Mal wieder Zentralruf oder …

… das Management der Unfallschadensteuerung durch einzelne Versicherer.

Eine kleine Geschichte aus dem täglichen Leben eines freien Sachverständigen.

Kommt das Unfallopfer ins Büro, im Gepäck einen Auftrag zur Erstellung eines Beweissicherungsgutachtens. Er hält in Händen die Versicherungskarte zur Vorlage bei einem Schadenfall. Nach genauem Hinsehen entpuppt sich diese jedoch für die Privathaftpflicht- und Rechtsschutzversicherung des Schädigers.  Aufgrund der Aufregung an der Unfallstelle wurde zudem noch versäumt, das Kennzeichen vom Verursacher zu notieren.

Und nun – fragen die großen Augen des Unfallopfers?

Zunächst wurde das Kennzeichen mit Hilfe der Tagebuchnummer bei der Polizei erfragt. Dann ein Anruf – in weiser Voraussicht durch den Sachverständigen – beim Zentralruf, der Unfalltag und das Kennzeichen durchgegeben. Die Zürich Versicherung wird wohl in Anspruch genommen werden müssen, man werde gleich mal verbinden, so die Aussage am anderen Ende der Leitung.

Da die Versicherungsscheinnummer ausreichend wäre, wird einer Weiterleitung an die Versicherung nicht zugestimmt. 

Jetzt sei es erforderlich, einige Daten abzufragen, so der Mitarbeiter des Zentralrufs. Fragen könne er gerne, Antworten wird es jedoch nicht geben, darauf der SV. Das sei doch aber ganz normal und gar nicht schlimm – es werden gebraucht, die Daten des Sachverständigen, weitere Daten des Verursachers und wer der Geschädigte sei. Dazu fällt dem Sachverständigen doch gleich ein, dass gerade eine Werkstatt die Vermittlung eines Auftrages aufgrund einer Rücksprache mit einer Haftpflichtversicherung zurückgezogen hat. Ja, Ja – gar nicht schlimm – der Sachverständige vom Zentralruf zum Handlanger der Haftpflichtversicherung degradiert, gleich wie der Geschädigte selbst, der Reparateur und auch so mancher Anwalt, der seinen Mandanten immer öfter  Kostenvoranschlage erstellen läßt?

Der Einwand des Sachverständigen, dass er nur um Bekanntgabe der Versicherungsscheinnummer bittet, wird zunächst widersprochen. Alle Versicherer würden, wenn kein direkter Kontakt zur Versicherung hergestellt werden kann, diese Daten abfragen, so das Argument.

Welch ein Unsinn.

Dieses wurde daher auch gleich richtig gestellt. Sodass der Mitarbeiter des Zentralrufs die bereits geöffnete, vom Versicherer vorgegebene Maske wieder schließt, um das Kennzeichen und den Unfalltag nochmals abzufragen. Sekunden später konnte der Anrufer die Versicherungscheinnummer der Zürich Versicherung notieren.

Fazit:

Wer nicht Opfer des Schadenmanagements einzelner Versicherer werden möchte, sollte seine persönlichen Daten nicht mehr dem Unfallverursacher zur Kenntnis geben.

Die Frage an die Anwälte hier: Kann  anstelle der eigenen Anschrift die der Rechtsvertretung angegeben und/oder z. B. in den Europäischen Unfallbericht eingetragen werden?

MfG. Virus

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