HUK Coburg angezählt!

Das Revisionsurteil Schmidinger zeigt erste Wirkungen, liebe Freunde!

Man hat bei der HUK Coburg ein gutes halbes Jahr gebraucht um ermitteln zu können, wie sich das BGH-Urteil am besten missverstehen lässt.

Als Ergebnis ist offenbar der Textbaustein herausgekommen, in dem zu lesen steht, dass der SV nachweisen müsse, dass das von ihm verlangte Honorar der Üblichkeit entspricht.

Diese Aussage ist für den Fall vereinbarten Gutachterhonorars grottenfalsch; diese Kenntnis darf dem Juristen bei der HUK Coburg auch leicht unterstellt werden.

So verfechtet man auf der einen Seite nach wie vor die Linie, durch die Falschdarstellung der Rechtslage unter Inanspruchnahme der Autorität eines der größten deutschen Kfz-Haftpflichtversicherers Geschädigte zu beeindrucken und zu beeinflussen; auf der anderen Seite zieht man allerdings eine kleine Lehre aus dem von Frank Schmidinger gelandeten Volltreffer, der die Strategen bei der HUK Coburg krachend rücklings auf die Bretter gelegt hat, wie folgt: man zahlt wieder etwas auf das Sachverständigenhonorar!!! Allerdings nur den Betrag, den man sich selbst ausgedacht hat, und nicht den Betrag, den der SV für die Erstellung des Schadensgutachtens als Werklohn in Rechnung gestellt hat.

Die Praxis, zumindest eine kleine Teilzahlung auf das Gutachterhonorar vorzunehmen, ist offensichtlich dem Umstand geschuldet, dass keiner bei der HUK Coburg mehr in der Lage war, den Geschädigten plausibel zu machen, weshalb auf der einen Seite die Werkleistung des Gutachters für die Regulierung benutzt wird, auf der anderen Seite aber auf dessen Honoraranspruch nicht einmal ein einziger Cent reguliert wird.

Man muss sich verinnerlichen, dass die HUK Coburg ohne das Schadensgutachten gar nicht gewusst hätte, an wen sie wie viel regulieren soll.

Es war deshalb offensichtlich für die Strategen bei der HUK Coburg die Haltung nicht mehr vermittelbar, auf das Gutachterhonorar überhaupt nichts zu regulieren.

In Zukunft werden die Prozesse um das Gutachterhonorar also offensichtlich mehr und mehr über die Abzüge geführt werden müssen, die die Strategen bei der HUK Coburg nach eigenem Gutdünken willkürlich vornehmen.

Mir liegt ein Schriftsatz eines HUK Coburg-Anwaltes vor, in dem zu lesen steht, dass das BVSK-Tableau nicht als Üblichkeitsmaßstab herangezogen werden kann, dass einer solchen Praxis vielmehr vom BGH in der Schmidinger Revisionsentscheidung eine klare Absage erteilt worden sei.

Auf der anderen Seite ist festzustellen, dass vereinzelt Abrechnungsschreiben hinausgegeben werden, in denen dann zu lesen steht, man habe auf das Sachverständigenhonorar das sich aus dem BVSK-Tableau ergebende Honorar reguliert; mehr würde nicht geschuldet.

Es herrscht also offensichtlich kontrolliertes Chaos nach wie vor dergestalt, dass die Strategen bei der HUK Coburg versuchen auszuloten, mit welcher Regulierungspraxis und mit welchen Argumenten sie gerade eben so noch den höchstmöglichen Einspareffekt erzielen können, ohne weiterhin erheblichste Unruhe in die Herde der eigenen VN hineinzutragen.

Man darf die weitere Entwicklung gespannt abwarten; ich bin allen sehr dankbar, wenn sie sofort nach Erhalt hier in diesem Blog neue bzw. abgewandelte Textbausteine der Strategen aus Coburg ein- und zur Diskusssion stellen.

Bei der Auseinandersetzung um das Gutachterhonorar gilt es, künftig 2 wesentliche Standpunkte zu vertiefen:

1. Die Üblichkeit von Sachverständigenhonorarforderungen wird nicht durch die Regulierungspraxis der HUK Coburg geprägt sondern durch die Regulierungspraxis aller anderen am Markt in Deutschland tätigen Versicherer. Bei deren Regulierungspraxis ist festzustellen, dass Gutachterhonorare aller in Deutschland ansässigen SV anstandslos akzeptiert und auch reguliert werden.

2. Es hat vor diesem Hintergrund mit rechtlich tragfähigen Überlegungen überhaupt nicht das geringste mehr zu tun, wenn nur ein einziger der in ganz Deutschland ansässigen Haftpflichtversicherer auf Gutachterhonorarrechnungen überhaupt  nichts zahlt. Solche Regulierungsverweigerungen  gehen mutmaßlich immer auf Weisungen zurück, die die Sachbearbeiter bei der HUK Coburg zu befolgen haben.

Mir liegt die Aktennotiz eines Kollegen aus dem Saarbrücker Raum vor über ein Telefongespräch mit Herrn Stein von der HUK Coburg in Saarbrücken.

Darin heißt es, dass das Gutachterhonorar nicht bezahlt werde weil es eine Weisung von oben gebe, dass auf das Gutachterhonorar des SV Mautes nichts reguliert werden dürfe. Er, der Kollege, solle das Ganze sportlich sehen und halt klagen.

Diese Aktennotiz kann bei mir bezogen werden.

Ich kann nur empfehlen, diese Aktennotiz im Rahmen einer jedweden künftigen Klage um das Gutachterhonorar gegen VN der HUK Coburg zu zitieren und dem Gericht vorzulegen.

Mitgeteilt von Peter Pan im November 2006

Dieser Beitrag wurde unter Haftpflichtschaden, HUK-Coburg Versicherung, Sachverständigenhonorar veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Kommentare zu HUK Coburg angezählt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.