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StuttgartWüstenrot untersucht Bordell-Skandal
Rund 20 Außendienstler der Wüstenrot & Württembergischen Bausparkasse (W&W) nutzten eine Firmenreise nach Rio de Janeiro im April 2010 zu einem Bordellbesuch. Der Konzern spricht von einem Verstoß gegen den Verhaltenskodex und versichert, es seien keine Firmengelder geflossen.
Der Konzern wolle nichts beschönigen - wehre sich aber gegen den Verdacht, eine aktive Rolle gespielt zu haben. Eine Überprüfung der Reisekasse und Unternehmenskreditkarten habe zudem ergeben, dass dort kein Geld des Konzerns geflossen sei. "Wir unterstützen, organisieren oder finanzieren keine Aktivitäten, die gegen unseren Verhaltenskodex verstoßen", erklärte Bausparkassenvorstand Bernd Hertweck.
Die Reise sollte eine Belohnung für die besten Versicherungsmitarbeiter von W&W werden. Nach Erkenntnissen der Bausparkasse ließen sich 14 bis 20 der insgesamt 50 mitgereisten Handelsvertreter mit einem Bus in den Nachtclub bringen. Mindestens drei, darunter auch Führungskräfte, hätten sich später Prostituierte mit aufs Zimmer genommen.
Die Vorfälle in Rio de Janeiro würden derzeit intensiv geprüft. Falls es rechtlich möglich ist, werde W&W personelle Konsequenzen ziehen. Zudem habe man das Belohnungssystem "auf den Prüfstand gestellt und auf Kostendisziplin und Angemessenheit überprüft". In der Branche sind Belohnungsreisen - so genannte Incentives - weit verbreitet. Das Versicherungsunternehmen kündigte an, Reisen für besonders verdiente Mitarbeiter solle es nur noch innerhalb Deutschlands geben. Wie das Unternehmen mitteilte, kostete die Reise nach Brasilien rund 200.000 Euro für die 50 Mitarbeiter.
Einen ähnlichen Skandal hatte es im Mai dieses Jahres bei der Hamburg-Mannheimer gegeben. Die Versicherung hatte 2007 die traditionsreiche Gellert-Therme in Budapest angemietet und eine ausschweifende Betriebsfeier veranstaltet. Zahlreiche Prostituierte sollen bezahlt worden sein, um die 100 besten Vertreter zu belohnen.
Quelle: swr.de |
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