Axel Springer Verlag berichtet in der Hörzu: „Aus Schaden klug?“

Ein Autounfall ist schon ärgerlich genug. Aber oft werden Geschädigte auch noch übervorteilt, weil Versicherer und Kfz-Betriebe Hand in Hand arbeiten.

Mal angenommen, Sie sind als Autofahrer in einen Unfall verwickelt.
Obwohl es zum Glück keine Verletzten gibt, ist der Wagen so lädiert, dass er sofort in die Werkstatt muss. Dort sagt der Kundendienst-Meister: „Wenn Sie wollen, können wir die Schadensregulierung mit der gegnerischen Haftpflicht gern übernehmen. Mit lästigem Papierkram haben Sie dann nichts zu tun.

„Klingt verlockend, oder?

„Ich kann vor einem solchen Schritt nur warnen, der nach dem neuen Rechtsdienstleistungsgesetz, das das Bundeskabinett gerade verabschiedet hat, völlig legal ist“ , sagt Michael Prox, Rechtsanwalt aus
Kaltenkirchen und Präsident der Schleswig-Holsteinischen Rechtsanwaltskammer. Sein Argument: Werkstatt und Versicherung haben handfeste Eigeninteressen, gegen die man als Geschädigter nur schwer ankommt. „Erst wenn die Versicherung es ablehnt, einen Teil der Kosten zu übernehmen, droht das böse Erwachen.“

Sofort Schuldfrage klären

Für die Werkstatt kann es nämlich durchaus interessanter sein, dem Geschädigten ein neues Auto aufzudrängen – und mit dem Unfallwagen selber zu handeln. „Man wird es auch keinem Autohaus verdenken können, dass es dem Kunden einen teuren Leihwagen aufschwatzt, denn schließlich tragen solche Einkünfte zum Erfolg des Betriebs bei“, so Prox. Um hinterher nicht auf hohen Kosten sitzen zu bleiben, rät er, nach einem Unfall zuallererst die Haftungsfrage zu klären.

„Fast alle, die zu mir kommen, halten sich für Unschuldslämmer.“ Dass hinterher trotzdem oft eine Mitschuld besteht, liegt an der sogenannten Betriebsgefahr, die von jedem motorisierten Fahrzeug ausgeht.

Das heißt: Auch wenn Sie gegen keine Verkehrsregel verstoßen und keinen Fahrfehler begangen haben, kann Ihnen eine Mitschuld angelastet werden, deren Quote meist 25 Prozent beträgt. Dieser Anteil, den die gegnerische Versicherung nicht ersetzt, geht voll zu Ihren Lasten.
Auch Kosten für einen Leihwagen, den man für die Dauer der Reparatur beanspruchen kann, fallen darunter. „Mieten Sie am besten ein klassenniedrigeres Fahrzeug“, rät Sven Walentowski vom Deutschen Anwaltverein. Ansonsten kann es nämlich passieren, dass der Versicherer die Erstattungsleistung abermals kürzt, und zwar um die sogenannte Eigenersparnis.

Hat das Auto durch den Unfall an Wert verloren, ist die Versicherung ebenfalls ersatzpflichtig. Wird der Gutachter von Seiten der Assekuranz gestellt, ist jedoch Vorsicht geboten. „Fühlt sich der Gutachter seinem Auftraggeber verpflichtet, besteht die Gefahr, dass er den Wertverlust zu niedrig ansetzt oder sogar komplett unter den Tisch fallen lässt“, sagt Prox. Sein Tipp: Nutzen Sie Ihr Wahlrecht und bestimmen den Gutachter selber. Kosten dafür trägt die gegnerische Versicherung.

Abschrift aus Hörzu.*

*Bild entfernt

Mit freundlichen Grüßen

SV Sander

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