Restwertbörse und Auswirkung auf den örtlichen Markt
 |  | | | |  |  |  |  | Restwertbörse und Auswirkung auf den örtlichen Markt |  | |  |  |  |
Verfasst am: 5. Juni 2007 18:07 |
|
|
| Slightly |
| Piratenkapitän |
 |
 |
| Anmeldedatum: 24.02.2007 |
| Beiträge: 559 |
| Wohnort: gerädertem Schiff |
|
|
 |
Bedingt durch das Einholen von Restwertgeboten am hiesigen örtlichen Markt kommt man auch schon mal mit den Leuten ins Gespräch wie sich die Restwertbörsen auf die wirtschaftliche Lage auswirkt. Man hört nichts Gutes.
Lukrative Angebote müssen zu völlig überzogenen Preisen eingekauft werden, um zumindest ein paar wenige, jüngere Teileträger am Lager vorrätig zu haben. Rechnet man dann noch die Kosten der Vorfinanzierung und Lagerkosten ein, ist es meist ein Verlustgeschäft für die örtlichen Fahrzeugverwerter.
Entgegen der vielfältigen Meinung aus der Versicherungs(stammtisch)wirtschaft, werden diese Fahrzeuge NICHT zu bedeutend höheren Preisen weiter veräußert, sondern ordnungsgemäß als Teileträger zerlegt und die nicht zu verwendende Reste gesetzesmäßig entsorgt. Dazu gehören unter anderem auch die Airbags und Betriebsstoffe.
Bei einigen Verwertern hier am Ort mussten diesbezüglich bereits Arbeitsplätze abgebaut werden, da nur noch nicht wirtschaftlich verwertbare Fahrzeug angekauft werden können. Diese Fahrzeuge müssen trocken gelegt, von Kunststoffen und Glas befreit werden um dann der gesetzeskonformen Weiterverwertung zugeführt werden zu können. Der Gewinn, sofern überhaupt heute noch einer für solche Fahrzeuge anfällt, ist gering und wird sicherlich dazu führen, dass kleinere Entsorgungsbetriebe über kurz oder lang vom Markt verdrängt werden und damit wieder ein paar Arbeitsplätze vernichtet wurden.
Fraglich bleibt dabei allerdings, ob auf längere Sicht die Hochpreispolitik durch die Restwertbörsen aufrecht gehalten werden kann. Die Neu- und Gebrauchtwagenpreise stagnieren, bzw. es werden mittlerweile exorbitante Prozente gewährt und am Gebrauchtwagenmarkt passen sich die Preise den der Neufahrzeuge an. Aber für verunfallte Fahrzeuge kommen Gebote die mehr als fragwürdig für eine wirtschaftlich seriöse Berechnung sind. Hier geht der Krug solange zum Brunnen bis er bricht und die Regionen in verödete, ehemals blühende, Wirtschaftslandschaften verwandelt wurden. Dann fragen sich die T (Fl)opmanager wieso keiner mehr ihre so toll propagierten Wirtschaftsgüter/Versicherungen erwirbt…
Allein die Frechheiten einzelner Assekuranzen mit der geltende höchstrichterliche Rechtsprechung mit Füßen getreten wird, Urheberrechte unverblümt missachtet werden. Bei gewerblichem Handel können Urheberrechtsverletzungen Bußgelder oder Haftstrafen nach sich ziehen (gemäß § 106 UrhG). Zudem können die Rechteinhaber Schadensersatzansprüche geltend machen und kostenpflichtig abmahnen. Hier wird meines Erachtens nach bereit durch den einzelnen Versicherer, zur Gewinnoptimierung bzw. Reduzierung der Schadenshöhe eine Art von Handel betrieben. Erst wenn horrende Summen an die Rechteinhaber und Abmahngebühren durch die Assekuranzen entrichtet werden müssen, wird das falsche Spiel mit unerlaubtem Einstellen von Fahrzeugen in Restwertbörsen ein Ende haben. Allerdings sehe ich das so, wenn nicht von uns rechtsorientiert arbeitenden Sachverständigen etwas unternommen wird, werden Verbände und Wirtschaft Wege finden, die dieses Urheberschutzrecht unterwandern. Dann gute Nacht Bananerepublik… Der Weg wird frei zurück ins Mittelalter der Hochfinanz… |
|
_________________ Viele Versicherer wären bessere Schadenregulierer, wenn sie darauf verzichten würden, aus den Sachverständigen *bessere* machen zu wollen. |
|
 |
 |
|
|
|  |  |  | | | |  |  |
 |  | | | |  |  |  |  | |  | |  |  |  |
Verfasst am: 17. Juni 2007 05:49 |
|
|
| Andreas |
| Neptun |
 |
 |
| Anmeldedatum: 24.02.2007 |
| Beiträge: 1268 |
| Wohnort: Haus mit Garten |
|
|
 |
Vor allem ist ja nicht einmal davon auszugehen, dass die RW-Börsen tatsächlich effektiv zu einer spürbaren Reduzierung der Aufwendungen im Haftpflichtschaden (und auch Kasko-Schaden) beitragen.
Denn was passiert denn, wenn der Händler/Verwerter/Kfz-Betrieb das interessante Fahrzeug zu exorbitant hohen Preisen ankaufen muss? Er zahlt für die alten Möhren nichts mehr oder deutlich weniger.
Gleichzeitig werden die Preise für Gebrrauchtfahrzeuge höher, sodass auch die Wiederbeschaffungswerte steigen, trotz tw. vollstehender Höfe. Und schließlich steigen auch die Verrechnungssätze deutlich.
In den letzten zwei Jahren sind die V-Sätze bei uns durchschnittlich um 10% gestiegen, das kommt ja auch nicht von ungefähr.
Von irgendwelchen Diebstahlschäden, die mit Sicherheit zugenommen haben, mal abgesehen.
Andererseits sind aber auch die Händler teilweise an dieser Misere selbst Schuld. Unsere Werkstätten freuen sich, dass sie zu vernünftigen Preisen noch an die Totalschäden (Haftpflicht) kommen. Wenn ich mal zu einer Werkstatt rausfahre, in der ich sonst normalerweise nicht bin, weil mich der Anwalt oder der Geschädigte hinschicken, dann graut es mir jedesmal, wenn ich höre: "Wieso soll ich Ihnen ein Restwertangebot geben, das Fahrzeug verschwindet ja eh durch die Börse."
Dann kläre ich die Werkstätten mal auf, dann kommt das große Aha, aber dann: "Unser SV, der xyz, setzt die Fahrzeug aber in die Börse, und wir arbeiten schon so lange mit ihm zusammen, ..."
Wenn man denen dann den Tipp gibt, sie sollen doch mal dem SV das Messer auf die Brust setzen, dass er rechtskonforme Haftpflicht-Schaden-GA machen soll, dann sieht man nur Achselzucken.
Aber dann beschwert sich die Werkstatt, wenn das Fahrzeug von einer anderen Werkstatt abgeholt wird, weil diese den von mir ermittelten Restwert bezahlt und keine Angst vor der Versicherung hat und sie selbst zu doof dazu waren das Fahrzeug anzukaufen...
Erst gestern hatt ich ein völlig sinnlose Diskussion, bei der mich der Werkstattleiter wüst beschimpft hat, was mir einfiele denen das Auto wegzuschnappen.
Ein paar SV können zwar versuchen gegen RW-Börsen und Fahrzeugeinstellungen vorzugehen, aber viel besser wäre es, wenn die Kfz-Branche geschlossen dahinter stehen würde. |
|
_________________ Grüße
Andreas |
|
 |
 |
|
|
|  |  |  | | | |  |  |
 |  | | | |  |  |  |  | |  | |  |  |  |
Verfasst am: 6. August 2007 00:39 |
|
|
| Crazy |
| Gast |
|
 |
|
|
|
|
|
 |
Einen solchen Fall habe ich auch in meinem Bestand - der Kunde klagt, wie ich ihm geraten habe. Da ich diesen Kunden auch privat kenne, wusste ich genau, was da abgelaufen war und habe wirklich alles versucht, das "abzubiegen" - eigentlich wollte er das Auto wieder herrichten (war ein Einzelstück).
Ich werde nach Beendigung des Prozesses die Akte sicher von ihm bekommen und dann das Ergebnis hier hineinposten.
Gruß Crazy |
|
|
 |
 |
|
|
|  |  |  | | | |  |  |
 |  | | | |  |  |  |  | |  | |  |  |  |
Verfasst am: 14. Oktober 2007 12:29 |
|
|
| Wildschütz Jennerwein |
| Pirat |
|
 |
| Anmeldedatum: 27.02.2007 |
| Beiträge: 32 |
| Wohnort: Bayerisches Oberland |
|
|
 |
Zufällig habe ich einen interessanten Fund im Internet gemacht:
[/url]http://www.tagesspiegel.de/berlin/Berlin;art114,1867729
Die Versicherungswirtschaft unterstützt mit ihrem Wahn zugunsten von Internetbörsen, illegales Treiben im globalisierten Automarkt.
Daß dafür die Ausgaben im Kaskobereich steigen, scheinen sie noch nicht realisiert zu haben. |
|
_________________ Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant 1724-1804) |
|
 |
 |
|
|
|  |  |  | | | |  |  |
 |  | | | |  |  |  |  | |  | |  |  |  |
Verfasst am: 14. Oktober 2007 12:39 |
|
|
| bertha |
| Captain HUK Crew |
 |
 |
| Anmeldedatum: 31.08.2006 |
| Beiträge: 270 |
| Wohnort: Der Bewacher aus dem wilden Osten |
|
|
 |
|
|
 |
 |
|
|
|  |  |  | | | |  |  |
 |  | | | |  |  |  |  | |  | |  |  |  |
Verfasst am: 14. Oktober 2007 12:49 |
|
|
| Wildschütz Jennerwein |
| Pirat |
|
 |
| Anmeldedatum: 27.02.2007 |
| Beiträge: 32 |
| Wohnort: Bayerisches Oberland |
|
|
 |
Dankeschön  |
|
_________________ Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant 1724-1804) |
|
 |
 |
|
|
|  |  |  | | | |  |  |
|