Mal etwas anderes: AG München weist Klage auf Zahlung weiterer Mietwagenkosten ab

Mit Urteil vom 10.07.2008 (331 C 2325/08) hat das AG München die Klage auf Zahlung weiterer Mietwagenkosten in Höhe von 913,39 € zzgl. Zinsen abgewiesen. Die Begründung ist beachtenswert:

Mit der Klage begehrt die Klägerin restliche Mietwagenkosten der Firma Autoverleih X GmbH.

Den Mietwagen mietete die Klägerin als Ersatz für ihr bei einem Verkehrsunfall vom xx.xx.2007 beschädigtes eigenes Fahrzeug an.

Gemäß Rechnung K2 stellte die Firma Autoverleih Y der Klägerin EUR 1.610,39 in Rechnung, von denen die Beklagte EUR 697,– wegfertigte.

Offen sind deshalb noch EUR 913,39.

Die Klägerin stellte den Antrag Blatt 9 der Akten.

Die Beklagte beantragte Klageabweisung.

Sie trug vor mit der Anmietung des Mietwagens habe die Klägerin gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen.

Die Klägerin hätte vor Anmietung des Mietwagens mehrere andere Angebote von Autovermietungen einholen müssen.

Die Klägerin hätte z.B. bei der Firma Sixt für die streitgegenständlichen 17 Tage einen Mietwagen für EUR 632,71 anmieten können oder bei der Firma AVIS einen solchen für EUR 697,–.

Durch die Anmietung des wesentlich teureren Mietwagens bei der Firma X habe sie gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen.

Entscheidungsgründe:

Die Klage ist unbegründet und zurückzuweisen.

Die Klägerin unterliegt der Schadensminderungspflicht gemäß § 254 Abs.2 BGB.

Danach liegt ein Mitverschulden des Geschädigten an einem Schaden vor, wenn es dieser unterlässt, den Schaden zu mindern.

Aus dieser Pflicht folgt zur Überzeugung des Gerichts, dass ein Unfallopfer bei der Anmietung eines Mietwagens mehrere Angebote erholen muss und dass er, danach das günstigste Objekt anmietet.

Zur Überzeugung des Gerichts kann einem Geschädigten, der wie die Klägerin selbst einen Internetauftritt unterhält, auch angesonnen werden, eine solche Recherche bei den gängigen Mietwagenfirmen im Internet durchzuführen.

Dann wäre die Klägerin, wie die Beklagte, als bald auf die in der Klageerwiderung vorgetragenen wesentlich günstigeren Angebote gestoßen.

Wegen der Schadensminderungspflicht war die Klägerin verpflichtet eines dieser wesentlich günstigeren Angebote, z. B. dasjenige der Firma Sixt oder der Firma AVIS anzunehmen. Deren Kosten sind aber bereits bezahlt, so dass der Klägerin keine weiteren Ansprüche zustehen.

Die Klage ist abzuweisen.

Kostenentscheidung: § 91 ZPO.

Soweit – fragwürdig – das AG München.

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