AG Aachen weist Klage auf Zahlung von weiteren Mietwagenkosten ab

Mit Urteil vom 20.11.2008 (115 C 29/08) hat das AG Aachen die Klage des Geschädigten auf Zahlung weiterer Mietwagenkosten abgewiesen, da er sich nicht um einen Normaltarif bemüht habe.

Aus den Entscheidungsgründen:

Die Klage ist nicht begründet.

Über die bereits gezahlten Beträge hinaus stehen dem Kläger keine weiteren Erstattungen auf die Mietwagenkosten zu.

Angesichts des konkreten Sachverhaltes war es nicht erforderlich, den – besonders hohen – Tarif der X in Anspruch zu nehmen. Dies gilt im Hinblick auf das Ergebnis der Beweisaufnahme in besonderer Weise. Der Zeuge Y. hat mit dem Mitarbeiter der Beklagten, dem Zeugen Z. telefoniert. In diesem Telefonat wurde über die konkrete Situation des Klägers gesprochen, ferner wurde eindeutig darauf hingewiesen, dass sich der Kläger um einen Normaltarif bemühen müsse. Im Hinblick auf diese Situation spielt es keine Rolle, dass der Kläger gegebenenfalls nicht ohne weiteres einen PKW zum Normaltarif erhalten hätte. Er hat hierzu indes überhaupt keine Anstrengungen unternommen, was indes von jedem Unfallgeschädigten zu fordern ist. Sein diesbezügliches Vorbringen führt im Ergebnis nicht dazu, dass ihm weitere Ansprüche zuzubilligen wären. Evidenter Weise wären ihm keinerlei Nachteile entstanden, wenn er ein oder zwei Tage lang nicht zur ARGE gefahren wäre, um sich nach Arbeit zu erkundigen. Es ist schon nicht erkennbar, dass die entsprechende ARGE nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar gewesen ist.

Der Hinweis auf anstehende und geplante Bewerbungstermine vermag gleichfalls daran nichts zu ändern. Dies gilt abgesehen von den vorstehenden Ausführungen auch deswegen, weil er nichts konkret dazu dargelegt hat, welche Termine wahrzunehmen dringend geboten gewesen wären. Es vermag auch nichts daran zu ändern, dass das Fahrzeug von seiner Lebensgefährtin genutzt wird. Ein 15-jähriger Heranwachsender ist regelmäßig in der Lage, allein die Schule aufzusuchen und weitere Umstände hierzu hat der Kläger nicht mitgeteilt.

Im Hinblick auf Vorstehendes, wäre es dem Kläger ohne weiteres zuzumuten gewesen, sich am Tag nach dem Unfall erneut mit der Beklagten in Verbindung zu setzen. Regelmäßig stellen angesichts der klaren Verhältnisse Versicherer Kapital zur Anmietung von Fahrzeugen zur Verfügung oder vermitteln einen Geschädigten an entsprechende Unternehmen. Hier hat der Kläger indes überhaupt nichts getan, um ihm Rahmen der Schadensminderung tätig zu werden.

Soweit das AG Aachen.

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