AG Frankfurt am Main verurteilt VHV Versicherung zur Erstattung der außergerichtlich gekürzten Sachverständigenkosten in Höhe von EUR 24,86 (29 C 766/15 vom 24.08.2015)

Mit Entscheidung vom 24.08.2015 (29 C 766/15) wurde die VHV Allgemeine Versicherung AG durch das Amtsgericht Frankfurt am Main zu den vorgerichtlich nicht vollständig ausgeglichenen Sachverständigenkosten verurteilt. Geklagt hatte der Geschädigte auf Zahlung des Kürzungsbetrages. Wieder ein Rechtsstreit, bei dem die VHV eine Verteidigung wohl nicht für nötig befunden oder als wenig aussichtsreich eingeschätzt hatte? Wie will man auch – ohne sich bei Gericht der Lächerlichkeit preiszugeben – plausibel erklären, der Geschädigte hätte bei Beauftragung des Sachverständigen ohne weiteres erkennen können, dass ein Rechnungsbetrag von 805,64 Euro anstatt 830,50 schadensersatzrechtlich erforderlich sein sollen? Jeder Blödsinn hat aber auch eine gute Seite – wieder ein Urteil für unsere Urteilsliste.

Amtsgericht Frankfurt am Main                                                 Verkündet It. Protokoll am:
Aktenzeichen: 29 C 766/15 (44)“                                                     24.8.2015

Im Namen des Volkes
Urteil

In dem Rechtsstreit

Kläger

gegen

VHV Allgemeine Versicherung AG ges. vertr. d. d. Vorstand, Constantinstr. 90,
30177 Hannover

Beklagte

hat das Amtsgericht Frankfurt am Main durch die Richterin V. im vereinfachten Verfahren gemäß § 495a ZPO für Recht erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger EUR 24,86 zuzüglich Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 23.12.2014 zu zahlen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Beklagte.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Entscheidungsgründe

(Von der Darstellung des Tatbestands wird gemäß § 313 a Abs.1 Satz 1 ZPO abgesehen.)

Die zulässige Klage ist begründet. Dem Kläger steht ein Anspruch auf Zahlung von EUR 24,86 aus §§ 7 Abs. 1 StVG, 115 Abs. 1 VVG gegen die Beklagte zu.

Der Kläger machte im Zuge der Schadensregulierung aus einem Verkehrsunfall vom 02.11.2004 in Frankfurt Sachverständigenkosten in Höhe von insgesamt EUR 830,50 geltend (Rechnung des Sachverständigen W. vom 21.11.2014, Bl. 4 d.A.). Die Haftung der Beklagten dem Grunde nach wurde seitens der Beklagten nicht bestritten. Nach dem unstreitig gebliebenen Vortrag des Klägers wurde dieser als Eigentümer eines Fahrzeugs mit dem amtlichen Kennzeichen … unverschuldet in einen Unfall verwickelt, der von dem Fahrer eines bei der Beklagten haftpflichtversicherten Fahrzeugs mit dem amtlichen Kennzeichen… verursacht wurde.

Die Beklagte leistete auf die geltend gemachte Forderung nur einen Teilbetrag von EUR 805,64 an den Kläger. Die Beklagte hat nicht dargelegt, aus welchem Grund sie den verbleibenden Teilbetrag in Höhe der Klageforderung nicht beglichen hat. Seitens der Beklagten wurde auch nicht eingewendet, dass das in Rechnung gestellte Honorar des Sachverständigen etwa teilweise überhöht wäre. Die Beklagte hat sich gegen die Klage nicht verteidigt.

Der geltend gemachte Zinsanspruch folgt aus §§ 286, 288 Abs. 1 BGB.

Die Kostenentscheidung ergibt sich aus § 91 ZPO, die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit aus §§ 708 Nr. 11, 713 ZPO.

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Haftpflichtschaden, Sachverständigenhonorar, Urteile, VHV Versicherung abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu AG Frankfurt am Main verurteilt VHV Versicherung zur Erstattung der außergerichtlich gekürzten Sachverständigenkosten in Höhe von EUR 24,86 (29 C 766/15 vom 24.08.2015)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.