Versicherer breiten das Schadenmanagement-Leichentuch über die deutsche K. u. L.-Reparaturlandschaft aus

Eine junge Frau auf dem Weg zur Arbeit. Hundertmal bestimmt ist sie den Weg schon gefahren. Irgendwann einmal später wird ihr Auto die Route alleine finden. Nur heute, heute muss noch stehst und ständig mit den Fahrfehlern der Anderen gerechnet werden. Obwohl also besagte junge Frau, wie es so schön heißt, von rechts kommt, mochte der Fahrer sein Fahrzeug von links nicht halten. Die Karosserien kommen sich näher, viel zu nahe. Vor Schreck denkt weder Frau von rechts noch Mann von links daran, die Unfallstelle abzusichern. Frau ist sich nicht mal mehr sicher, ob sie wirklich Vorfahrt hatte. Gut, dass da jemand anhält, der den Durchblick hat. Machen Sie mit dem Handy Fotos von der Unfallstelle, insbesondere von den Endständen der Fahrzeuge. Fotografieren Sie so, dass auch das Kennzeichen des anderen Fahrzeuges gut getroffen wird. Notieren Sie sich zudem den Namen des Fahrers, da es sich um ein Firmenfahrzeug handelt. Lassen sie sich nicht mit dem Versicherer des Schädigers ein. Bringen sie ihr Fahrzeug nach der polizeilichen Unfallaufnahme in ihre Werkstatt.

„Oh danke, danke, ich bin ja so aufgeregt.“ Die junge Frau vereinbart mit mir noch die Erstellung des Schadengutachtens und ich mache mich wieder auf den Weg.

Der mittägliche Anruf in der Kundenwerkstatt brachte es dann jedoch an den Tag. Es hat sich schon erledigt, es kommt der Sachverständige so und so. Wie kann das sein? Ja, der kommt immer bei uns. Wie, das Unfallopfer will doch mich! Ah ich verstehe, wie viel zahlt so und so, damit er kommen darf. Das wisse er nicht, das weiß nur die Sekretärin, so der Gesprächspartner.

Später der Betriebsinhaber, die arme Frau war ja so geschockt. Ja, bestätige ich. Gerade deshalb war sie ja so dankbar, dass ihr jemand geholfen hat. Und Sie können froh sein, dass das niemand war, der Ihnen Ihre Kundin vom Hof gelockt hat. Ja, diese Erfahrung musste er bei den Versicherern schon oft machen. Aha! War es jetzt raus? Laufen die Geschäfte schlechter als sie dürfen? Braucht man den noch so kleinen (schwarzen) Obolus von Sachverständigen, um noch ein wenig länger am Leben zu bleiben??

Mein Gedanke: Wenn der so auserwählte Sachverstand nicht´s besseres zu bieten hat, dann ist der Wille eben das verdiente Himmelreich.

Warum erzähle ich das, weil hier seitens der Werkstatt und des „Kollegen“ ein klarer Wettbewerbsverstoß vorliegt? Nicht nur.  Klassischer kann nämlich ein Beispiel nicht sein, wie kurzsichtig, unwissend  und unfähig, wohl auch weil allein gelassen, so wie hier, viele Werkstätten um ihre Existenz kämpfen. Immer öfter zwei „ja so gute Freunde“ mit am Grab der Schädiger unabhängigen Schadenregulierung schaufeln?

So, wer es immer noch nicht verstanden hat? Es kommt zwar schlimm, aber so schlimm denn auch wieder nicht und es trifft garantiert den Anderen!?

Lest es nach – bei Autohaus online:

 Kaputt(gemachte)e Märkte

Das Blatt werde sich jedoch wieder wenden – nämlich dann, wenn eine kritische Masse erreicht sei. Wenn 90 Prozent der Reparaturen so schlecht ausgeführt werden, dass die Versicherer sagen: So kann es nicht weitergehen. Die Reparaturbranche werde überleben, wenn auch in anderen Größenordnungen.

 

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8 Antworten zu Versicherer breiten das Schadenmanagement-Leichentuch über die deutsche K. u. L.-Reparaturlandschaft aus

  1. hans olg sagt:

    virus-Werbung am Unfallort ist strengstens untersagt (mehrfach durch BGH usw.)-natürlich auch hochgradig wettbewerbswidrig.

  2. Andreas sagt:

    War ja keine Werbung von virus. Auch ich habe schon bei Unfällen geholfen und mitgeteilt, wenn es noch (technische) Fragen gäbe, können mich die Beteiligten anrufen und meine Visitenkarte hergegeben. Und zwar an beide, Schädiger und Geschädigtem. Wenn hinterher ein Auftrag daraus erwächst, ist das nett, muss aber nicht.

    Viele Grüße

    Andreas

  3. Netzfundstück sagt:

    @ hans olg Samstag, 17.12.2011 um 00:15

    virus-Werbung am Unfallort ist strengstens untersagt (mehrfach durch BGH usw.)-natürlich auch hochgradig wettbewerbswidrig.

    Nee, nich! Hans, kann es sein, dass du den Lobbyisten etwas weit hinterherhinkst?

    Zum Selbststudium sei empfohlen:

    http://www.heise.de/autos/artikel/eCall-EU-will-ab-2015-automatisches-Notrufsystem-fuer-Neuwagen-1339879.html

    eCall: EU will ab 2015 automatisches Notrufsystem für Neuwagen

    „Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen vom Jahr 2015 an alle neuen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit einer automatischen Notruffunktion ausgerüstet werden. Das eCall getaufte System soll nach einem schweren Unfall selbsttätig die Notrufnummer 112 anwählen und Daten über den Standort des Fahrzeugs an die Notrufzentrale übermitteln. Dies soll die Chancen auf Rettung zum Beispiel für bewusstlose Insassen erhöhen. Um einen Notruf auszulösen, nutzt eCall die Daten der Fahrzeugelektronik – zum Beispiel, wenn die Airbags auslösen.“

    als auch:

    http://www.autohaus.de/thomas-geck-gibt-ausblick-auf-die-huk-k-l-welt-2012-1088310.html?_apg=2

    Forderung nach offenen Schnittstellen bei e/b/cCall

    „AH: Haben Sie ein „Gegenkonzept“?
    T. Geck: Selbstverständlich haben wir uns damit intensivst befasst und treten bereits heute für die Sicherstellung gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle Marktbeteiligten bei eCall sowie die freie Wahl des präferierten Serviceproviders für e/b/cCall (Anm. d. Red.: emergency/breakdown/conciergeCall) durch den Autofahrer ein. Abgesehen vom automatischen Notruf an die Rettungsleitstelle bei einem schweren Unfall muss die von uns geforderte Schnittstelle „offen“ sein. Das heißt, der Autofahrer muss entscheiden können, ob er beim Drücken auf die entsprechende Pannen- oder Servicetaste im Auto mit dem Versicherer, dem Hersteller oder einem Assisteur verbunden werden möchte. Und wir setzen uns zudem dafür ein, dass beim Angebot möglicher Zusatzdienste selbstverständlich alle datenschutzrechtlichen Aspekte eingehalten werden.“

  4. virus sagt:

    Hallo Hans Olg,

    ich weiß ja nicht, wie du das handhabst? Ich fahre dann nicht an einem Unfall vorbei, wenn eindeutig Hilfe von Nöten ist.
    Und wenn doch etwas wettbewerbswidrig ist, dann wohl das Schadenmanagement der Kfz-Versicherer und der Rechtsschutzversicherer. Ich habe es immer noch im Ohr, Herr Heitmann – wir wollen Haftpflichtschäden wie Kaskoschäden abwickeln. Wen interessiert es? Die BaFin nicht und die Wettbewerbszentrale schon 3mal nicht.

    Lieber Hans Olg, was mich eher wundert, dass keiner eine Meinung dazu hat, wenn „Kollegen“ wie hier mit Schwarzgeldzahlungen operieren.

    Mit nachdenklichen Grüßen

    Virus

  5. Andreas sagt:

    Hallo virus,

    das Problem der Provisionen ist doch allgemein bekannt, nur nachweisen ist kaum möglich!

    Der SV, der Provisionen zahlt, sagts nicht offen. Der Meister, der sie annimmt, sagts auch nicht offen.

    Ich weiß hier auch von zwei SV, die Proisionen zahlen. Und jetzt. Ich kann sie wettbewerbsrechtlich belangen und stehe in der Beweispflicht. Aber wenn ich die jeweiligen Meister als Zeugen benenne, dann werden die kaum alles „auspacken“.

    Wer auf Provisionen eines SV angewiesen ist, hat einen SV erwischt, der die Schäden nur unvollständig kalkuliert, sonst würde es um die 50,- Euro Provision nicht gehen. Und das sollte den Provisionsnehmern einmal klar gemacht werden. Eine vernünftige und vertrauensvolle Basis ist der Schlüssel zum Erfolg.

    Und die Werkstatt, die einen Kunden von mir fernhält, weil ein anderer Kollege Provisionen zahlt, hat ganz andere Probleme (und zwar nur in technischer Sicht!). Denn niemand hält mich davon ab, Reparaturarbeiten zu überprüfen und bei Reparaturmängel das volle Programm aufzufahren.

    Grüße

    Andreas

  6. Der Hukflüsterer sagt:

    @ Andreas

    „..das Problem der Provisionen ist doch allgemein bekannt, nur nachweisen ist kaum möglich!“

    Hallo Andreas,
    nichts ist einfacher als das. Nimm die SV der SSH als Anfang. Jeder SSH SV muß an die SSH GmbH pro Auftrag eine Vermittlungsprovision bezahlen.
    Diese Provision wird unter denn Versicherungsvorständen, so wurde mir von einem SSH`ler berichtet, als Aufwandsentschädigung für Vorstandssitzungen brüderlich geteilt. Ca. 1,2 Millionen vermittelte Schäden x (DM 18.- damals) € 12.- geteilt durch 68 Vorstände, anteilig der Auftragsverteilung ist doch auch kein Pappenstiel. Oder?
    Und das alles zum Wohle der Versichertengemeindschaft!!
    Ach ja, ein bischen erhält die SSH GmbH auch davon als Geschäftskosten.

  7. Frank sagt:

    Zitat:..Ca. 1,2 Millionen vermittelte Schäden x (DM 18.- damals) € 12.- geteilt durch 68 Vorstände, anteilig der Auftragsverteilung ist doch auch kein Pappenstiel.–Ende

    Ob da das Finanzamt von den ca. 200.000 auch was bekommt??

    Dürfte das FA sicherlich interessieren.

  8. virus sagt:

    Hallo zusammen,
    hat denn keiner von euch die Juni-Ausgabe „KFZ SCHADEN MANAGER“ erhalten? Und hat auch keiner auf den Seiten 38 bis 44 gelesen? Auf Seite 26 steht: „87,5% der Partnerwerkstätten erwirtschaften mit ihrer handwerklichen Leistung keine Gewinne“. Dennoch haben die K+L-Betriebe es immer noch nicht „geschnallt“ dass man gerade Unfallschäden nicht mal so nebenbei „kalkuliert“, dass gutachterliche Tätigkeit seinen Preis hat, den die Versicherer auf den Rücken der Kfz-Reparaturbetriebe so ganz nebenbei „einsparen“. Und, Anwalt für die Kunden soll man auch noch sein, so ganz ohne Vergütung auch hier, versteht sich. Ein „Stefan Höslinger, Heppunternehmesimpulse, Münster“ meint: „Die Betriebe brauchen den Schadenmananger sehr dringend“ Na, dem stimme ich doch zu und gehe noch einen Schritt weiter. Die Betriebe brauchen, einen Manager der sich selber trägt, der sein Handwerk versteht, der für sein Tun haftet. Ja, genau. Die Betriebe brauchen den unabhängigen Sachverstand und einen qualifizierten Rechtsbeistand.
    Mal sehen wie lange es noch dauert, bis man in den K+L-Betrieben darauf kommt, dass man genau das alles mittels Anruf, also für ganz kleines Geld, haben kann.
    Den „Schadenmanager“ alà S. Höslinger, den brauchen nur Versicherer, damit sie gut leben – von der Arbeit anderer und auf deren Kosten.

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