Amtsrichterin des AG Gelnhausen verurteilt VN der HUK-COBURG, weil seine HUK-Anwälte keine Prozessvollmacht für den Beklagten vorlegen konnten mit Urteil vom 14.11.2014 – 52 C 975/14 (69) -.

Hallo verehrte Captain-Huk-Leser,

und weiter geht es mit der HUK-COBURG. Das Unfallopfer des Verkehrsunfalls, der  diesem Rechtsstreit zugrunde liegt, erhielt von der eintrittspflichtigen HUK-COBURG Schadenaußenstelle in Frankfurt nicht vollen Schadensersatz, obwohl die Haftung zu 100 Prozent unstreitig war. Den Restbetrag von 178,85 € klagte das Unfallopfer bei dem zuständigen Amtgericht Gelnhausen in Hessen gegen den Unfallverursacher direkt ein. Bewußt wurde die Klage nur gegen den Versicherungsnehmer der HUK-COBURG gerichtet. Für den beklagten Versicherungsnehmer der HUK-COBURG meldeten sich in Frankfurt ansässige Anwälte, obwohl der Beklagte in Gelnhausen wohnhaft war. Der Klägervertreter beantragte die Vorlage der Originalprozessvollmacht des Beklagten. Dieser Aufforderung sind die Rechtsanwälte der HUK-COBURG nicht gefolgt. Die Konsequenz daraus war, dass der VN der HUK-COBURG in vollem Umfang verurteilt wurde. Lest selbst das kurze Urteil und gebt bitte Eure Kommentare ab.

Mit freundlichen Grüßen
Willi Wacker

Amtsgericht Gelnhausen
Aktenzeichen: 52 C 975/14 (69)

Im Namen des Volkes
Urteil

In dem Rechtsstreit

des Herrn W. H. aus G.

– Klägers –

Prozessbevollmächtigte: RAe. D. I. u. K. aus A.

g e g e n

Herrn S. F. aus G.

– Beklagter –

Prozessbevollmächtigte: RAe. W. u. K. aus F.

HUK-Coburg Schadnaußenstelle, Lyoner Straße 10, 60524 Frankfurt

– Beteiligte –

Prozessbevollmächtigte: RAe. W. u. K. aus F.

hat das Amtsgericht Gelnhausen durch die Richterin am Amtsgericht P.-K.
im schriftlichen Verfahren mit Schriftsatzfrist bis zum 14.11.2014
für Recht erkannt:

1.  Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger restliche Gutachterkosten in Höhe von 178,85 € nebst Zinsen daraus in Höhe von 5%-Punkten jährlich über dem Basiszinssatz seit dem 15.5.2014 zu zahlen.

2.  Die Kosten des Rechtsstreits werden dem Beklagten auferlegt.

3.  Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

(Die Darstellung eines Tatbestandes entfällt gem. § 313a ZPO, eine Rechtsmittelzulassung erfolgt mangels Vorliegen der Voraussetzungen des § 511 IV ZPO nicht).

ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE:
(gem. § 495 a ZPO)

Die Klage ist begründet.

Prozessual verwertbarer Sachvortrag oder eine Antragstellung auf Beklagtenseite liegt nicht vor. Damit gilt der klägerische Vortrag als zugestanden.

Trotz ausführlicher rechtlicher Begründung seitens der Beklagtenseite und Aufforderung des Gerichts hat der vermeintliche Beklagtenvertreter keine Prozessvollmacht vorgelegt. Dies hat im amtsgerichtlichen Verfahren gem. § 80 ZPO jedoch zu erfolgen, wenn hieran Zweifel bestehen. Dies ist vorliegend der Fall, da der auf Beklagtenseite auftretende Rechtsanwalt sämtliche Beklagten zu vertreten angibt, vorliegend allerdings hier jedoch nur ein Bklagter vorhanden ist und aus einer allfälligen Beautragung durch die Haftpflichtversicherung sich vorliegend keine Vertretungsbefugnis für den hiesigen Beklagten ergibt. Es fehlt an der Streitgenossenschaft.

Damit ist die klägerseits vorgetragene Sach- und Rechtslage unstreitig, so dass der Beklagte antragsgemäß verurteilt wurde.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO, die Entscheidung zur vorläufigen Vollstreckbarkeit auf §§ 708 Ziff. 11, 713 ZPO.

P.-K.
Richterin am Amtsgericht.

Soweit das kurze Urteil der Amtsrichterin aus Gelnhausen. Da wird sich der Beklagte aber mächtig bei seiner HUK-COBURG und dem von ihr beauftragten Anwalt bedanken, dass er verurteilt wurde. Wie peinlich ist denn dieses Urteil für die HUK-COBURG? Als Fazit kann daher festgehalten werden, dass der Klägervertreter immer die behauptete Prozessvollmacht der HUK-COBURG-Anwälte bestreiten und die Vorlage der Originalvollmacht, unterzeichnet vom belagten VN der HUK-COBURG, verlangen sollte. Meist ergibt sich, dass die beklagte Person gar nicht den von der HUK-COBURG beauftragten Anwalt bevollmächtigt hat.

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Haftpflichtschaden, HUK-Coburg Versicherung, Prozessvollmacht § 79 ZPO, Sachverständigenhonorar, Urteile, ZPO § 79 abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Kommentare zu Amtsrichterin des AG Gelnhausen verurteilt VN der HUK-COBURG, weil seine HUK-Anwälte keine Prozessvollmacht für den Beklagten vorlegen konnten mit Urteil vom 14.11.2014 – 52 C 975/14 (69) -.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.