Analysenergebnis der unvollständigen Honorarauszahlungen an Geschädigte der HUK-Coburg.

Vor einiger Zeit wurde von mir, in meiner Eigenschaft als von der Regierung von Oberbayern, öffentlich bestellter und beeidigter Honorarsachverständiger, eine Umfrage hier bei C-H durchgeführt, bezüglich von der Fa. HUK-COBURG unvollständig bezahlter, deliktischer Schadenersatzansprüche an Unfallgeschädigte.

Der Hintergrund dieser Umfrage bezog sich in diesen Fällen auf nicht nachvollziehbare Teilzahlungen der SV-Honorare, welche den Geschädigten in vielen Fällen von der Fa. HUK-Coburg drastisch gekürzt wurden.

Der Umfrage ging eine Beauftragung eines Verkehrsrechtsanwaltes voraus, welcher mich gebeten hat, das Umfrageergebnis hier in Kurzform zu veröffentlichen.

Somit sind folgende Erkenntnisse im Ergebnis als GA eines ö.b.u.b. SV zu bewerten und auch so zu verwenden.

 

41 Sachverständige haben sich bei der Umfrage beteiligt und dem Unterzeichner 148 Schreiben mit Kürzungen zugesandt, gefaxt u. gemailt.
Von jedem Vorgang waren  alle relevanten Daten vorhanden um eine sachgerechte Bewertung durchführen zu können und Manipulationen und Doppelwertungen auszuschließen.
Die zu bewertenden Unterlagen kamen aus allen Bereichen Deutschlands.

In der Kurzfassung ergab die Analyse der Daten folgendes:

Wenn man die verschiedenen Beträge betrachtete, welche ausbezahlt bzw. abgezogen wurden, war vorerst insbesondere für Außenstehende kein System der Vorgehensweise bezüglich der Kürzungen zu erkennen.
Erst als der Unterzeichner aus seinem Fundus, alte Verbandslisten des BVSK , sowie alte Arbeitsanweisungen der HUK-Coburg verglichen hat und diese Parallelen unterzog, wurde der Kürzungsmodus ersichtlich.

Die Honorarkürzungen erfolgten nicht aufgrund einer üblichen und festgestellten Honorarspanne sondern nach einem schematischen % Abzug von einer Abspracheliste des BVSK/HUK-Coburg über Bruttoendbeträge aus dem Jahr Stand April 2002 . Hier war und ist der signifikanter Zusammenhang vorhanden!

Das ist diese Liste welche bei einem Gegenstandswert von € 500,00 ein Bruttoendhonorar von € 170,36 ausweist und bei einem Gegenstandswert von € 15.300 ein Bruttoendhonorar von € 963,33 beinhaltet.

Vorgenanntes kann man nachvollziehen, wenn man das SV- Bruttohonorar und den Gegenstandswert betrachtet und mit der besagten BVSK -Liste vergleicht.
Teilt man nun (im Reparaturfall) die von der HUK-Coburg zugedachte Honorarsumme durch 80 und multipliziert sie dann mit 100,  ergibt das ziemlich genau die alten BVSK/HUK-COBURG Absprachewerte brutto.
Im Totalschadenfall oder bei 100%iger BVSK/HUK-Coburg Honorarüberschreitung ist die zugedachte Summe durch 60 zu teilen und dann mit 100 zu mulziplizieren.
Kleine Differenzen sind immer vorhanden, weil nicht ersichtlich ist, wie genau der jeweilige Sachbearbeiter die Gegenstandserte bzw die Spannen abgreift.
Das heißt hier wird nicht nach Üblichkeit sondern bundesweit nach einem vorgegebenen Schema gehandelt .

Grundsätzlich wird bei Honorarüberschreitung der alten 2002 BVSK-Bruttohonorartabelle nur ein SV Honorar von ca.20% unter BVSK bezahlt.
Bei Überschreitung des BVSK Bruttoendbetrages um 100 %, oder im Totalschadenfall werden nur noch ca.60%  der alten 2002 BVSK/HUK-Coburg Bruttohonorarliste bezahlt.

Das Ergebnis in Zahlen: 

1. Die durchschnittliche Schadensumme aller 148 Schäden
    = € 2.702,82 brutto

2. Das durchschnittlich geforderte SV-Honorar war bzw.
    = €   529,22 brutto (aus €2702.82 brutto Gegenstandswert)

3. Die durchschnittliche Honorarbezahlung der HUk-Coburg an Geschädigte
    = €    290,38 brutto (aus €2702.82 brutto Gegenstandswert)

4. Der durchschnittliche  Bruttoabsprachewert des BVSK aus 2002
   = €    375,03 brutto (aus  € 2702.82 brutto Gegenstandswert)

5. Die durchschnittliche Honorarbezahlung der HUk-Coburg an Geschädigte
    =  56,16% aus den erstellten Honorarrechnungen der SV.

6. Die durchschnittlichen Honorarabzüge der HUk-Coburg bei Geschädigten
    =  43,84% aus den erstellten Honorarrechnungen der SV.

7. Die anteilmäßigen Honorarzahlungen der HUK-COBURG bewegen sich von
    =  25,86% – 86,6% des geforderten SV Honorars.

8. Die anteilmäßigen Auszahlungsquoten der HUK-COBURG, gemessen im
    Bezug zur alten BVSK Tabelle 2002 lagen im Minimumin bei 54,05% und Max. bei 111,06%!!

9. Die durchnittliche Honorarzuteilung der HUK-COBURG an Geschädigte lag somit bei nur Anteiligen 77,42%
    bzw.22,58% unter dem alten Absprachewert BVSK/HUK-COBURG aus 2002.
 
Diese Honoraranalyse ist für SV und gleichermaßen für RA uneingeschränkt verwertbar.

Der Sachverständige

Franz Hiltscher

    
 

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10 Kommentare zu Analysenergebnis der unvollständigen Honorarauszahlungen an Geschädigte der HUK-Coburg.

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