Prioritätsbetrachtung für freie Sachverständige

Hier ist immer und immer wieder die Wichtigkeit erkennbar, sich in erster Linie den Verbraucherschutz bewußt zu machen.

Erste Frage: Wollen wir uns nach dem Gesetz verhalten?

Antwort: Ja

Zweite Frage: Wie wollen wir das machen?

Antwort: Der Gesetzgeber, die Gerichte und der BGH haben eindeutige Eckpfeiler gesetzt.

Dritte Frage: Warum werde Ich ständig dazu gedrängt, diese Aussagen und Gesetze nicht zu beachten?

Antwort: Weil es eine privilegierte Gruppe von Menschen gibt, die sich darüber hinwegsetzen darf.

Frage: Wie machen das diese Menschen in dem täglichen Einzelgeschäft?

Antwort: Eine junge, scheinbar neu geschulte Mitarbeiterin der Versicherung sagte zu mir kürzlich wörtlich:“ Warum weiß Ihr Kunde nicht, dass er Sie garnicht beauftragen darf, sondern unseren Sachverständigen anrufen muß?“

Ergebnis: Mir blieb der Mund offen stehen.

Unser oberstes Gebot, uns hinsichtlich dem Verbraucherschutz zu orientieren, erdete in diesem Moment zum Glück meine Anspannung.

So konnte ich dieser Frau mit freundlichen Worten erzählen, was der Geschädigte im Haftpflichtfall darf.

Hier wird offensichtlich, wie der Geschädigte im Detail von Beginn an beeinflußt wird.

Der Durchschnittsautofahrer wird nur einmal alle 10 Jahre mit einem Unfall konfrontiert. Wenn er dann diese Aussagen erhält, ist es wohl keine Frage mehr, was passiert.

Allein die falsche Ausbildung der Sachbearbeiter und Sachbearbeiterinnen erzeugt in jedem Einzelfall für den jeweiligen Geschädigten einen größer werdenden Abstand zu der Idee, nachzufragen: „Welche Rechte besitze ich eigentlich?“

Lösung:

Bezüglich der Gesetzgebung zum einen und durch BGH – Urteile zum anderen sollte eine griffige Verhaltensregel für den Geschädigten geschaffen werden, so dass er seinen Fall neutral zu betrachten lernt.

2.Fall heute am 07.09.07:

Da war ich heute am 07.09.07 drauf und dran, einen Restwert zu ermitteln, weil dieser von der Versicherung gefordert wurde.

Der Sachbearbeiter der Versicherung sagte dem Geschädigten: „Hätten Sie das Fahrzeug gleich von uns beurteilen – und in eine Werkstatt von uns reparieren lassen, hätten Sie jetzt das Problem nicht. Weil Sie einen freien Sachverständigen gerufen haben, rechnen wir gemäß wirtschaftlichem Totalschaden ab. Ihr Sachverständiger muß nun einen Restwert ermitteln, sonst bekommen Sie gar kein Geld!“

Der Geschädigte will jedoch reparieren. Wie, wann und von wem er reparieren läßt, kann er noch nicht entscheiden. Er benötigt zunächst das Geld.

Schaden 1.600,00 incl. 19% MwSt., Wiederbeschaffungswert 3.300,00

Ergebnis: Der Geschädgte schaltet einen Anwalt ein, da seine Rechte nicht kennt. Das macht er aber erst, nachdem ihm das 20 min erklärt wurde.

Über Dietrich Petzold

Nach 10 Jahren Entwicklung im Hause Porsche Weissach war ich seit 1993 bis Ende 2001 selbstständig als freier Sachverständiger im gegründeten Einzelbüro. Seit 2002 leite ich das Ingenieurbüro Richter in Ludwigsburg. Dieses Büro existiert seit 1974 am selben Ort. Zur Zeit sind wir 6 Sachverständige. Alle sind als freie Mitarbeiter tätig. Ein Praktikant wird momentan geschult.
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