HUK-Coburg interessiert BGH-Urteil nicht. – Neuer Textbaustein der HUK-Coburg? – „Ihr da oben am BGH, ihr könnt uns alle mal… „

Kürzlich fiel mir ein Schreiben der HUK-Coburg an eine Unfallgeschädigte in die Hände, in dem es hieß:

„Die im von Ihnen beauftragten Gutachten enthaltenen Vertragswerkstattlöhne können nur verlangt werden, wenn das Fahrzeug in einer Vertragswerkstatt auch repariert wird. Ansonsten muss sich der Geschädigte im Rahmen seiner obliegenden Schadensminderungspflicht auf Fachwerkstattlöhne verweisen lassen…“

Unglaublich, aber wahr: Das Schreiben der HUK-Coburg vom 2.2.2010, übersandt von der Schadenaussenstelle Mannheim, das mir vorliegt. Sogar die Schaden-Nr. kann ich angeben.

Das sind also die Konsequenzen, die die HUK-Coburg für ihre Regulierungspraxis aus dem BGH-Urteil vom 20.10.2009 – VI ZR 53/09 -, zieht.

Mittlerweile kann ich mich des Verdachts nicht erwehren, dass es sich insoweit um eine Kriegserklärung der HUK-Coburg an den BGH handelt. Anders als eine Kriegserklärung an das höchste deutsche Zivilgericht  kann man dieses Abrechnungsschreiben der HUK-Coburg nicht verstehen.

Da die HUK-Coburg auch ansonsten regelmäßig mit bundesweit einheitlich formulierten Textbausteinen arbeitet, liegt hier meiner Meinung nach in dem Abrechnungsschreiben   ebenfalls ein Textbaustein vor. Sollte sich daher die von mir geäußerte Vermutung bestätigen, so läge meiner Meinung nach ein bundesweit koordinierter Geschädigten-Betrug vor. Die HUK-Coburg spricht dem Unfallgeschädigten mit diesem Textbaustein bei fiktiver Abrechnung den Anspruch auf Erstattung von Markenvertragswerkstattlöhnen ab und behauptet rotzfrech, der Geschädigte würde mit der Geltendmachung von Markenvertragswerkstattlöhnen gegen seine Schadensgeringhaltungspflicht verstoßen.

Dass diese Behauptungen grotesk falsch sind, ist für jedermann nach dem Porsche-Urteil ( BGHZ 155, 1) und auch nach dem jüngsten VW-Urteil des BGH (DS 2010, 28 m. Anm. Wortmann) offensichtlich. Ich vertrete die Auffassung, dass hier absichtlich und zielgerichtet, das heißt vorsätzlich, die Rechte der Unfallgeschädigten aufgrund einer einheitlichen textbausteinlichen Anweisung hintergangen werden.

Was ist Eure Meinung dazu?

Sollten Euch bereits gleichlautende Abrechnungsschreiben der HUK-Coburg, gerne auch aus anderen Regionen als dem Rhein-Neckar-Bereich (Schadenaussenstelle Mannheim) vorliegen, sendet diese bitte an die Redaktion.

Urteilsliste “Fiktive Abrechnung” zum Download >>>>>

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