Mitarbeiter der HUK-Coburg-Schadenaußenstelle Mannheim der deutschen Sprache nicht mächtig?

Mich erreichte ein Schreiben der Schadenaußenstelle Mannheim der HUK-Coburg vom 10.6.2010. Dieses Schreiben war an ein Sachverständigenbüro gerichtet. Bis auf die persönlichen Daten gebe ich das Schreiben hier wieder.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Versicherungsnehmer hat uns Ihr Schreiben vom 28.5.2010 vorgelegt.

Wir bitten von diesem Vorgehen künftig abzusehen, da wir den Kunden gebeten haben uns Ihre Schreiben unbeantwortet herzuleiten.

Im Übrigen dürfen wir darauf hinweisen dass Sie keinen Direktanspruch an den Versicherungsnehmer haben, Ihr Auftraggeber ist der Geschädigte, dieser hat die Forderung an uns und nicht an den Versicherungsnehmer abgetreten. Einen Direktanspruch gegenüber des Versicherungsnehmers hat nur Ihr Kunde.

Wenden Sie sich wegen Ihrer Forderung an Ihrem Auftraggeber.

Mit freundlichen Grüßen

HUK-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse

kraftfahrender Beamter Deitschlands a.G. in Coburg

Ihr Schaden-Team“

So das Original-Schreiben. Ich betone hier noch einmal, dass das Schreiben tatsächlich diese Fehler aufweist. Die Kopie des Schreibens ist hinterlegt.  Original des Schreibens ist bei dem Sachverständigenbüro in Hessen.

Schreibfehler können passieren. Dafür sind wir alle Menschen und Menschen machen Fehler. Aber auf meinem Schreibprogramm wurden die grammatikalischen Fehler angezeigt, so dass die Möglichkeit der Korrektur besteht. Aber nicht nur die grammatikalischen Fehler, sondern auch die inhaltlichen lassen einen erschrecken. Wieso hat der Kunde des Sachverständigen, also der Geschädigte, seine Forderung an die HUK-Coburg abgetreten? An die HUK-Coburg ist gar nichts abgetreten worden. Abgetreten sind durch Abtretungsvereinbarung zwischen Geschädigtem und dem Sachverständigen die dem Geschädigten zustehenden Schadensersatzansprüche in Form der Sachverständigenkosten an den Sachverständigen, so dass dieser nunmehr forderungsberechtigt ist. Lediglich die Person des Gläubigers ist ausgetauscht worden, Anstelle des Geschädigten macht nunmehr der Sachverständige die Schadensersatzansprüche des Geschädigten in Höhe der Sachverständigenkosten geltend. Offenbar ist die Rechtsfigur der Abtretung der Außenstelle Mannheim nicht bekannt, wobei ein Blick ins Gesetz die Angelegenheit erleichtert. Eine Abtretung an den Versicherungsnehmer der HUK-Coburg macht gar keinen Sinn. Wie die Mitarbeiter der Schadenaußenstelle Mannheim darauf kommen, die Abtretung sei nicht an den Versicherungsnehmer erfolgt, bleibt Geheimnis in Mannheim. Offenbar ist den Mitarbeitern das gesetzliche Schuldverhältnis der unerlaubten Handlung nicht bekannt. Bei einem Verkehrsunfall haften Fahrer, Halter und Versicherung auf Grund gesetzlicher Bestimmungen. Dementsprechend richtet sich der Schadensersatzanspruch gem. §§ 823, 249 BGB i.V.m. 7, 17 StVG gegen Schädiger, Eigentümer und Versicherung. Es besteht sehr wohl ein Direktanspruch gegen den Schädiger, und damit gegen den VN der HUK-Coburg. Nicht umsonst sind hier genügend Urteile gegen den VN der HUK-Coburg eingestellt worden, mit denen der HUK-VN verurteilt wurde.

Wenn der Schadensersatzanspruch vom Geschädigten an den Sachverständigen abgetreten worden ist, ist der Sachverständige Inhaber der Forderung und nicht mehr der Kunde des Sachverständigen. Warum sollte er sich jetzt wieder an seinen Kunden wenden? Der Schädiger hat die Sachverständigenkosten in vollem Umfang auszugleichen, da sie nach ständiger Rechtsprechung des BGH Wiederherstellungskosten bzw. notwendige Rechtsverfolgungskosten sind, die vom Schädiger zu ersetzen sind.

Vielleicht tut eine Dekra-Zertifizierung der Schadenaußenstelle gut? Weniger daran denken, Partnerwerkstätten zu zertifizieren als vielmehr die eigenen Schadenaußenstellen und ihre „Schaden-Teams“.

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