Handelsblatt: „Schufa, HIS und Co. Was Auskunfteien alles über Sie wissen“

Die HIS-Datei  – das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft – war bereits des öfteren Thema im CAPTAIN-HUK-Blog.  Zunächst wurde uns Versicherten das Datensammelkonstrukt der Versicherer als Mittel zur Betrugsabwehr verkauft.

Jetzt definiert der GDV die Aufgabe der Datenbank reichlich umfassender:

Versicherungsbetrug bekämpfen, Risikoprüfung effizient gestalten: Das sind die Aufgaben des Hinweis- und Informationssystems (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft. Das System arbeitet zum Vorteil aller Versicherten, denn der Versichertengemeinschaft entsteht jährlich ein Schaden von rund vier Milliarden Euro aufgrund fehlerhafter, unwahrer, unvollständiger oder betrügerischer Angaben.

Ebenso wie persönliche Daten der Versicherten sollten keine Daten zur  Privaten Krankenversicherung in die HIS-Datei einfließen. Folgt man jedoch den Ausführungen vom Handelsblatt, ist dies längst Schnee von Gestern:

Keine Selbstauskunft beim HIS

(……..)

In der Krankenversicherung können noch weitere Informationen über Versicherte in der Branche umherschwirren, ohne dass diese das wissen. Das liegt am „System der Versichertenumfrage“, mit dem die Krankenversicherer Betrug bei Bestandskunden bekämpfen wollen. Namen von Antragstellern, mit denen kein Vertrag zustande gekommen ist, werden laut PKV-Verband dagegen nicht gespeichert. Verbandssprecher Dominik Heck versichert, angewandt werde das System nur als „seltene Ausnahme“ bei ernsthaften und schwerwiegenden Verdachtsmomenten.

„Das System ist intransparent“

(…..)

„Das System der privaten Krankenversicherer ist intransparent“, sagt Rindermann. Auch Thilo Weichert, oberster Datenschützer in Schleswig-Holstein, hält das Verfahren für „nicht vereinbar mit unserem Datenschutzrecht“. Laut „Handelsblatt“ will sich der PKV-Verband in den kommenden Monaten dem HIS anschließen.

———————————————————————————————-

Auch wenn sich der nachfolgende Artikel streckenweise wie eine unterhaltsame Geschichte liest, offenbart sich doch ein Skandal, der seinesgleichen sucht. Versicherer und Banken agieren mittels Schufa und HIS-Datei als Staat im  Staate,  in dem Wissen frei jeglicher rechtlicher Konsequenzen.  Während der Einzelne dem System schutzlos bis diskriminierend sowie verachtet bis hilflos ausgeliefert ist.

Schufa, HIS und Co. Was Auskunfteien alles über Sie wissen

Banken und Versicherer sammeln und speichern massenhaft Informationen, zum Teil mithilfe spezialisierter Dienstleister. Was wissen sie über mich, welche Nachteile drohen mir dadurch – und wie kann ich mich schützen?

Quelle: Handelsblatt, alles lesen >>>>>>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Datenschutzgesetz, HIS - Uniwagnis veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Handelsblatt: „Schufa, HIS und Co. Was Auskunfteien alles über Sie wissen“

  1. Willi Wacker sagt:

    Der GDV verschweigt aber, wie viele Milliarden die Versicherungswirtschaft durch rechtswidrige Sachadensersatzkürzungen im materiellen, aber auch im mmateriellen Bereich, Herr Lütgert vom NDR berichtete im Fernsehen darüber, einbehält, die ihr nicht zustehen.

  2. BGH Leser sagt:

    Aus langjähriger Erfahrung sind mir persönlich keine 5 Promille von Betrugsfällen durch Kunden bekannt.
    Dem gegenüber stehen ca. 80 Prozent versuchter rechtswidriger Schadenskürzung durch die Versicherungswirtschaft.

    Respekt GDV – Wer sind denn nun die Betrüger???

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.