Schadensmanagement im Visier der Gerichte

Schadensmanagement im Visier der Gerichte

In der Zfs 1/2006 hat Herr Boris Schlüszler aus Gusborn einen sehr fundierten und durch sauber recherchierte Rechtsprechungshinweise hinterlegten Aufsatz zum obigen Thema verfasst. Er gelangt zu dem Ergebnis, dass das Schadensmanagement auf die Vermittlung für den Geschädigten fremder Rechtsgeschäfte (Werkverträge mit Partnerwerkstätten) abzielt und deshalb gegen das RBerG mit allen Konsequenzen verstößt.

Noch fast druckfrisch ist die Entscheidung der Berufungskammer des LG Nürnberg-Fürth in einem Verfahren gegen die DEVK, indem es um den Ersatz von Mietwagenkosten des klagenden Geschädigten ging.

Kurzsachverhalt:

Der Haftpflichtversicherer hatte dem Unfallopfer angeboten,

"Wir können Ihnen ein Mietfahrzeug zu einem Tagespreis von netto 50,00 € vermitteln (inkl. aller KM- und Haftungsbefreiung). Im Bedarfsfall rufen Sie uns bitte an."

Nach Auffassung der Kammer verstieß der klagende Geschädigte nicht gegen seine Schadensminderungspflicht dadurch, dass er dieses Angebot des Haftpflichtversicherers ausgeschlagen hatte.

Dieses Mietwagenvermittlungsangebot war nicht annahmefähig denn es verstieß gegen § 1 des RBerG und war deshalb nichtig. Die Kammer zitiert den Aufsatz von Schlüszler und teilt dessen Rechtsauffassung.

Besonderheit weiter:

Dem Geschädigten wurde der Unfallersatztarif kürzungslos zuerkannt; der Autovermieter des Geschädigten hatte sei der Mietwagenentscheidung des BGH nur noch einen einzigen, einheitlichen Tarif angeboten.

Mitgeteilt von Peter Pan im April 2006

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