Referenzwerkstatt entlarvt sich selbst.

Im Stadtspiegel der Stadt W. in Nordrhein-Westfalen fand sich eine über eine halbe Seite große Anzeige über die Firma G. – Mehrmarken-Meisterwerkstatt. „Erfolgsgeschichte mit 100-jähriger Tradition“. „Auto-Technik G. hat als freie Kfz-Mehrmarkenwerkstatt mit hohem technischen Wissen in und um W. einen sehr guten Ruf. Besonders zwei Merkmale sind es, mit denen sich das Unternehmen abhebt. 1. Durch qualifiziertes Personal, das intern und extern permanent geschult wird und 2. durch Original – Tester deutscher Premiummarken mit der direkten Kommunikationsleitung zu den Herstellern. Aktuell berichten verschiedene Fachzeitschriften über das Traditionsunternehmen, da der Betrieb eine Ausnahmeerscheinung unter den freien Mehrmarkenwerkstätten einnimmt…. Der Online-Zugriff auf Datenbänke der Hersteller ermöglichen es, dass bei der freien Kfz-Mehrmarkenwerkstatt G. alle Reparaturarbeiten auch an Neuwagen durchgeführt werden. … Höchste Qualität gilt natürlich auch bei G. für die Unfallinstandsetzung, wo digitale Schweißgeräte und moderne Richtgeräte der jeweiligen Karosserieaufgabe angepasst werden. Bei einem Unfallschaden sollte der Kunde daher immer auf eine qualifizierte Werkstatt achten – wie Auto-Technik G. -, die als Karosseriebetrieb der Kfz-Innung eingetragen ist und mit den Kfz-Versicherern zusammenarbeitet. (Unterstreichung erfolgte vom Autor!)  …. “

Hört, hört! Wenn demnächst die Kfz-Haftpflichtversicherer im Bereich PLZ 447.. bis 448..  auf Stundensätze der Firma Auto-Technik G. in W. verweisen, dann weiß man, dass es sich um eine Referenzwerkstatt der Versicherer handelt. Es fragt sich bei der Werbung dieser Firma auch, welchen Werbeeffekt der Hinweis auf die Zusammenarbeit mit den Kfz-Versicherern haben soll. Ein Image-Gewinn ist damit nicht zu erzielen. Vielmehr handelt es sich um eine Demaskierung. Als Unfallopfer würde ich doch meinen Unfallwagen nicht zu einer Firma bringen, die mit der Versicherung zusammenarbeitet.

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17 Antworten zu Referenzwerkstatt entlarvt sich selbst.

  1. Frank Fallhaus sagt:

    Frage an die Redaktion,
    sollte man nicht eine interne Liste über bekannt gewordene Referenzwerkstätten führen? Dieser Bericht zeigt doch eindeutig, dass der Geschädigte und dessen Anwalt im angrenzenden PLZ-Gebiet 45… wahrscheinlich gar nicht gewußt hat, dass die Firma G. in W. eine Referenzwerkstatt der Versicherungen ist. Ihnen werden nur die niedrigeren Stundensätze dieser Werkstatt unter Nennung der Werkstatt selbst bekannt gegeben. Dass die Werkstatt jedoch mit den Kfz-Versicherungen zusammenarbeitet, erfahren sie jedoch nicht. Insoweit würde dann diese Liste helfen.

  2. Gottlob Häberle sagt:

    Bei uns in der Region wirbt ein alteingesessener freier Karosseriebetrieb mit einem unübersehbaren Plakat an dessen Hofeinfahrt wörtlich:

    „Freier Karosseriefachbetrieb“

    „Mitglied im ZKF“

    „Hagelschadenzentrum, Hagelschaden- und Unfallinstandsetzung nach Versicherungsvorgaben“

    Ist doch lustig, oder?

  3. Frank Fallhaus sagt:

    Hi Gottlob Häberle,
    auch die von dir genannte „freie Werkstatt“ sollte der Redaktion genannt werden, damit ein Netzwerk solcher Referenzwerkstätten aufgebaut werden kann.
    Grüße
    Frank Fallhaus

  4. Schepers sagt:

    Natürlich ist das ein positiver Werbeeffekt. Die meisten Verbraucher kennen sich nicht mit den Problemen in der Unfallregulierung aus. Und wenn man sich nicht auskennt, hört sich das gut an.

  5. Willi Wacker sagt:

    Hallo Gottlob Häberle,
    die Werbung des dortigen freien Karosseriebetriebes ist wirklich interessant. Wenn ich meinen verunfallten Wagen dort zur Reparatur bringe, wird er nicht nach meinen Vorgaben, sondern nach „Versicherungsvorgaben“ repariert. Wer gibt denn dort noch seinen Unfallwagen ab?
    Mit freundlichen Grüßen in den wilden Süden
    Willi Wacker

  6. Gottlob Häberle sagt:

    @ Willi Wacker,

    „Wer gibt denn dort noch seinen Unfallwagen ab“?

    Leider noch viel zu viele.

  7. Willi Wacker sagt:

    @ Gottlob Häberle 05.10.2010 13:47

    Eben. Deshalb ja auch die Info in diesem Blog!

  8. Gottlob Häberle sagt:

    @ Willi Wacker,

    nur wissen diejenigen nichts von der Materie, ganz zu Schweigen von diesem Blog.

  9. J.U. sagt:

    Frank Fallhaus Montag, 04.10.2010 um 22:04

    Frage an die Redaktion,
    sollte man nicht eine interne Liste über bekannt gewordene Referenzwerkstätten führen? Dieser Bericht zeigt doch eindeutig, dass der Geschädigte und dessen Anwalt im angrenzenden PLZ-Gebiet 45… wahrscheinlich gar nicht gewußt hat, dass die Firma G. in W. eine Referenzwerkstatt der Versicherungen ist. Ihnen werden nur die niedrigeren Stundensätze dieser Werkstatt unter Nennung der Werkstatt selbst bekannt gegeben. Dass die Werkstatt jedoch mit den Kfz-Versicherungen zusammenarbeitet, erfahren sie jedoch nicht. Insoweit würde dann diese Liste helfen.

    Hallo, F.F.,

    grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, zumal damit werkstattseitig ja auch geworben wird. Allerdings sollten wir uns dabei jeglicher Wertung enthalten. Mal sehen, wer jetzt den Anfang macht und durchstartet. Zielorientiert bedarf es keiner Bedenkzeit und hier ist Handeln angesagt.
    Ich für meinen Teil habe davon erfahren, dass die Fa. Fahrzeugwerke LUEG AG mit div Betrieben in NRW als Großvertreter des Stuttgarter Automobilherherstellers M.-B. Verträge mit div. Versicherungsgesellschaften abgeschlossen haben soll und das mit unterschiedlichen Abrechnungsmodalitäten. Sollte hingegen „normalen“ Kunden mehr berechnet werden, wäre dies einmal weiter zu verifizieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    J.U.

  10. Carmen J. sagt:

    Gottlob Häberle Dienstag, 05.10.2010 um 13:47 @ Willi Wacker,

    “Wer gibt denn dort noch seinen Unfallwagen ab”?

    Leider noch viel zu viele.

    Hi, Ihr liebenswerten Fragesteller,

    Wer sind denn die, die als noch „viel zu viele“ eingekreist werden ?

    Sicher alle diejenigen, die zu bequem sind, vorher einmal nachzudenken, bis es echt weh tut.

    Aber auch alle diejenigen, die sich durch einen Hol-und Bringdienst sowie eine kostenlose Fahrzeugreinigung manipulieren bzw. beeindrucken lassen. „Leistungen“ die sie eigentlich durch Schadenersatzverkürzung an anderer Stelle mit mehrfachem Einsatz selbst teuer bezahlen.

    Letztlich aber auch diejenigen Unfallopfer, die von der Werkstatt ihres Vertrauen nicht rechtzeitig darüber aufgeklärt wurden, wie man sich im Falle eines Unfalls verhalten sollte.

    Fazit: Intensive und umfassende Aufklärung an jedweder Stelle ist erforderlich, aber das vergeßt wiederum Ihr Kfz-Sachverständigen mehrheitlich, von Ausnahmen einmal abgesehen. Ich habe dieser Tage ein Information gelesen, die für Unfallopfer bestimmt sehr verständlich und nützlich ist. Den Inahlt gebe ich hier einmal wie folgt wieder:

    Im Falle eines eines Unfallschadens…sollten Sie gut informiert und präpariert sein, damit dem Schreck nicht auch noch der Ärger folgt, denn das kann teuer für Sie werden, wenn Ihnen berechtigte Schadenersatzansprüche vorenthalten werden.

    Wer Schadenersatz leisten muss, will sparen und die Versicherungsbranche hat hierzu das sog. „Schadenmanagement“ erfunden. Dabei geht es um eine für die Versicherung kostengünstige Schadenregulierung und die soll nach dem Willen der gegnerischen Versicherung „gesteuert“ werden.

    Vertrauenswerkstätten und Vertrauenssachverständige sollen diese Vorgehensweise unterstützen.

    Dazu werden Sie als ungeliebter Unfallgegner einfach zum „Kunden“ umfunktioniert.
    So ist es dann einleuchtender, dass man Ihnen „Kundendienst“ angedeihen lassen will.
    Dabei geht es jedoch in erster Linie nicht um Ihre Interessenlage, sondern um die Ziele der
    gegnerischen Versicherung.

    Dazu gehören u.a. Verzicht des Geschädigten auf anwaltliche Beratung, Verzicht auf ein unabhängiges Beweissicherungs-Gutachten, Akzeptanz einer Vertrauenswerkstatt des Versicherers, Akzeptanz einer Reparatur nach den Vorstellungen der gegnerischen Versicherung, Minderwertregulierung nach Vorstellung der gegnerischen Versicherung usw.

    Dabei sollten Sie wissen, dass bei klarer Schuldfrage, die Kosten für einen Rechtsanwalt und für einen Kfz-Sachverständigen auch zum geschuldeten Schadenersatz gehören.

    Warum sollten deshalb gerade SIE auf eine Rechtsberatung und auf ein unabhängiges Beweissicherungs-Gutachten verzichten, denn wenn es hart auf hart geht, müssen Sie die Berechtigung Ihrer Schadenersatzansprüche beweisen.
    Das geht weder mit Hilfe eines Kostenvoranschlages noch mit dem Schadenmanagement der Autoversicherer !

    – Sie sind als Geschädigter der Herr des Verfahrens und dürfen selbstverständlich ganz allein darüber entscheiden, was zu tun ist. Auf eine „Beratung“ durch die gegnerische Versicherung können Sie deshalb getrost verzichten.-

    Diese komprimierte Information für Kfz.-Betriebe und ihre Kunden als Unfallopfer ist geeignet, den Informationsstand zu verbessern und sollte auch bei den Verbraucherzentralen und den Kfz.-Innungen bekannt sein.
    Auto-Bild sollte nicht vernachlässigt werden und die Arbeitgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltsverein ebenfalls nicht. Schließlich ist auch die regionale Tagespresse durchaus interessiert, aber man muß handeln. Alles verstanden ?

    Tschau,

    Carmen J.

  11. Willi Wacker sagt:

    Hallo Gottlob Häberle,
    also die potentiellen Geschädigten von morgen oder übermorgen auf diesen Blog hinweisen.
    Diesen Blog bekannt machen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Willi Wacker

  12. Frank Fallhaus sagt:

    Hi J.U.
    hat die Fa. Fahrzeugwerke Lueg AG nicht ihren Sitz in Essen mit Zweigbetrieben in den umliegenden Städten?
    Wenn also tatsächlich bewahrheiten sollte, dass dort unterschiedliche Preise berechnet werden, so handelt es sich um nicht marktgerechte Preise, weil auf Sonderkonditionen beruhend im Sinne des BGH-Urteils vom 20.10.2009 VI ZR 53/09 (BGH DS 2010, 29ff.) derartige Preise sind dann ohnehin für den Geschädigten unzumutbar.Vgl.hierzu auch: AG Holzminden Urt. v. 23.3.2010 – 2 C 383/09 -. Vielleicht kann einer der Leser aus dem Ruhrgebiet die marktüblichen Preise herausfinden und mitteilen.
    Grüße
    Frank Fallhaus

  13. Mister L sagt:

    …und dann gibt es noch eine Firma T. in Deutschlands größtem Dorf.
    Die wirbt als „Versicherungspartner“ und wird auch oft als sog. Vergleichswerkstatt in Kürzungsprotokollen angegeben.

  14. Willi Wacker sagt:

    Hallo Mister L.,
    das ist ja ein dicker Hund. Werkstatt als Handlanger der Versicherung. Wer Partner ist, der hat mit seinem anderen Teil der Partnerschaft ja eine – wie auch immer geartete – Vereinbarung (Sonderkondition), so dass es in diesem Fall einfach ist, die Verweisung auf diese Werkstatt als unzumutbar hinzustellen (vgl. AG Holzminden Urt. v. 23.3.2010 – 2 C 383/09 – ).
    Nur zur Info: Was ist Deutschlands größtes Dorf?
    Mit freundlichen Grüßen
    Willi Wacker

  15. Mister L sagt:

    @ Willi Wacker,

    na das Dorf an der Düssel 😉

    Viele Grüße
    Mister L

  16. Willi Wacker sagt:

    Hallo Mister L.,
    es gibt auch das „Bundesdorf“, gemeint ist Bonn.
    Da das „Dorf an der Düssel“ einwohnermäßig bereits die Kulturhauptstadt Europas 2010, nämlich Essen, übertrumpft hat, hätte ich an Düsseldorf nie gedacht. Sind nicht da auch die „Radschläger“?
    Ich bin für jede Aufklärung empfänglich.
    Also die Daten der Firma T. am besten zur Redaktion senden. Ich habe die Daten aus meinem Bericht auch bereits an die Redaktion gesandt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Willi Wacker

  17. Mister L sagt:

    Hallo Willi Wacker,

    in Düsseldorf sind die „Radschläger“. Das ist richtig. Was die Daten der Firma T. betrifft, werde ich noch etwas „Material“ sammeln, bevor der Redaktion darüber berichtet wird.

    Mit freundlichen Grüßen und eine gute N8 wünscht

    Mister L

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