VHV Versicherung „zugedröhnt“ im rechtswidrigen Größenwahn?

Hier ein Schreiben der VHV Versicherung an einen freien und unabhängigen Kfz-Sachverständigen vom 04.09.2014:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir bearbeiten den Schaden unter der oben rechts stehenden Schadennummer. Bitte geben Sie uns diese immer an.

Ihre Korrespondenz senden Sie bitte an folgende Adresse:
VHV Allgemeine Versicherung AG, 30156 Hannover.
Ihre Gebührenrechung können wir nicht erstatten. Vor Ihrer Beauftragung am 07.07.2014 haben wir den Ehemann der Anspruchstellerin darauf hingewiesen, dass ein Gutachten erst ab einer Schadenhöhe von 5.000 EUR erforderlich ist. Die Schadenhöhe liegt weit unter diesem Betrag. Wir verweisen auf die Schadensminderungspflicht. Bitte wenden Sie sich bezüglich Ihrer Gebühren an Ihre Kundin.

Mit freundlichen Grüßen
VHV Allgemeine Versicherung AG

Das mit dem Kunden in Anspruch nehmen hat schon was. Nur hat die VHV hierbei irgend etwas gehörig verpeilt?

Liebe VHV:
Bei zahlungsunwilligen Versicherern wird in der Regel der Kunde der Versicherung „zur Ader gelassen“ und nicht der Kunde des Sachverständigen. Der VN der VHV Versicherung wird hier nun seine wahre Freude haben, sobald die Klage ohne Vorwarnung einschlägt, nur weil sein Versicherer sich völlig rechtswidrig verhält. Und das so kurz vor dem 30.11.? Da kommt richtig Freude auf!

Einige Versicherungsleute scheinen total „besoffen“ vom Schadensmanagment – oder haben ein gehöriges Rad ab?

Zum einen ist das Recht zur Beauftragung eines Sachverständigen durch den Geschädigten geltendes Recht. Maßgebend ist hierbei die Sicht des Geschädigten und nicht die Sicht des Schädigers (Versicherung). Zum anderen stellt sich bei frechen Schreiben – wie dem gegenständlichen – eine grundsätzliche Frage? Wäre der Ehemann der Geschädigten überhaupt „aktivlegitimiert“ zur Abgabe irgendwelcher Erklärungen gegenüber der eintrittspflichtigen Versicherung? Wie man dem Schreiben unschwer entnehmen kann, wurden jedoch nicht einmal irgendwelche Zusicherungen gegenüber der Versicherung gemacht. Die Versicherung hat lediglich einseitig daraufhin gewiesen, dass die Beauftragung eines Sachverständigen bei Schäden unter 5.000 Euro (ihrer Ansicht nach) nicht erfoderlich sei und gründet darauf nun eine Zahlungsverweigerung von Schadensersatz.

Sofern Aussagen wie diese nicht klar und deutlich als Meinung deklariert werden (und das ist hier der Fall), nenne ich so etwas eine (falsche) Rechtsberatung mit der Absicht, Geschädigte in ihren Rechten erheblich zu beschneiden und bei nächster Gelegenheit ggf. über den Tisch zu ziehen?

Mit Schreiben wie diesen sollte sich u.a. auch die „Unterlassungsfraktion“ etwas eingehender beschäftigen.

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

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