AG Dortmund verurteilt HUK-COBURG Allg. Vers AG zur Zahlung der abgetretenen Schadensersatzforderung auf Erstattung der Sachverständigenkosten für den Ein- und Ausbau des Stoßfängers mit Urteil vom 14.7.2014 – 414 C 485/14 -.

Hallo verehrte Captain-Huk-Leser,

zum beginnenden Wochenende geben wir Euch hier noch ein Urteil aus Dortmund zu den  Sachverständigenkosten aus abgetretenem Recht gegen die HUK-COBURG bekannt. Die HUK-COBURG Allgemeine Versicherungs AG wurde unter der Anschrifft und dem Sitz ihrer Niederlassung bzw. Schadenaussenstelle in Dortmund verklagt – und verurteilt. Da werden sich die sonst für die HUK-COBURG tätigen Anwälte aber wundern. Wieder bestritt die HUK-COBURG die Aktivlegitimation des klagenden Sachverständigen aus abgetretenem Recht, obwohl sie vorgerichtlich bereits aufgrund der Abtretungsvereinbarung an den Sachverstänigen gezahlt hatte. Zu Recht hat der erkennende Amtsrichter die beklagte HUK-COBURG auf ihr widersprüchliches Verhalten hingwiesen und ihr Bestreiten als unbeachtlich angesehen. So widersprüchlich und gegen Treu und Glauben gemäß § 242 BGB kann doch eigentlich eine Versicherung nicht agieren? Aber abgesehen von diesem treuwidrigen Verhalten wurden wieder durch die HUK-COBURG vom Sachverständigen berechnete und erforderliche Wiederherstellungskosten, in diesem Fall: Zerlegungskosten, gekürzt bzw. gänzlich gestrichen. Durch das vom Gericht eingeholte Sachverständigengutachten, was den Prozess für die HUK-COBURG noch verteuerte, wurde das Vorgehen des vorgerichtlich tätigen Schadensgutachters in vollem Umfang bestätigt. So vergeudet die HUK-COBURG auch ihr anvertraute Versichertengelder ohne Sinn und Verstand. Wirtschaftlich sinnvoll war das Bestreiten dieser Herstellungskosten wahrlich nicht. Folgerichtig – und zu Recht – wurde die HUK-COBURG daher auch verurteilt, diese abgetretene Schadensposition „Zerlegungskosten“ zu tragen, und zwar verzinslich und kostenpflichtig. Lest selbst und gebt bitte auch bei den beginnenden Herbstferien in Norddeutschland Eure Kommentare ab.  

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Willi Wacker

414 C 485/14

Amtsgericht Dortmund

IM NAMEN DES VOLKES

Urteil

In dem Rechtsstreit

des Herrn …

Klägers,

gegen

die HUK-Cobarg Allgemeine VersicherungsAG, vertr. d. d. Vorstand Dr. Wolfgang Weiler, Saarlandstr. 25, 44139 Dortmund,

Beklagte,

hat das Amtsgericht Dortmund
im vereinfachten Verfahren gemäß § 495a ZPO
am 14.07.2014
durch den Richter am Amtsgericht …

für Recht erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 108,28 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz der EZB seit dem 01.12.2013 zu zahlen.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Von einer Darstellung des Tatbestandes wird gemäß § 313a ZPO abgesehen.

Entscheidungsgründe:

Die Klage ist hinsichtlich des Hauptanspruchs nach dem Ergebnis der Beweisaufnähme begründet; hinsichtlich der vorgerichtlichen Kosten ist sie unbegründet, weil diese nicht begründet worden sind und zudem den Ausführungen der Beklagten dazu nicht widersprochen worden ist.

Soweit die Beklagte meint, der Kläger sei zur Geltendmachung der Sachverständigenkosten bereits nicht aktivlegitimiert, „eine Abtretungserklärung wird nicht vorgelegt, die Aktivlegitimation des Klägers wird ausdrücklich bestritten,“ reicht das angesichts der Tatsache, dass der Kläger unwidersprochen vorträgt, „der Beklagten liegt eine Abtretungserklärung des Geschädigten vor,“ für ein relevantes Bestreiten der Aktivlegitimation nicht aus. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Beklagte den Rest der über 498,28 € lautenden Rechnung des Sachverständigen/Klägers vom 22.10.2013 direkt an diesen gezahlt hat.
Davon abgesehen hat der Kläger mit Schriftsatz vom 20.03.2014 die Abtretungserklärung vorgelegt, ohne dass die Beklagte dazu noch Stellung genommen hat.

Zwischen den Parteien sind allein die in der Sachverständigenrechnung enthaltenen „Zerlegungskosten“ von 91,00 € netto bzw. 108,28 € brutto streitgegenständlich, weshalb die Ausführungen der Beklagten mit Ausnahme der unter g) auf Seite 8 >und Ziffer 4. auf Seite 9> in der Klageerwiderung in anderen Rechtsstreitigkeiten von Relevanz sein mögen, in dem vorliegenden sind sie es nicht.

Das Gericht hat über die Behauptung des Klägers, für die Erstellung des Sachverständigengutachtens vom 22.10.2013 bezüglich des Focus C-MAX (CAP) (->2007) Futura seien der Aus- und Einbau der Stoßstange mit einem Nettobetrag von 91,00 € erforderlich gewesen, um festzustellen, dass der Träger beschädigt war, Beweis durch Einholung eines Sachverständigengutachtens erhoben.

Das Gericht folgt den eingehenden und überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen G. in seinem Gutachten vom 17.06.2014.

Dieser hat festgestellt, dass zur genauen Schadenfeststellung der von dem Kläger gewählte Weg beschritten werden musste. Um die eindeutige Feststellung zu treffen, so fasst er zusammen, dass der äußerlich nicht sichtbare, von der Stoßfängerhaut verdeckte Träger der Anhängerkupplung beschädigt wurde und diese deshalb mit zu ersetzen war, musste die Stoßfängerhaut demontiert werden.

Die Entscheidung über die Zinsen beruht auf §§ 286 ff. BGB.

Die Nebenentscheidungen haben ihre Rechtsgrundlage in §§ 92 (2), 708 Nr. 11, 711, 713 ZPO.

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Abtretung, Haftpflichtschaden, HUK-Coburg Versicherung, Sachverständigenhonorar, Urteile abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu AG Dortmund verurteilt HUK-COBURG Allg. Vers AG zur Zahlung der abgetretenen Schadensersatzforderung auf Erstattung der Sachverständigenkosten für den Ein- und Ausbau des Stoßfängers mit Urteil vom 14.7.2014 – 414 C 485/14 -.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.