sehen??





Und jetzt kommt's:



- Ich messe an sieben Vergleichsfahrzeugen, dem Wagen des Unfallgegners entsprechend, die Höhe der im Schadensgutachten abgebildeten Stelle nach und fotografiere dies.



Höhenunterschied:

Satte 6 - 10 cm
, je nach Tieferlegung der Vergleichsobjekte.

Der Wagen des Unfallgegners würde sich dabei im Mittelfeld bewegen.



Meine Versicherung hat natürlich mittlerweile gezahlt.





Mich ärgert selbstverständlich, dass



- das Gutachten nichts mit dem "Unfall" zu tun hat

- die Schadensstelle im Gutachten nicht vermessen ist

- die Schadensstelle knapp 10 cm höher liegt, als mein Nummernschildhalter.




Was tun?
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BeitragVerfasst am: 5. September 2007 13:21
Einauge
Piratenkapitän
Anmeldedatum: 23.07.2006
Beiträge: 323
Das ist ja haarsträubend.

Sofort eine Unfallrekonstruktion in Auftrag geben ca. (€ 3.000 Kosten) das Honorar verauslagen und zu einem der besten Anwälte gehen (€ 1000.-Kosten ohne Gegenanwalt)! Natürlich bei vorhandener Rechtschutzversicherung gleich noch Klage erheben. Shocked Shocked

Wenn sich aber dann herausstellt, dass Du doch einen Schaden angerichtet hast bleibst Du auf den Kosten sitzen, zumindest weist Du dann mal was soetwas der Versicherung kostet, wenn sie auf jeden hört, der jemanden an seine Karre gefahren . ist. Idea Idea Idea

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Derjenige der zögert, alles u. jedem zu glauben, ist sehr weise,denn der Glaube an ein einziges falsches Prinzip ist der Beginn allen Unverstandes"(D.B.S.)
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BeitragVerfasst am: 5. September 2007 14:07
Heinzelmännchen
Neptun
Anmeldedatum: 23.02.2007
Beiträge: 1005
Wohnort: Dorf der unbeugsamen Gallier
Nur so am Rande:



Den Schaden selbst bezahlen (bei dem Betrag), ist günstiger als hochgestuft zu werden.



Ohne den Bilder kann man ansonsten dazu nichts konkretes aussagen.



Grüße

HM

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"Et tu, Brute?"
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BeitragVerfasst am: 5. September 2007 15:06
Einauge
Piratenkapitän
Anmeldedatum: 23.07.2006
Beiträge: 323
Was ich damit sagen wollte,

dass der Sachverständige, der ja für die Versicherung gearbeitet hat, zu einem Ergebnis gekommen ist, dass die Versicherung veranlasst zu bezahlen.

Das ist der wirtschaftlichste Weg der Schadenregulierung.

Wenn der SV eine Möglichkeit gesehen hätte, dass sein Brötchengeber nicht bezahlen muß , wäre das auch ausgeschöpft worden.

Also keinen Fahrfehler mehr machen, dann gibt es auch keine Meinungsverschiedenheiten.. Wink

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BeitragVerfasst am: 5. September 2007 15:50
Knobi
Landratte
Anmeldedatum: 04.09.2007
Beiträge: 3
Ja, ja, selbst bezahlen ist schon klar.

Was Gutachten und der ganze Krempel kosten, ist mir durchaus auch bekannt.



Und wofür?

Für einen Schaden, den es so gar nicht gab?

warum nicht gleich von Anfang an vernünftig arbeiten??



Was eindeutig bleibt:

Das Gutachten ist Unsinn und hat nichts mit dem Unfall zu tun.



Das kann jeder Gutachter nachmessen und auch jeder normale, völlig unbedarfte Mensch mit einem simplen Zollstock nachvollziehen.



Ich finde das ärgerlich, denn auch so werden Kosten verursacht, die mit der Sache selbst gar nichts zu tun haben.

Und Schäden behoben, die ich nicht verursacht habe.





Es wäre doch ganz einfach gewesen, von Anfang an meine Fotos zu akzeptieren - dann hätte sicherlich auch der Gutachter einen Zollstock bemüht und wäre zum entsprechenden Ergebnis gekommen.





@Einauge: Einziger Unfall in 17 Jahren. Zufrieden?
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BeitragVerfasst am: 5. September 2007 16:25
Einauge
Piratenkapitän
Anmeldedatum: 23.07.2006
Beiträge: 323
Ich will hier niemand ärgern, aber es vergeht kaum eine Woche, wo jemand in mein Büro kommt und mir beteuert, er habe keinen Schaden angerichtet und der böse böse... läßst sein Auto auf Kosten von mir überholen.

Geht man der Sache nach, ist doch ein Schaden da. Und was bekomme ich dann zur Antwort?

Mein Gott das bischen Schaden kann doch nichts kosten!

Wenn das bei Dir anders ist, dann nehme ich alles zurück und bedaure dass Du ungerecht behandelt wurdest. :!:





Ps.:

ich fahre auch zig Jahre unfallfrei, statistisch gesehen wird es täglich wahrscheinlicher einen Unfall zu bauen. Wink

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BeitragVerfasst am: 5. September 2007 19:06
Comet
Piratenkapitän
Anmeldedatum: 26.02.2007
Beiträge: 481
Die HUK kann sich halt auch keine vernünftigen Gutachter leisten, jedenfalls keine die eins und eins Zusammenzählen können!



Und noch was Knobi, bei so einem Haufen versichert man sich auch nicht!



Bei meiner Ehre, niemals würde ich einen Auftrag von dieser kriminellen Vereinigung annehmen.
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BeitragVerfasst am: 5. September 2007 19:16
jodat
Kapitän
Anmeldedatum: 24.02.2007
Beiträge: 123
Die Versicherung hatte hier schon ein eigenes Interesse einen Schaden zu regulieren, der möglicherweise gar nicht durch den Vorfall entstanden war. Denn sie verdient mir der Höherstufung mehr, als Sie an den Gegner auszahlen muss !



Also eine rein wirtschaftliche Überlegung der Versicherung zu Lasten des eigenen Versicherten. Da hört man dann auch nicht so genau hin, wenn der Versicherte etwas von Vorschäden und Höhenunterschieden erzählt. Denn mit der Regulierung wird ein gutes Geschäft zu Lasten des Versicherungsnehmers gemacht.



Wehe, wenn aber die Regulierung sich nicht lohnt und ein größerer Schaden ansteht. Dann wird um jeden Euro gefeilscht und sich auf jeden noch so winzigen Vorschaden gestürzt mit dem Hinweis, es hätte schließlich gar keine Schadensvertiefung stattgefunden.



Ich kann die Verärgerung von Knobi sehr gut verstehen.
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BeitragVerfasst am: 5. September 2007 21:17
Einauge
Piratenkapitän
Anmeldedatum: 23.07.2006
Beiträge: 323
@ Jodat

Aus dieser Warte habe ich das auch noch nicht gesehen.

Das ist ja sehr interessant und einleuchtend.

Man wird höhergestuft und zahlt denn ca. 7 Jahre lang eine überhöhte Prämie. Twisted Evil

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BeitragVerfasst am: 6. September 2007 07:02
Der Haule
Piratenkapitän
Anmeldedatum: 26.02.2007
Beiträge: 412
Wohnort: Im tiefen Wald
Hallo Knobi,



stell doch mal Bilder hier ein. Vielleicht können wir was erkennen (ohne Gewähr!).

Bilder sagen mehr als Tausend Worte.

Man müsste es mal ausrechen, was Knobi unter dem Strich die nächsten Jahre abzüglich der Schadenssumme mehr an Beiträgen zahlt.

Saurer Apfel = selber zahlen??



Gruß Haule
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BeitragVerfasst am: 6. September 2007 07:19
Einauge
Piratenkapitän
Anmeldedatum: 23.07.2006
Beiträge: 323
Hallo Knobi,

hast Du aussagefähige Bilder vom Unfallgegner?

Vielleicht hast Du auch eine Rechtschutzversicherung.

Es wäre denkbar (evtl.) einen Beweis zu führen, der dich von einer Prämienerhöhung befreit.

Dann hat halt die HUK umsonst bezahlt.

Aber ohne Rechtschutz wird Dir das sehr teuer kommen.

Was meinst Du?

_________________
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Buhuuu.... 
BeitragVerfasst am: 6. September 2007 08:22
Knobi
Landratte
Anmeldedatum: 04.09.2007
Beiträge: 3
Hallo Leute,



erst mal recht herzlichen Dank!

Jetzt muss ich erst noch mal loswerden, dass es mir nicht darum geht, wer hier "gut oder böse" ist und ich auch durchaus weiß, dass es sich bei den ca. 600,- Kröten eher um eine Bagatelle handelt (rein als Betrag betrachtet allerdings schon eine Summe, die ich nicht aus der Portokasse bezahlen kann).

Den Dreh mit den höheren Beiträgen hatte ich auch am ehesten im Sinn.



Mir geht es ums Prinzip:

Ich war ja was, aber das war nicht schlimm und ist vor allem nirgends dokumentiert.

Was jetzt aber bezahlt werden soll, war ich sicher nicht - weil es technisch gar nicht geht.

Schaden und Kosten kann ich einschätzen, weil ich, wie erwähnt, vor einigen Jahren als Lackierer tätig war und dabei auch mal ein genaues Abbild des gegnerischen Wagens instandsezten durfte.



Ach ja:

Das "Gutachten" hatte ich angefordert, um wenigstens irgendwelche "handfesten" Unterlagen zu haben; ich hatte es mir ja bereits am Rechner ansehen dürfen (Schrieb mit Bildern drin).

Zugestellt bekam ich gestern einen Kostenvoranschlag vom stadtbekannten BMW-Gangster (entschuldigung, aber jenen Händler kennt man seit knapp zwei Generationen für dunkle Machenschaften). Dort sind auch diverse Halterungen aufgeführt, welche beim allerbesten Willen nicht beschädigt worden sein können, jedenfalls nicht von mir. Dazu noch eine geringfügige Korrektur des Gesamtbetrages seitens eines über 300 km entfernten Sachverständigen-Büros, das den Wagen niemals gesehen hat (steht da auch so drin).

Das angebliche "Gutachten" vom HUK-Gutachter, von dem immer wieder die Rede war, fehlt natürlich; ebenso jegliche Fotos, um die ich ausdrücklich gebeten hatte und die ich mir ja auch schon ansehen konnte...

Ich bin gespannt.





Rechtsschutz habe ich natürlich -

... bei der HUK. Rolling Eyes



Da muss ich die allerdings mal in Schutz nehmen:

Den Rechtsschutz habe ich tatsächlich schon mal benötigt, und dabei wurde alles sehr zuvorkommend geregelt; mit etlichen Tips und Tricks, um sogar mehr erstattet zu bekommen, als eigentlich Maßgabe gewesen wäre.



Bilder kann ich ja mal nachreichen, wenn ich die vom anderen Fahrzeug bekommen sollte.
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