Das AG Mainz zu den Stundenverrechnungssätzen der markengebundenen Fachwerkstatt bei der fiktiven Schadensabrechnung

Mit Entscheidung vom 25.09.2009 (79 C 161/09) hat das AG Mainz den Schädiger und die eintrittspflichtige Haftpflichtversicherung dazu verurteilt, die Kosten für die Stundenverrechnungssätze der markengebundenen Fachwerkstatt im Rahmen der fiktiven Abrechnung zu erstatten. Ein kurzes und prägnantes Urteil, das im Kern auf die BGH-Entscheidung (VI ZR 398/02 vom 29.04.2003) abstellt.

Aus den Gründen:

Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger 382,37 Euro nebst Zinsen in Höhe von 5 % Punkten über dem Basiszinssatz seit 19.02.2009 zu zahlen.

Die Beklagten tragen als Gesamtschuldner die Kosten des Rechtsstreits.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand und Entscheidungsgründe

(abgekürzt gem. § 313 a ZPO)

Der Kläger macht restlichen Schadensersatz aus einem Verkehrsunfall vom 07.01.2009 geltend, der sich in Mainz ereignet hat. Das Fahrzeug des Klägers war auf einem Parkplatz ordnungsgemäß abgestellt, als das Fahrzeug der Beklagten zu Ziff. 1, haftpflichtversichert bei der Beklagten zu Ziff. .2, dagegen fuhr und es beschädigte.

Laut Gutachten des Sachverständigen K. vom 19.01.2009 betragen die unfallbedingten Reparaturkosten netto 1.811,21 Euro. Auf die klägerische Forderung in dieser Höhe haben die Beklagten lediglich 1.428,84 Euro gezahlt mit der Begründung, die Klägerseite mache überhöhte Stundensätze für eine Mercedes-Fachwerkstatt geltend, deren Ersatz nicht geschuldet sei.

Die Klägerin verlangt laut Gutachten restliche Reparaturkosten in Höhe von 382,37 Euro, die ihr antragsgemäß zuzusprechen waren.

Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung („Porsche“-Urteil des BGH) muss sich der Geschädigte nicht auf günstigere Stundenverrechnungssätze einer Fachwerkstatt verweisen lassen, sondern kann bei der fiktiven Abrechnung der Reparaturkosten die Stundensätze einer markengebundenen Werkstatt in Ansatz bringen.

Der Klage war daher antragsgemäß stattzugeben.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO, die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit auf §§ 708 Nr. 11, 713ZPO.

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