Arroganz vom Feinsten: Aktuelles Schreiben der Allianz Versicherung an einen Kfz-Sachverständigen bezüglich Kürzung der Sachverständigenkosten

Hier ein Schreiben der Allianz Versicherung vom 21.01.2015, das an Frechheit und Arroganz kaum noch zu überbieten ist? Die Allianz Versicherung kürzt rechtswidrig die Sachverständigenkosten und will den Sachverständigen dann noch dazu bringen, den Versicherungsnehmer der Allianz NICHT auf die Restzahlung in Anspruch zu nehmen. Der Kürzungsbetrag lag hier übrigens bei EUR 60,69.

Sehr geehrte Damen und Herren,

den von Ihnen geforderten Rechnungsbetrag halten wir für überhöht. Deshalb haben wir ihn auf die angemessene Höhe gekürzt und gleichzeitig den Betrag von 465,11 EUR an Sie überwiesen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unser Abrechnungsschreiben vom 02.01.2015.

Sollten Sie die Kostenrechnung durch unsere Zahlung nicht als angemessen ausgeglichen ansehen, legen Sie uns bitte schriftlich dar, warum die geltend gemachten Kosten, die für Sachverständigenleistung ortsübliche Vergütung in der Region darstellen.

Der Versicherungsnehmer wird in diesem Schadenfall von uns vertreten. Forderungsschreiben direkt an den Versicherungsnehmer sind deshalb unzulässig. Den weiteren Schriftverkehr führen Sie bitte nur mit unserem Haus.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Allianz

Liebe Allianz,

unzulässig ist es nur, den Schadensersatz rechtswidrig zu kürzen, wie hier geschehen. Was die Allianz als Schädigerversicherung für „angemessen“ hält oder nicht, interessiert beim Schadenssersatzrecht einen „feuchten Kehrricht“. Für eine mögliche Überhöhung der Kosten ist die Allianz Versicherung ggf. beweisbelastet und nicht umgekehrt. Darüber hinaus erzeugt die lächerliche Forderung – den VN der Allianz nicht zu behelligen – beim Sachverständigen bestenfalls ein müdes Lächeln.
Denn nicht der Schädiger bestimmt, welcher Schuldner für offene Forderungen einzustehen hat, sondern immer noch das Gesetz. Und gemäß BGB obliegt es hier dem Sachverständigen, ob er seine Forderung bei der Allianz, beim Fahrer, beim Halter oder bei allen gemeinsam geltend macht.

Wie man so hört, sollen Mitarbeiter der HUK zur Allianz gewechselt haben. Deshalb verwundert es auch nicht weiter, dass inzwischen der „Coburger Mist“ auch von der Allianz praktiziert und kommuniziert wird.

Eines bestätigen jedoch Schreiben wie diese immer wieder. Die Versicherer haben wohl erhebliche Probleme, wenn man deren Versicherungsnehmer bei Kürzungen in die Pflicht nimmt? Insbesondere da man schon prophylaktische Schreiben an die „Geprellten“, wie das obige, verschickt. Da ist wohl immer richtig „Feuer unterm Dach“, sofern die Kunden mit dem rechtswidrigem Schadensmanagement „Ihrer Allianz“ konfrontiert werden?

Deshalb sollten alle Geschädigten sowie deren Rechtsanwälte – bei sämtlichen Kürzungen durch die Versicherer – stets nur noch die Restforderungen bei den Versicherungsnehmern der gegnerischen Versicherung geltend machen. Also nicht nur bei gekürzten Sachverständigenkosten, sondern auch bei gekürzten Mietwagenkosten, bei Kürzungen im Rahmen der fiktiven Abrechnung, Nutzungsausfall, Wertminderung, Schmerzensgeld usw..

Alle unsere Informanten, die zu dieser Strategie übergegangen sind, haben bisher nur Positives berichtet.

Siehe auch:

Captain-HUK-Beitrag vom 08.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 15.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 24.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 30.06.2014

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5 Kommentare zu Arroganz vom Feinsten: Aktuelles Schreiben der Allianz Versicherung an einen Kfz-Sachverständigen bezüglich Kürzung der Sachverständigenkosten

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