HUK-gesteuerter Geschädigter verurteilt

Das es sich nicht auszahlt, wenn man den Argumenten der HUK Coburg folgt, hat sich bereits herumgesprochen; es gibt aber immer noch Leute, die das leidvoll am eigenen Leib erfahren müssen.

In einem Rechtsstreit des Kfz-SV Franz Hiltscher aus Fürstenfeldbruck hat am 09.11. das AG Dachau gegen den Geschädigten und Kunden von Franz Hiltscher wie folgt entschieden:

1. Der Beklagte wird verurteilt, an die Klagepartei 374,26 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz hieraus seit dem 20.01.06 zu bezahlen.

2. Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Beklagtenpartei.

3. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Die Zwangsvollstreckung kann von dem Beklagten durch Sicherheitsleistung in Höhe von 120% des zu vollstreckenden Betrages abgewendet werden, wenn nicht die Gegenseite vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher Höhe leistet.

Aus den Gründen:

Die zulässige Klage ist begründet.

Der Anspruch des Klägers ergibt sich aus § 639 BGB. Zwischen den Parteien kam unstreitig ein Werkvertrag über die Erstattung eines Gutachtens nach Verkehrsunfall zustande. Das geforderte Honorar ist auch nicht unangemessen.

Wenn eine Taxe ausdrücklich nicht bestimmt ist, so wäre grundsätzlich eine übliche Vergütung im Sinne von § 632 II BGB zu gewähren. Bereits hier bietet es sich an, auf vergleichbare Sachverständigenhonorare zurück zu greifen, wie sie durch die BVSK-Befragung gegeben ist. Aus dieser BVSK-Befragung ergibt sich bereits für den hier festgestellten Wiederbeschaffungswert eine Honorarspanne von 296 – 332 €. Das vom Kläger geltend gemachte Honorar von 374,26 €, unter Berücksichtigung der zusätzlichen Nebenkosten, bewegt sich damit noch im Rahmen dieses üblichen Honorars. Weitere Anhaltspunkte für eine Unangemessenheit der Honorarstellung haben sich für das Gericht nicht ergeben, so dass die Klageforderung aus § 631 BGB begründet ist.

Fazit:

Natürlich wird der Franz Hiltscher immer noch schonend gegen seinen von der HUK Coburg umgepolten Kunden vorgehen und nicht gleich gegen diesen armen Menschen vollstrecken.

Der Anwalt von Franz Hiltscher hat jedenfalls den Beklagten über den Herrn Beklagtenvertreter, Herrn RA Thum, aufgefordert, zur Vermeidung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen den Urteilsbetrag nebst Zinsen binnen Wochenfrist zu zahlen.

Erst wenn diese Frist ungenutzt verstreicht wird vollstreckt.

Das Gutachterhonorar von 374,26 € war jedenfalls in der Vergangenheit seit dem 20.01.2006 mit einem Zinssatz von 6,95 % bestmöglich angelegt.

Ach ja: Wie hoch die Verfahrenskosten, die vom Beklagten zu tragen sind, geworden sind, werde ich noch mitteilen.

Mitgeteilt von Peter Pan im November 2006

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