BVdP: Partnerbetriebe verdienen mit handwerklicher Leistung kein Geld mehr – wer hätte das gedacht?

Quelle: BVdP

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Bundesverbandes der Partnerwerkstätten (BVdP) sind alarmierend: 87,5 Prozent der Partnerwerkstätten erwirtschaften mit ihrer handwerklichen Leistung keine Gewinne mehr. Nur gering gestiegene Stundenverrechnungssätze und deutliche Kostensteigerungen drücken auf die Stimmung in der Branche.

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Einige wussten es schon immer – andere brauchen dafür Jahre. Wenn das Ganze nicht so traurig wäre, könnte man herzlich darüber lachen.

Wer hätte das gedacht? Wenn man zu billig (für Versicherer) arbeitet, kommt man irgendwann in wirtschaftliche Schwierigkeiten und kann dann auch nicht mehr investieren? Und wenn man irgendwann feststellt, dass wohl etwas aus dem Ruder läuft, macht man eben eine kostenaufwändige Studie. Bei CH gab es diese Prognose für Herrn Paintinger schon vor einigen Jahren zum Nulltarif.
Denn 1 + 1 = 2.

Einfach nur noch köstlich, oder?

Siehe auch: CH-Beitrag vom 13.08.2010

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17 Kommentare zu BVdP: Partnerbetriebe verdienen mit handwerklicher Leistung kein Geld mehr – wer hätte das gedacht?

  1. RA Schepers sagt:

    @ Hans Dampf

    Einfach nur köstlich, oder?

    Nein, nicht köstlich. Traurig. Denn der Preisdruck, den die Versicherungen auf ihre Partnerwerkstätten ausübt, wirkt sich auch auf die anderen Werkstätten aus. Darunter leidet dann die ganze Branche.

    Aber Mitleid mit den Partnerwerkstätten ist nicht angebracht. Der Großkunde (=Versicherung), der für Geld kommt (=ihr seid so schön billig), geht für Geld auch wieder (=woanders ist jetzt noch billiger).

    Die „Interessenvertretung der in der Schadensteuerung beteiligten Werkstätten“ sollte vielleicht darauf hinwirken, daß die Werkstätten sich auf das Reparieren konzentrieren und nicht auf die Schadensteuerung (=Sparen zugunsten der Versicherung)…

  2. Rüdiger sagt:

    Wenn man dem Teufel die Hand reicht, muss man auch mit der Hitze des Höllenfeuers klarkommen.

    Oder

    Wenn einer seine Seele verkauft, dann darf er sich auch nicht wundern, wenn er liefern muss.

    Sofern es sich um eine „echte Studie“ handeln sollte, dann ist es die endgültige Bankrotterklärung des Partnerwerkstattsystems. Sofern die Studie jedoch dazu dienen sollte, bei den Versicherern ein paar Euro locker zu machen, dann war der Aufwand zwar kostenintensiv, am Ende aber trotzdem umsonst.

  3. wsv sagt:

    Dass die Gier nach Aufträgen zuweilen das Hirn auffressen kann, ist auch im SV-Bereich gelegentlich zu beobachten. Auch wenn es für die Betroffenen traurig ist, RECHT SO!

  4. Vaumann sagt:

    Es gibt Partnerbetriebe und es gibt Premium-Partnerbetriebe.
    Na…? Klingelingelingelts?

  5. F-W Wortmann sagt:

    Ich kann mich noch daran erinnern, wie Herr Paintinger die Partnerwerkstätten und insbesondere die Eurogarant-Werkstätten so gelobt hat. Das wäre der richtige Weg.
    Meine damaligen Bedenken hatte er in den Wind geschlagen.
    Nun hat er und seine Betriebe das Malheur.
    Es war voraussehbar.

  6. Willi Wacker sagt:

    Was hatten die Pressesprecher der Kfz-Haftpflichtversicherer beim Aufbau des Partnerbetriebsnetzes alles für Versprechungen gemacht. Es wurden Mehraufträge angekündigt. Die Masse sollte es machen. Die Versicherung würde die Aufträge schon dahin steuern.
    Offenbar sind die Mehraufträge ausgeblieben.
    Offenbar haben die vollmundigen Versprechungn der Versicherer nicht das gehalten, was versprochen wurde.
    Bedauern kann man die Partnerbetriebe nicht. Sie wollten es ja so!

  7. Walter sagt:

    Mit dem Bericht des Herrn Paintinger vom BVdP mit Sitz in Bad Tölz (Bayern) ist praktisch eine Bankrotterklärung des Partnerwerkstattnetzes abgegeben worden.
    Herrn Paintinger wurde aber bereits vor Jahren dieses heute veröffentlichte Egebnis prognostiziert.
    Denn schon damals war klar, dass eine Reparatur nur einmal vergeben werden kann. Auch wenn gesteuert wird, bleibt die Zahl der Reparaturen gleich.

  8. Werner Dory sagt:

    Wer nicht hören will, muss fühlen.
    Zum Thema Kooperation von Werkstätten mit Versicherungen erlaube ich mir auf meinen vor Jahren bereits veröffentlichten Artikel
    Unter falscher Flagge“ zum Thema “ fair play “
    hinzuweisen.
    Werner Dory
    Rechtsanwalt

  9. Netzfundstück sagt:

    Ein Link zum Thema:

    Bundesverband der Partnerwerkstätten e.V. gegründet

    Zitat Christian Hoog: “ Nebenbei haben durchaus nicht alle Schadensteuerer das Ziel den Markt auszuhungern… “

    Alle nicht! Aber der wichtigste hat Schild und Schirm aufgeboten, damit der „warme Regen“ im Hause bleibt.

    Zitat Robert Paintinger: „So ist zum Beispiel der Stundensatz eines wichtigen Steuerers in den vergangenen fünf Jahren nur um 5,4 Prozent (SVS Lack) bzw. 7,7 Prozent (SVS Karosserie) gestiegen“

    Und: http://www.kfz-innung-rt.de/presse/aktuelle-meldungen/pressemitteilungen-aus-baden-wuerttemberg/dr-brambach-autoscout-musste-lernen-dass-autowerkstaetten-kein-feld-fuer-goldgraeber-sind.html

    „…. Autowerkstätten kein Feld für Goldgräber und Schnäppchen-Anbieter …“

    AutoScout24 in Abwicklung: Sieben Millionen Euro Verlust im Jahr.

  10. Hein Blöd sagt:

    @Netzfundstück
    5,4 und nochma 7,7 Prozent obendrauf.
    das is doch mal ´ne obergeile Verzinsung!
    Is doch suuper,oder?
    Willauch Partner werden!!
    Oder sollte ich mich lieber gleich Insolvenz melden,so wegen de Insolvenzveschleppung?
    Ach papperlapapp!—-wennich erst Partner bin,dann habbich ja widder flüssig! LOL

  11. G.v.H. sagt:

    Verehrte Kommentatoren,
    köstlich finde ich die aufgezeigte Situation gerade nicht und Schadenfreude kann ich auch nicht empfinden.-
    Vielmehr stimmt mich die Situation sehr nachdenklich, denn betroffen ist ja nicht nur die Gruppe der Referenzwerkstätten, sondern betroffen ist auch die Sparte der Mietwagenunternehmer, der Abschleppdienste, der unabhängigen Kfz.-Betriebe, der Rechtsanwälte und last not least der unabhängigen Kfz.-Sachverständigen. Wer als marktführender Autoversicherer einer Karosseriefachwerkstatt Stundenverrechnungssätze von unter 50,00 € zugestehen will, nachdem er sie zuvor in eine bedenkliche (wirtschaftliche) Abhängigkeit gebracht hat, ist nicht nur skrupellos, sondern auch unberechenbar, weil Gier nach Macht und Gewinn da keine Grenzen kennt. Auch bei den Kfz.-Sachverständigen hat man es eine gewisse Zeit versucht und man denke nur einmal daran, unter welchem Damoklesschwert die SSH-Sachverständigen und die Kollegen von Carexpert heute arbeiten müssen und was sie dafür abrechnen dürfen. Unabhängigkeit ade.- Letztlich hat auch die DEKRA-Organisation trotz aller Verrenkungen für einen potenten Autoversicherer erfahren müssen, welche Risiken solche gesteuerten und gewährten Abhängkeiten beinhalten. Auch der massive Ansturm der Autoversicherer auf die Justiz ist unverkennbar. Die Versuche einer gefährlichen Einflussnahme sind unübersehbar und haben zu einer Rechtsprechung geführt, die diese Einflussnahme ausreichend deutlich erkannbar macht bis hin zur Eintragung der Zentralrufnummer auf einem amtlichen Formular, das sich Polizeiliche Unfallmitteilung nennt und mit Eintragung dieser Zentralrufnummer einen Beitrag leistet zur Schadensteuerung und zum Unfallschadenmanagement mit massivster Beedinflussung der Unfallopfer, die dort arglos und auskunftsersuchend anrufen und gleich weitervermittelt werden an die gegnerische Versicherung. Das alles wird unter dem Mantel des Verbraucherschutzes von dieser Regierung gebilligt, wie auch die massivste Einflussnahme auf den freien Wettbewerb. In was für einer Republik leben wir eigentlich ? Es ist an der Zeit, solchen Angriffen auf die Demokratie schärfstens entgegen zu treten und das auch ausreichend zu verdeutlichen, wenn selbst der BGH nicht mehr davor
    gefeit ist, eine bedenkliche Aufweichung in der Deutschen Gesetzgebung zu verhindern. Der Fisch stinkt immer noch zuerst am Kopf und keiner kann mich davon überzeugen, das man dies bei den Verantwortungsträgern in unserer BRD noch nicht bemerkt haben will.
    Stellt Euch einmal vor, a l l e Betroffenen sagen morgen ein deutliches NEIN.!- Dann wird man erkennen, dass die Zauberformel
    von erstrebenswertem und unabdingbarem WACHSTUM zur Sicherung des Wohlstandes plötzlich entmystifiziert ist. Darüber nachzudenken lohnt sich, weil es das Handeln erleichtert.

    G.v.H.

  12. G.v.H. sagt:

    Allein die Feststellung, dass die Stimmung unter den Partnerwerkstätten sich trübt, wird nicht eine Wende herbeiführen können. Widerstand, Standhaftigkeit und eine klare Ansage sind deshalb unausweichlich. Ob es dazu kommen wird, wage ich allerdings zu bezweifeln, denn m.E. sind die geschaffenen Abhängigkeiten für solche Maßnahmen längst zu groß. Bleibt also nur die Möglichkeit, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf herauszuziehen, um sich aus dieser Umklammerung zu befreien, denn man kann nicht mehreren Herren gleichzeitig dienen. Wer mit nicht ausreichend durchdachten Partnerschaften letztlich eine Situation zum eigenen Nachteil mitverursacht hat, ohne sich dagegen ausreichend abzusichern, dürfte es äußert schwer haben nunmehr wieder zur gewünschten Normalität zurück zu finden, denn man wird ihn an den bisherigen Vereinbarungen bzw. an seinen Zugeständnissen messen. Dass die Droge „Wachstum“ oftmals zu Leichtsinnigkeiten verführen kann, weiß jeder Praktiker selbst.
    G.v.H.

  13. virus sagt:

    Guten Abend G.v.H.,

    Paintinger und seine Partnerwerkstätten sind den Kfz-Versicherern sehenden Auges auf den Leim gegangen. Obwohl sie es besser hätten wissen müssen, denn schon am 19.03.2009 um 14:50 postete ich unter:

    http://www.captain-huk.de/allgemein/kann-ein-reparaturbetrieb-in-die-hersteller-garantie-eintreten/

    “Versicherungen werben um Werkstätten”
    Heitmann (HUK Vorstand): “Er rechnet damit, dass es noch zwei bis drei Jahre dauern wird, bis bei den Konkurrenten die Schadensteuerung richtig in die Gänge kommt. Die VHV steuerte seit 2008 einige Tausend Autos ins HUK-Netz. Die Concordia hat mit Ende 2008 begonnen, Generali und Gothaer werden im zweiten Quartal des Jahres starten” weiter heißt es: “Wir erwarten etwa 180.000 gesteuerte Schäden”.

    Whitthall, Europa-Chef der Innovation Group, geht davon aus, dass in drei Jahren jeder zweite Kaskoschaden gesteuert wird. Derzeit habe er 1300 Betrieb auf der Warteliste.
    Kampf der Versicherer um die besten Werkstätten steht bevor.

    “…derzeit bestehe jedoch noch ein Überangebot an Reparaturkapazität” so Heitmann am Schluß des Artikels.

    „… und nun ist guter Rat teuer.“ Frei nach einem Werbefilm der HUK.

    Mit freundlichem Gruß

    Virus

  14. Ernst B. sagt:

    Wer mit dem Teufel paktiert, muss ihm auch mit in die Hölle folgen!

  15. Netzfundstück sagt:

    „Partnerbetriebe verdienen kein Geld mehr“ jetzt auch auf AH mit interessanten Kommentaren.

    Netzfundstelle:

    http://www.autohaus.de/nachrichten/studie-schlaegt-alarm-partnerbetriebe-verdienen-kein-geld-mehr-1561433.html

  16. Glöckchen sagt:

    @Netzfundstück
    toller Link,die Lektüre auch der Kommentare ist ein unbedingtes Muss!!

  17. Willi Wacker sagt:

    Wenn die Partnerbetriebe kein Geld mehr verdienen, dann muss, um Gewinn zu erreichen, an anderer Stelle gespart werden. Und wo ist das? – Beim Geschädigten. Es wird keine qualitativ gleichwertige Reparatur, wenn die überhaupt im Vergleich zur Markenfachwerkstatt möglich ist, mehr durchgeführt. Der Geschädige merkt es doch auf den ersten Blick nicht.
    Da Herr Paintinger doch auch Verfechter der EUROGARANT-Garantie ist, wie ich mich erinnere, sollte aufgrund seiner Untersuchungen bei jeder EUROGARANT-Referenzwerkstatt nunmhr genauer überprüft werden, ob überhaupt eine gleichwertige Reparatur gewährleistet werden kann. Ich bin mir da nämlich nicht so sicher. Das war ich aber auch schon vorher nicht, denn mir gegenüber hatte ein Inhaber eines EUROGARANT-Betriebes bereits nach dem EUROGARANT-Urteil des BGH mitgeteilt, dass ab einer gewissen Fahrzeug-Klasse und Fahrzeugtyp eine qualitative Gleichwertigkeit nicht gewährleistet ist. Bei 08-15-Fahrzeugen wäre das kein Problem, aber bei höherwertigen Fahrzeugen schon. Das besagt doch alles.
    Mit freundlichen Grüßen
    Willi Wacker

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