AG Cuxhaven verurteilt HUK-Coburg zur Zahlung der Sachverständigenkosten mit Urteil vom 11.10.2013 – 5 C 190/13 -.

Hallo verehrte Captain-Huk-Leser,

nachstehend geben wir Euch hier ein prima Urteil zu den  Sachverständigenkosten nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall  aus Cuxhaven gegen die HUK-Coburg Haftpflichtunterstützungskasse   bekannt. Kurz und knapp hat das Gericht die Frage der Aktivlegitimation des klagenden Geschädigten und die Frage der Erforderlichkeit der Sachverständigenkosten als Schadensposition des Geschädigten abgehandelt. Lest selbst und gebt Eure Kommentare ab.

Viele Grüße
Willi Wacker

Amtsgericht

Cuxhaven

5 C 1 90/13                                                                             Verkündet am: 11.10.2013

Im Namen des Volkes

Urteil

In dem Rechtsstreit

des Herrn (Geschädigter …)

gegen

HUK-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftf. Beamter Deutschlands a. G., vertr. d. d. Vorstand, Bahnhofsplatz, 96444 Goburg

hat das Amtsgericht Cuxhaven auf die mündliche Verhandlung vom 07.10.2013 durch den Richter …

für Recht erkannt:

1.) Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 102,32 Euro nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 16.05.2013 zu zahlen.

2.) Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.

3.) Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

Auf eine Darstellung des Tatbestandes wird gemäß § 313a ZPO verzichtet.

Entscheidungsgründe

Die Klage ist begründet.

Der Kläger hat gegen die Beklagte einen Schadensersatzanspruch in Höhe der Klageforderung gemäß §§ 7, 17 StVG, § 115 VVG.

Die Ansprüche scheitern nicht an der fehlenden Aktivlegitimation des Klägers, da dieser die Ansprüche jedenfalls nur zur Sicherheit an den Sachverständigen abgetreten hat und durch diese Abtretung ausdrücklich nicht von der Geltendmachung und Durchsetzung der Ansprüche gegenüber der Beklagten entbunden wurde.

Die Beklagte hat ihre grundsätzliche Einstandspflicht für vom Kläger zur Feststellung der Schadenshöhe aufgewendete Gutachterkosten nicht in Abrede gestellt. Dem Kläger steht als Teil seines Schadensersatzanspruchs jedoch über den von der Beklagten regulierten Betrag hinaus noch der klageweise geltend gemachte Betrag von 102,32 Euro zu.

Dabei kann dahinstehen, ob das von dem Kläger beglichene Honorar des Sachverständigen unverhältnismäßig ist.

Denn dies könnte dem Kläger nur dann entgegengehalten werden, wenn ihn ein Verschulden bei der Auswahl des Sachverständigen treffen würde oder die Überhöhung derart evident wäre, dass er dieses hätte erkennen müssen (Vgl. OLG Düsseldorf, AZ: 1 U 246/07, juris).

Dies ist vorliegend nicht der Fall.

Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass das Gutachten vorliegend nur eine Kostenhöhe erreicht, die weniger als 13 % des Schadens aus dem Verkehrsunifall ausmacht.

Die Rechnung des Sachverständigen vom 04.03.2013 ist auch hinreichend aufgegliedert, um jedenfalls für den durchschnittlich Geschädigten Veranlassung zur Bezahlung zu bieten. Zu einer Markterforschung vor Auftragsvergabe war der Kläger, worauf er in der Replik zutreffend hinweist, nicht verpflichtet.

Die Beklagte ist dadurch auch nicht etwa in ihren Einwendungen zur Rechnungshöhe abgeschnitten, denn sie kann sich gemäß § 255 BGB etwaige Ansprüche des Klägers aus ungerechtfertigter Bereicherung gegen den Sachverständigen abtreten lassen (vgl. OLG Naumburg, 4 U 49/05, juris).

Der zuerkannte Zinsanspruch beruht auf § 291 BGB.

Die Kostenentscheidung folgt aus § 91 ZPO.

Die Berufung war nicht zuzulassen, weil die Voraussetzungen hierfür nicht vorliegen, § 511 Abs. 4 ZPO.

Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit folgt aus den §§ 708 Ziff. 11, 713 ZPO.

Der Streitwert wird auf unter 300,00 Euro festgesetzt.

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Haftpflichtschaden, HUK-Coburg Versicherung, Sachverständigenhonorar, Urteile abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Kommentare zu AG Cuxhaven verurteilt HUK-Coburg zur Zahlung der Sachverständigenkosten mit Urteil vom 11.10.2013 – 5 C 190/13 -.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.