Allianz erkennt die Schäden nicht

Nachdem nun auch die Allianz in mehreren Fällen einsehen musste, dass es kein generelles Nachbesichtigungsrecht des Versicherers im Haftpflichtschadenfall gibt, haben sich die „Oberen“ etwas anderes ausgedacht. Um das Nachbesichtigungsbegehren nun zu begründen, wird behauptet, dass der Schaden auf den Bildern des Gutachtens nicht erkennbar bzw. nicht nachvollziehbar sei.

Sicher kann es im Einzelfall durchaus sein, dass Bilder ungünstig aufgenommen wurden und somit Schäden nicht ohne weiteres erkennbar sind. In diesem Fall kann aber bereits der Kunde des SV diesen auffordern noch einmal aussagekräftige Bilder nachzuliefern. Wenn aber der Geschädigte bei mir anruft und mir das Nachbesichtigungsbegehren der Allianz mitteilt und im gleichen Atemzug sagt, dass er selbst als Laie aber alle Schäden problemlos erkennen konnte, dann kann es sich nur um ein „Ablenkungsmanöver“ der Allianz handeln, um das Fahrzeug nochmal zu besichtigen, um den Schaden zu reduzieren.

Es kann jedem Geschädigten nur geraten werden eine Nachbesichtigung der Allianz vorab mit dem eigenen SV und dem Anwalt durchzusprechen. Es gibt zwar Gründe, die eine Nachbesichtigung rechtfertigen, aber nicht jeder von der Allianz angeführte Grund liegt auch vor oder erfordert tatsächlich eine Nachbesichtigung.

Grundsätzlich sollte man sich im Klaren darüber sein, dass es kein generelles Nachbesichtigungsrecht gibt und so gut wie alle Versicherer eine Nachbesichtigung nur dazu benutzen, um den Anspruch des Geschädigten zu reduzieren. Bei der Allianz ist dieses Verhalten besonderes ausgeprägt zu beobachten. Wenn man dennoch eine Nachbesichtigung zulassen will, sollten vorher über den spätestens jetzt einzuschaltenden Anwalt schriftlich der Grund und der genaue Umfang det Nachbesichtigung erfragt werden. Gleichzeitig soll die Versicherung die Übernahme der Kosten des eigenen SV, der zur Waffengleichheit bei der Nachbesichtigung anwesend sein sollte, im Rahmen der Haftung erklären.

Denn wenn der Versicherer erhebliche Bedenken zur Haftungsquote hat, also ein Mitverschulden des Geschädigten annimmt, dann kann er eine Gegenüberstellung veranlassen und muss auch keine Angst vor den zusätzlichen Kosten des SV haben, die ja dann nur nach Quote reguliert werden.

Aber Achtung: Nur weil der Versicherer eventuell einen unklaren Hergang behauptet, liegt dies nicht in jedem Fall auch vor! Auch hier ist zuerst Rücksprache mit dem eigenen Anwalt und dem eigenen SV erforderlich.

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