Amtsgericht Gütersloh spricht mit Urteil vom 2.11.2017 – 10 C 8/16 – auch bei fiktiver Schadensabrechnung dem Geschädigten die im Schadensgutachten aufgeführten Verbringungskosten und Ersatzteilpreisaufschläge zu.

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Sehr geehrte Captain-Huk-Leserinnen und Leser,

zwischendurch melde ich mich – trotz Erkrankung – mal wieder. Da kaum noch Urteile veröffentlicht wurden, kribbelte es mir doch in den Fingern, einmal wieder etwas zum Besten zu geben. Das fiel mir bei dem nachfolgenden Urteil auch nicht schwer, da nur drei Seiten des Urteils abzutippen waren. Da der BGH bisher zu der Ersatzfähigkeit der Verbringungskosten und der Ersatzteilpreisaufschläge (UPE-Aufschläge) noch keine Entscheidung getroffen hat, ist es sicher wichtig, auch die Urteile der Untergerichte azu zu erfahren.  In einem Rechtsstreit um Verbringungskosten und Ersatzteilaufschläge war der BGH daran gehindert, über die Erstattungsfähigkeit von Verbringungskosten und Ersatzteilpreisaufschlägen zu entscheiden, weil die beklagte Kfz-Haftpflichtversicherung kurz vor der mündlichen Verhandlung die Revision zurückgenommen hat. Entscheidend sind daher die Entscheidungen der Oberlandesgerichte. Diese haben auch bei fiktiver Schadensabrechnung die Verbringungskosten und UPE-Aufschläge zugesprochen. Die OLG-Urteile wurden auch vom erkennenden Amtsgericht erwähnt. Entsprechend hat auch das erkennende Amtsgericht Gütersloh diese Schadenspositionen auch bei fiktiver Schadensabrechnung zugesprochen. Zu Recht, wie ich meine. Lest aber selbst das Urteil des AG Gütersloh vom 2.11.2017 – 10 C 8/16 – und gebt dann bitte Eure sachlichen Kommentare ab. Die Rumpfredaktion freut sich über jeden sachlichen Kommentar. 

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen zum Wochenende
Willi Wacker

10 C 8/16

Amtsgericht Gütersloh

IM  NAMEN  DES  VOLKES

U r t e i l

In dem Rechtsstreit

des Herrn … (Geschädigter) aus Gütersloh

– Klägers –

Prozessbevollmächtigte: RAe. S., W. & K. aus G.

g e g e n

  1. Herrn … (Schädiger)
  2. die … Versicherungs AG, vertreten durch den Vorstand, …

– Beklagte –

Prozessbevollmächtigte: RAe. …

hat das Amtsgericht Gütersloh im vereinfachten Verfahren gemäß § 495 a ZPO am 2.11.2017 durch den Richter St.

für Recht erkannt:

Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger 86,56 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 31.7.2015 zu zahlen.

Die Beklagten tragen die Kosten des Rechtsstreits.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

(entfällt gem. § 313a Abs. 1 ZPO).

Entscheidungsgründe:

Die zulässige Klage ist begründet.

I.

Der Kläger kann von den Beklagten infolge des Verkehrsunfalls vom 6.7.2015 gesamtschuldnerisch die Zahlung weiteren Schadensersatzes in Höhe von 86,56 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dm jeweiligen Basiszinssatz seit dem 31.7.2015 verlangen.

1.

Soweit die Beklagten anhand einer unstreitigen Haftungsquote von 70 % zu ihren Lasten von dem in dem vorgerichtlichen Kostenvoranschlag vom 14.7.2015 ausgewiesenen Netto-Reparaturkostenbetrag von 1.130,17 € einen Abzug von 86,56 € vorgenomen haben, war dieser Abzug unberechtigt.

UPE-Aufschläge und die Kosten der Fahrzeugverbringung sind auch im Rahmen einer fiktiven Schadensabrechnun infolge eines Verkehrsunfalles dann erstattungsfähig, wenn sie regional üblich sind (OLG Frankfurt Urt. v. 21.4.2016 – 7 U 34/15 -; OLG Hamm Urt. v. 30.10.2012 – I-9 U 5/12 -; OLG Düsseldorf Urt. v. 6.3.2012 – I-1 U 108/11 -).

Das ist vorliegend der Fall und infolge der Beeisaufnahme bestätigt. Der Sachverständige … kommt im Rahmen seines Sachverständigengutachtens vom 23.11.2016, welches er im Rahmen der Verhandlung vom 28.9.2017 mündlich erläuterte, zu dem Ergebnis, dass diese bei markengebundenn Vertragswerkstätten als auch bei freien Werkstätten in der Region üblicherweise anfallen.

Sofern eine eigene Lackiererei nicht vorhanden ist, fallen nach dem Inhalt seiner überzeugenden Ausführungen Verbringungskosten regelmäßig an. Ob diese dann intern zwischen Werkstatt und Lackiererei durch bestimmte Verrechnungsmodelle – wie das Gutachten eines anderen Sachverständigen andeuten mag – nicht berücksichtigt werden, hat dagegen im Außenverhältnis zu dem unfallgeschädigten Kunden keine Auswirkungen.

Auch bei den UPE-Aufschlägen ist von einer Ortsüblichkeit auszugehn. Ausweislich des Gutachtens und der mündlichen Erläuterunng fallen diese bei sämtlichen … – Vertragswerkstätten an. In Bezug auf die freien Werkstätten fallen diese ausweislich des Gutachtens und der mündlichen Erläuterung jedenfalls dann an, wenn diese von der Bezugsquelle – etwa einem Vertragshändler – ebenfalls erhoben werden. Insofern ist auch hinsichtlich der UPE-Aufschläge jedenfalls nicht von einer Ortsunüblichkeit auszugehen. Vielmehr wird aus Sicht des erkennendn Gerichts der Ansatz von UPE-Aufschlägen und dessen Ortsüblichkeit auch durch die inzwischen zahlreichen Gerichtsvrfahren zu jenem Streitpunkt untermauert.

2.

Der Zinsanspruch folgt aus § 280 Abs. 1 und 2, 286, 288 BGB.

II.

Die prozessualen Nebenentscheidungen folgn aus §§ 91 Abs. 1, 708 Nr. 11, 713 ZPO.

Der Streitwert wird auf bis zu 500,– € festgesetzt.

Urteilsliste “Fiktive-Abrechnung” zum Download >>>>>

21 Responses to Amtsgericht Gütersloh spricht mit Urteil vom 2.11.2017 – 10 C 8/16 – auch bei fiktiver Schadensabrechnung dem Geschädigten die im Schadensgutachten aufgeführten Verbringungskosten und Ersatzteilpreisaufschläge zu.

  1. Dipl.-Ing. Harald Rasche (VKS) says:

    Urteile, wie das des AG Gütersloh, benötigen keine weitschweifigen Entscheidungsgründe, weil weder Gesetzeslage noch die Rechtsprechung zum Thema dies erforderlich machten. Folglich konnte sich hier der Richter St. des AG Gütersloh auf das schadenersatzrechtlich tatsächlich Entscheidungserhebliche beschränken.

    Dip.-Ing. Harald Rasche (VKS)
    Bochum & Toppenstedt (Nord Heide)

  2. ein Captain-HUK-Leser says:

    Liebe CH-User,
    obwohl Willi Wacker in seinem Vorwort zu sachlichen Kommentaren aufgreufen hatte, hat sich nur Herr SV Rasche gemeldet. Ich finde das beschämend, hat sich doch Willi Wacker aufgerafft, um noch ein Urteil zu veröffentlichen. Nachdem auch der Chefredakteur kürzer treten musste, lässt der Blog doch erheblich nach. Leider, muss ich anmerken, denn dieser Blog hat es einfach nicht verdient, so klanglos in der Versenkung zu verschwinden.
    Zum Urteil selbst merke ich an, dass das AG Gütersloh es vollkommen richtig gemacht hat. Vor einer Entscheidung des BGH zu diesem Thema hat ie Versicherungswirtschaft gekniffen. Sie hatte wohl mit einer für sie negativen Entscheidung des BGH gerechnet und deshalb die Revision zurückgenommen. Auch bei fiktiver ABrechnung gem. § 249 II BGB sind fiktive Verbringungskosten und UPE-Aufschläge erstattungsfähig, wenn sie regional üblicherweise anfallen (vgl. Wellner, 2. A., § 4 G Rn. 61).
    Ich wünsche noch eine schöne ruhige Adventswoche

  3. Iven Hanske says:

    #ein Captain-HUK-Leser
    Ich bin auch traurig, dass hier verhalten reagiert wird. So verringern sich auch die Interessen zum CH. Stirbt CH mit Willy? Schade, etwas Aufklärung weniger. Morgen muss man noch Geld zahlen, statt Schadensersatz zu erhalten, denn es fehlt die Waffengleichheit. Gab es eh noch nie! So können die Versicherer machen was sie wollen, Justiz und Politik haben die Versicherer eh im Sack, jedoch die Gier wird nicht enden! Der Neue Lobbyist am BGH und vielleicht im Kanzleramt wird es eskalieren lassen, ob ich dann nicht „ Sieg heil“ rufe ist ungewiss!

  4. D.H. says:

    Verehrte Kollegem und Kommentaroren,

    Euren Unmut über das derzeit schachbrüstige Engagement für Captain-Huk.de verstehe ich nur allzu gut.
    Vergessen wir jedoch nicht, dass bereits seit einigen Jahren berufserfahrene Kfz.-Sachverständige sich altersbedingt aus dem beruflichen Streß zurückgezogen haben, viele davon auch verstorben sind und die nachfolgenden Generationen mehrheitlich noch nicht die Notwendigkeit eines mehr denn je erforderlichen Engagements erkennen. Dazu kommt die offenbar nicht mehr bestehende Unabhängigkeit vieler Kollegen, die sich schlicht und einfach „angepasst“ haben, verbunden mit der Hoffnung, dadurch dem Stress erfolgreich begegnen zu können. Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen lautet da die Devise. Aber es bleibt bei der Erfahrung, dass nur tote Fische mit dem Strom schwimmen. Gerade habe ich erfahren, dass nun schon in NRW ein Kraftfahrzeughandwerker eine Zertifizierungsstelle anbietet und als Gutachten-Zentrale-Deutschland firmiert mit einem Unternehmenskonzept, das nahezu schwindelerregend ist. Auch der reitet auf der Erfolgswelle des ansonsten fehlenden Engagements oder denkt nur an die sog. Ferngutachten für Fahrzeuge, die der Gutachtenerstatter nie gesehen hat. Da ist die Frage berechtigt, was die Deutschen Autoversicherer gegen solche Manipulationen eigentlich im Interesse der Versichertengemeinschaft erfolgreich unternehmen?
    Offensichtlich denken die lieber darüber angestrengt nach, ob nun ein Schadenfoto in einem Gutachten 2,00 € oder auch 2,99€ kosten dürfte, anstatt mit den berufserfahrenen und qualifizierten Sachverständigen ausgewogen zu kommunizieren.

    D.H.

  5. raca says:

    Der BGH hat anscheinend zu den UPE -Aufschlägen jetzt am 25.09.2018, VI ZR 65/18 entschieden. Das Urteil ist aber leider noch nicht veröffentlicht. Der BGH soll aber grundsätzlich die Erstattungsfähigkeit bejaht haben.

  6. Benny says:

    Danke für diesen ersten Hinweis, raca. Es wäre in einer freien Marktwirtschaft ja auch fatal, hier weitere Eingriffe bei der Unfallschadenregulierung gerichtsseitig noch zu unterstützen.

    Benny

  7. Buschtrommler says:

    @D.H.

    Wenn man bei solchen „Vereinigungen“ kritische Töne anschlägt UND unter anderem nicht nur
    „schwarz-weiss“ als Maßstab gelten lässt, dann fliegt man raus.
    Die „jungen Wilden“ müssen erst noch die Hörner abstoßen.
    Leider geht der Schuß aber nach hinten los, denn durch die daraus provozierten Streitigkeiten lässt die Moral der Abwicklung flächendeckend immer mehr nach.

  8. Bösewicht says:

    @D.H.
    Als freier und absolut neutraler SV bist Du doch heute nirgends mehr gerne gesehen.
    Die Kunden wollen so viel wie möglich kassieren, die Werkstätten bescheißen wo sie nur können und versuchen dabei den „eigenen“ SV zu instrumentalisieren – teilweise mit Erfolg. Und die Assekuranzen wollen ja an sich eh keine SV haben (nicht mal mehr die „eigenen“). De facto macht der Job aktuell keinen Spaß mehr …

  9. sv w says:

    @ Bösewicht..
    Nicht zu vergessen, die Prüforganisationen, die bei voller Übertragung der Haftpflichtgutachten die Arbeitssicherheit „kostenlos“ anbieten.

  10. virus says:

    @ Buschtrommler – De facto macht der Job aktuell keinen Spaß mehr …

    @ Benny, danke für den Witz des Jahres.

    Die (weltweite) Korruption, allgemein als Lobbyismus bezeichnet, zwingt die Redlichen in die von Benny gelobten „freien Marktwirtschaft“, weil man meint, dass so der schwindelerregenden Enteignung entkommen werden kann.

  11. D.H. says:

    @ Bösewicht
    @ Buschtrommler

    Verehrte Kollegen,
    mit meinem Kommentar habe ich abgezielt auf das beklagenswerte schwachbrüstige Engagement. Eure Kommentare bestätigen nur diese meine Einschätzung und entsprechen überdies der Wirklichkeit. Mit dem „Schadenmanagement“ – was für ein Begriff – der Autoversicherer wird versucht, das Sklaventum vergangener Epochen als modern und deshalb notwendig in die Neuzeit zu übertragen. Alle beklagen es, vergessen jedoch, dass sie selbst die Ursachen dafür gesetzt haben durch geschmeidiges Wohlverhalten und unverantwortliche Kommunikationsdefizite. Der Hintergrund liegt in der Erkenntnis begründet, den Hals nicht voll zu kriegen. Ihr hingegen sprecht Klartext und das ist als positiv anzumerken. Bereits der Betrug mit Abzügen von entstandenen Gutachterkosten als „nicht erforderlich“ ignoriert den Sinn unseres Rechtsstaates sowie das Grundgesetz und grenzt an maffiöse Strukturen. Die Erfinder, Vertreter und Befürworter einer solchen Vorgehensweise gehören ohne Ausnahme in den Knast, denn sie sind nicht nur in meinen Augen kriminelle Elemente. Begreifen wir nicht, welche Maßnahmen wirklich erforderlich sind, um dem Einhalt zu gebieten, brauchen wir uns nicht beklagen. Ich weiß aus inzwischen reichhaltiger Erfahrung, dass die Summe der Ausreden gigantisch ist, gleichwohl ist jede für sich verständlich. Dennoch kann ich Euch versichern, dass mir die Arbeit auch heute noch immer Spaß macht, wenn es darum geht, einen Beitrag für gesetzlich verbrieften Schadenersatz beisteuern zu können. Ungeachtet dessen muss man jedoch in aller Deutlichkeit festtstellen, dass die Ursachen für die in jedweder Weise zu beobachtenden Mißstände ausschließlich von der Assekuranz gesetzt worden sind, die sich aus dieser Spirale der Blindheit und verkannten Normalität nicht mehr herauszulösen weiß.

    Seid herzlich und hochachtend gegrüßt

    D.H.

  12. Buschtrommler says:

    @Virus….
    Doch, der Job macht sogar richtig Spaß.
    Wenn man Geschädigte entsprechend auf Risiken und Nebenwirkungen hinweist, dann klappt es erst richtig.
    Weshalb ?
    Weil dann weitaus häufiger fachkundige Anwälte zur weiteren Regulierung / Abwicklung beauftragt werden. Speziell aus der Abteilung „Wadenbeisser“, die unter anderem nicht den Leuten abgesprochene Honorare empfehlen wollen als „üblich und rechtskonform“…!
    Die auch Fahrer und Halter als Haftende „einladen“, sich am Gesamtschaden zu „beteiligen“…!

  13. virus says:

    Sorry Buschtrommler

    @ Bösewicht – De facto macht der Job aktuell keinen Spaß mehr …

    Allen einen schönden Tag.

    Virus

  14. Knurrhahn says:

    @ sv w:
    „Nicht zu vergessen, die Prüforganisationen, die bei voller Übertragung der Haftpflichtgutachten die Arbeitssicherheit „kostenlos“ anbieten.“

    Als seriöse Werkstatt wäre man erfahrungsgemäß gut beraten, auf einen solchen Deal tunlichst verzichten zu können, denn so geschaffene Abhängigkeiten sind einfach für´s Geschäft nicht gut. Eine saubere Trennung zwischen Abnahmeaufgaben und Unfallschadenbegutachtungen sollte auch der Gesetzgeber verlangen. Alles andere ist eine äußerst fragwürdige Mauschelei, denn die bieten ja nicht nur „kostenlose“ Arbeitssicherheit an, sondern auch die Abnahme von Rolltoren, Hebebühnen usw. Außerdem hört man von Fällen, wo Werkstätten für die Vermittlung eine kräftige Provision in Aussicht gestellt wird, umschrieben als Kostenaufwand für die Inanspruchnahme betrieblicher Einrichtungen. Eine solche Kungelei ist wettbewerbsverzerrend und darum sollte sich deshalb der Gesetzgeber schleunigst kümmern, weil außerdem den Vermittlern auch noch ein für sie optimales Gutachten in Aussicht gestellt wird.
    Wollt Ihr noch mehr wissen?

  15. SV Wehpke says:

    Knurrhahn: “ Wollt Ihr noch mehr wissen? “ Da kann ich auch noch was zu beisteuern. Bei der „Betriebszertifizierung“ – was immer das auch bringen soll – durch eine der „Prüforganisationen“, wurden für das noch zu erhaschende „Unfallgeschäft“ dieses Konzerns ganz erhebliche Rabatte gewährt. In einem Gespräch bedeutete der regionale GF dieses Autohauses an, dass er es zwar bedauere, wenn wir nun nach vielen Jahren beanstandungsfreier und bester Zusammenarbeit gehen können, aber wir als Kleine könnten ja solche „Synergieeffekte“ nicht liefern, womit er zweifelsfrei recht hatte.
    Auf die Frage was denn mit Synergie gemeint sei, antwortete er, Kickback sei ja nun heute völlig normal, das würden wir doch verstehen. Oder?
    Ja – wir haben verstanden.

    Wehpke Berlin

  16. virus says:

    Nachfolgend drei Beispiele eines funktonierenden CDU-Rechtsstaates:

    https://de.rt.com/1pv7

    „Müllskandal in Sachsen-Anhalt: Die Großen lässt man laufen

    Schwerkrimineller Kronzeuge, korrupte Justiz

    „Meine Anwälte und ich sind erschüttert über diese Art der Rechtsprechung“, sagte Finzelberg vergangene Woche gegenüber der Autorin. Dass er selbst und seine Verteidiger erst durch eine Pressemitteilung des BGH vom 13. November von dem Urteil erfahren hatten, sei nur einer von vielen Gründen dafür.

    Noch Anfang November habe sein Anwalt Friedrich Karl Zoller mit einer Verhandlung am BGH nicht vor 2019 gerechnet, erklärte Finzelberg. Doch das Urteil wurde nicht nur im Hinterzimmer gefällt, es stammt bereits vom 13. September. Das sei ungewöhnlich. Denn auch die Staatsanwaltschaft hatte Revision eingelegt, allerdings eine höhere Haftstrafe beantragt. „In einem solchen Fall musste man eigentlich von einer öffentlichen Verhandlung ausgehen“, so der ehemalige Politiker.

    Ihr Urteil hatten die Magdeburger Richter im Sommer vergangenen Jahres nach 58 Verhandlungstagen gefällt. Die Kammer stützte sich dabei auf Uwe S., Mitgeschäftsführer des früheren Grubenbetreibers „Sporkenbach Ziegelei“. Das Strafregister von S. ist lang. Es reicht von Brandstiftung in seinen eigenen Autohäusern über Subventionsbetrug bis hin zu Steuerhinterziehung.

    Für seine Taten sollte S. eine Haftstrafe von 7,5 Jahren absitzen. Doch er blieb weniger als die Hälfte dieser Zeit im Gefängnis. Zudem genoss er wesentliche Hafterleichterungen wie Freigang. Der Grund: Uwe S. beschuldigte Finzelberg, von ihm 370.000 Euro angenommen zu haben. Im Gegenzug habe der Landrat Genehmigungen für die Müllverkippung besorgt. Mit dieser Aussage avancierte S. zum Kronzeugen.

    Hohe Beamte aus der Schusslinie genommen

    Wann und wo Ex-Landrat Finzelberg seine Haftstrafe antreten wird, weiß er noch nicht. Er sieht aber weiterhin die Schuld ganz oben. Die Justiz habe sich auf ihn fixiert, um Regierungspolitiker und hohe Beamte aus der Schusslinie zu nehmen. Er sei so etwas wie ein Bauernopfer, betonte er mehrfach während des Prozesses in Magdeburg. Der frühere Wirtschaftsminister Reiner Haseloff fiel indes nach oben. Er ist seit 2011 Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt. Die kurzzeitigen Ermittlungen, die nach nur drei Monaten ad acta gelegt wurden, schadeten ihm nicht.

    ……..

    Ähnlich verfuhr die Justiz in weiteren Fällen:

    Ex-Umweltstaatssekretär Jürgen Stadelmann (CDU) entledigte die Staatsanwaltschaft zum Beispiel vom Vorwurf des Geheimnisverrats. Den Ex-Leiter des Polizeireviers des Jerichower Landes, Armin Friedrichs (SPD), entlastete sie von der Vermutung der Bestechlichkeit. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) persönlich zog Friedrichs mit Beginn der nur wenige Wochen andauernden Ermittlungen ins Innenministerium ab. Mehr noch: Er beförderte ihn dort vom Polizeioberrat zum Polizeidirektor. Friedrichs hatte außerdem Anfang der 2000er Jahre erfolglos gegen Lothar Finzelberg um das Amt des Landrates kandidiert.“

    Siehe auch Seite 4: https://www.der-burgspiegel.de/fileadmin/epaper/Das_ebook_BS_020417/pdf/BS_020417.pdf

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    https://de.rt.com/1pwg

    „Eine akute Gefahr für die Demokratie: Der BlackRock-Merz Komplex

    Daher sei die Debatte um Merz und BlackRock eine gute Gelegenheit, die Demokratie zu verteidigen. Denn:

    Die Demokratie wird auch zerstört durch das komplizenhafte Beschweigen und Verharmlosen der ökonomischen Macht, die auf leisen Sohlen daherkommt und weitgehend unkontrolliert eine neue Form aggressiver, asozialer, grundgesetz- und menschenrechtswidriger Herrschaft errichtet.“

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute/wechsel-am-verfassungsgericht-steinmeier-entlaesst-kirchhof-100.html

    „Wechsel am Verfassungsgericht – Steinmeier entlässt Kirchhof

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den bisherigen CDU-Bundestagsabgeordneten Stephan Harbarth zum Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts ernannt und vereidigt.“

    Steinmeier würdigt Kirchhof als „überaus kompetenten Richter“, der sich auch durch „unaufgeregte Zurückhaltung“ ausgezeichnet habe.

  17. knurrhahn says:

    @ SV Wehpke
    Knurrhahn: “ Wollt Ihr noch mehr wissen? Da kann ich auch noch was zu beisteuern.“

    Danke für Deinen Beitrag SV Wehpke. In der Tat,wir möchten gern noch mehr wissen. Also keine falsche Scheu zeigen, sondern das Blatt aufdecken.

    Dass alle bekannten Kraftfahrzeugüberwachungsvereine im Laufe der Zeit Begehrlichkeiten entwickelt haben, was Unfallschadenbegutachtungen angeht, ergibt sich schon aus deren Werbung und den unverkennbaren Bemühungen jedweder Art. Mit einem sauberen Geschäftsgebaren hat das schon seit langem nichts mehr zu tun und demgemäß auch nichts mit mit den ihnen vom Gesetzgeber zugedachten hoheitlichen Aufgaben. „Gibst du mir DAS, gebe ich dir das.“ Da werden Begehrlichkeiten geweckt und Abhängigkeiten geschaffen, die letztlich zu Lasten aller Autofahrer gehen. Da sind Abnahmeplaketten
    schier Bargeld. „Kleb die Plakette schon mal darauf, den Rest erledigen wir später und du kannst gleich den Unfallschaden dort mitmachen.“ „Bares für Rares?“ Man wird nicht glauben können, dass die Geschäftsleitungen unserer honorigen „Überwachungs“vereine davon keine Kenntnis haben. Wir wissen es alle, haben aber bisher geschwiegen. Haltet ihr das auch weiterhin für richtig, wenn die tatsächlich unabhängigen und qualifizierten Sachverständigen „im Wettbewerb“ dadurch eklatant benachteiligt werden ? Und interessant ist sich auch die Feststellung, dass der Versicherungswirtschaft das am A…. vorbeigeht.
    Also: Wir wollen gern noch mehr wissen und denkt dran, dass schon bald Weihnachten ist.

    Mit besten Grüßen für den Rest
    des letzten Monats im Jahr 2018

    Knurrhahn

  18. D.H. says:

    @Kurrhahn
    Gut, dass auch dieser Sumpf von Dir einmal angesprochen worden ist und…. mit Steingarts Morning Briefing zu sprechen: „Kennen die Konzerne kein Maß, verlieren die Gesellschaften ihre Mitte.“ Das gilt auch für Versicherungsunternehmen.-
    D.H.

  19. Juri says:

    Ein Blick ins benachbarte Frankreich zeigt es deutlich. Um es gleich klar zu stellen – Gewalt geht gar nicht, denn was soll die Zerstörung von Sachwerten und Bürgereigentum bewerkstelligen? Wem soll das nutzen?

    Aber beeindruckend ist der Bürgermut und die Courage der Franzosen. Da können wir uns ein Vorbild nehmen. Ob das was da die Regierung umsetzen will, nun richtig oder falsch ist, kann ich nicht beurteilen, aber das Volk lässt sich halt nicht alles gefallen – und das hat eine neue Qualität. Die Regierenden müssen letztendlich den Kurs deutlich korrigieren, weil sonst bürgerkriegsähnliche Dimensionen drohen.

    Auch bei uns hier wird es Zeit, dass die Verhältnisse gerade gerückt werden. Z.B. Leute wie der Wellner oder der „BlackRock IM Merz“ gehören in die Wüste und nicht in ein Amt.

  20. virus says:

    Was wohl Schäuble „Merz, schau mal bei der CDU vorbei.“ neben das Kanzleramt noch gekostet hat?

  21. Juri says:

    Meine Prognose. Und nun wird die Ziehmutti eiligst über die Sollbruchstelle – gem. Parteitagsbeschluß aus 2016 – „nur eine Staatbürgerschaft“ abgewrackt damit AK47 schnellstmöglich Kanzlerin werden, und sie damit diesen Bonus voll ausspielen kann. Nebenbei bekommen Schäuble + Co noch eine Abreibung die sie nicht vergessen werden – versprochen! Und die SPD? Das Ende Nahlest. Die und der Schmodderscholz haben die alte Tante auf dem Gewissen, wobei der Gabriel versuchte sich noch rechtzeitig abzusetzen. Aber auch der trägt ein gerüttelt Maß daran. Und dann fliegt die SPD aus dem Bundestag weil <5%.

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