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Absatzprobleme
Weitere Einführung von E10 vorerst gestoppt
3. März 2011 | 16:05 Uhr | Von dpa/dapd
Der neue Super-Treibstoff E10 ist ein Ladenhüter. Deshalb wird die bundesweite Einführung vorerst gestoppt. "Das System platzt sonst", sagt der Mineralölverband.
Nach den massiven Absatzproblemen mit dem neuen Biosprit E10 wird die weitere bundesweite Einführung vorläufig gestoppt. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Minerölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das System platzt sonst", sagte er mit Blick auf Versorgungsengpässe bei anderen Benzinsorten, die wegen des Käuferstreiks bei E10 verstärkt getankt werden. Bisher wurde E10 bei knapp der Hälfte der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt - vor allem im Osten und Süden des Landes.
Nach den Angaben von Picard solle zunächst abgewartet werden, ob die Verbraucher den Sprit in den kommenden Tagen annehmen. Erst dann könne E10 in den restlichen Regionen Deutschlands eingeführt werden. Es gebe derzeit massive Versorgungsprobleme bei anderen Spritsorten, wie Super Plus. Zudem könnten viele Raffinerien ihren vollen E10-Tanks nicht leeren. Nach Informationen aus der Branche haben 60 bis 70 Prozent der Autofahrer es abgelehnt, die neue Spritsorte einzufüllen. Stattdessen sind sie auf das deutlich teurere Super Plus ausgewichen. Davon kann die Ölindustrie aber nicht genug produzieren.
ADAC begrüßt Einführungsstopp
Mit einem eindringlichen Appell an die Autofahrer hatte die Mineralölwirtschaft am Mittwoch zum Umstieg auf den neuen Bio-Supersprit E10 aufgerufen. Picard rief die Autofahrer auf, das neue Super-Benzin E10 mit einer Beimischung von zehn Prozent Ethanol zu tanken. Zudem sollen die Informationen an Tankstellen besser werden, damit Fahrer wissen, ob ihre Autos E10 vertragen. Nach neuen Berechnungen vertragen 93 Prozent der in Deutschland angemeldeten Autos E10, von den deutschen Fabrikaten sogar 99 Prozent.
Der ADAC hat den Rückzieher der Mineralölindustrie bei der Einführung des Biosprits begrüßt. "Das Chaos und die Verwirrung der Autofahrer mussten beendet werden", sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München. Die Situation hätte sich auch in den nächsten Wochen nicht beruhigt. Der Preis für das E5-Superbenzin mit weniger Bioethanol sei schon acht Cent über den Preis von E10 gestiegen. Daher sei die Entscheidung der Mineralölindustrie, E10 erst später und besser vorbereitet einzuführen, der richtige Schritt, sagte der Sprecher des Autoclubs. Die Ölindustrie werde die von der Politik vorgeschriebene Bio-Quote in diesem Jahr sowieso nicht mehr erreichen und Strafe zahlen müssen. Für jeden Liter würden zwei Cent fällig.
Quelle: shz.de |
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