Kfz-Werkstätten mit Versicherungsverträgen in der existenziellen Zwickmühle

Jeder Schaden – ein gesteuerter Schaden!

Die Innovation Group wirbt mit neuen Produkten:

NEUE PRODUKTE

REPARATURSERVICE DIREKT – EIN PROZESS,

EIN ANSPRECHPARTNER, KLARE KONDITIONEN

Gibt ein Kunde sein Auto ohne Empfehlung seines Versicherers in einen Kooperationbetrieb zur Reparatur, sollten dennoch die Konditionen eines gesteuerten Schadenfalls gelten. Dieser Wunsch stand am Anfang und wurde durch Reparaturservice Direkt realisiert.

Die wichtigsten Fakten:

•    Auch die nicht gesteuerten Schäden werden von unseren Partnerwerkstätten wie gesteuerte Schäden behandelt, das gilt für den Prozess und für die Konditionen der Abrechnung

•    Das neue Produkt Reparaturservice Direkt ist ab dem I.Quartal 2010 verfügbar

•    Für den Versicherer entsteht eine Fallpauschale

•    Damit profitieren alle Parteien gleichermaßen von gleich strukturierten Prozessen und einfachen Konditionen

•    Werkstätten bekommen ihr Geld innerhalb von fünf Werktagen

•    Versicherungen profitieren von günstigeren Konditionen auch im nicht gesteuerten Geschäft

•    Innovation Group hat zufriedene Kunden

Quelle:   Innovation Group:  Sehen Sie sich hier den Bericht an >>

Das Lackiererblatt – Magazin für Fahrzeuglackierung, Karosserie und Reparatur nimmt zum neuerlichen Vorstoß der Versicherer Stellung:

Schraube kräftig angezogen

Für die Kooperationspartner der Innovation Group (vormals Motorcare) begann das Jahr 2010 mit einer Überraschung. Im Briefkasten fand sich ein neuer Kooperationsvertrag, der es in sich hat. Ein neuer Vertragsbestandteil firmiert unter dem Titel „Reparaturservice Direct“. Während bislang Kooperationsbetriebe nur die von TIG tatsächlich gesteuerten Schadenfälle zu TIG-Konditionen bearbeitet haben, müssen künftig auch Aufträge diverser Versicherer, deren Kunden die Werkstatt direkt beauftragen, wie gesteuerte Fälle behandelt werden. Als „stets um Fairness bemühter Geschäftspartner“, schreibt das Unternehmen, verzichte man in diesen so genannten Direktfällen auf die Provision. Was das für Betriebe bedeutet, ist klar: Kunden, die als Stammkunden, auf Grund von Marketing-Bemühungen des Betriebs oder auch per Zufall ohnehin in den Betrieb gekommen wären, werden so behandelt, als wären sie von TIG vermittelt worden. Kundendaten werden zur Verfügung gestellt, und als Stundensatz gilt der für gesteuerte Schäden Vereinbarte. Ebenfalls neu ist ein „Factoring Service“, der eine schnelle Zahlung, die Übernahme des Ausfallrisikos sowie Kosten für das Forderungsmanagement enthält. Für den Factoring Service wird eine Provision von 2,5 Prozent des Netto-Rechnungsbetrags erhoben. Alle von TIG gesteuerten und die unter „Reparaturservice Direct“, siehe oben, laufenden Fälle werden verbindlich über den Factoring-Service abgerechnet. Die bei gesteuerten Fällen bislang bereits übliche TIG-Provision erhöht sich damit um 50 Prozent auf 7,5 Prozent der Netto-Auftragssumme. Bei den nicht gesteuerten Fällen der mit TIG kooperierenden Versicherungen sind 2,5 Prozent abzugeben – und die Konditionen gesteuerter Schäden zu akzeptieren. Für Kooperaionsbetriebe bedeutet der umstrittene neue Vertrag einen kräftigen Dreh an der Ertragsschraube.

Quelle: Lackiererblatt – Magazin für Fahrzeuglackierung, Karosserie und Reparatur

Vor dem Hintergrund:

dass die Pkw-Verkäufe in Deutschland  zu Jahresanfang auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren eingebrochen sind. Mit rund 181.500 Neuzulassungen sei im Januar das schwächste Ergebnis seit der Wiedervereinigung erzielt worden, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Dienstag in Bad Homburg mit. Verglichen mit dem bereits schwachen Januar des Vorjahres verkauften die Autohäuser nochmals 4,2 Prozent weniger Neuwagen. Quelle:  zeit.online “ Der Automarkt bricht ein“  , 

sollen die Unfallschadenreparaturbetriebe die Konkurrenzkämpfe der Assekuranzen noch nachhaltiger finanzieren. Womit die Zeit gekommen sein dürfte, dass  die Schadensteuerung der Versicherer den Kooperationspartnern sprichwörtlich das Wasser abgräbt. Ein Blick in die Bücher und jedem muss  klar werden, Marktwirtschaft – das war einmal.  Das Zeitalter der Versicherungswirtschaft ist den Kinderschuhen längst entwachsen.

Dann auch noch  dem geschätzten Kunden einfach so die Reparatur-Bedingungen des Haftpflichtversicherers vom Unfallgegner überhelfen, wirft zudem die Frage nach Treu und Glauben bezüglich der Erfüllung des Reparaturauftrages durch den Reparateur auf.  Denn wer kennt als Otto Normalo schon die Vertragsbedingungen zwischen Freund und Feind. Eine Aussage seitens des Kartellamtes angesichts den Kfz-Markt beinflussenden und nachhaltig verändernden, für viele Kfz-Betriebe tödlich endenden Eingriff durch die Versicherungswirtschaft ist unabdingbar und sollte zeitnah erfolgen.

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8 Kommentare zu Kfz-Werkstätten mit Versicherungsverträgen in der existenziellen Zwickmühle

  1. Zivilist sagt:

    Auszug:……Für den Factoring Service wird eine Provision von 2,5 Prozent des Netto-Rechnungsbetrags erhoben. Alle von TIG gesteuerten und die unter „Reparaturservice Direct”, siehe oben, laufenden Fälle werden verbindlich über den Factoring-Service abgerechnet. Die bei gesteuerten Fällen bislang bereits übliche TIG-Provision erhöht sich damit um 50 Prozent auf 7,5 Prozent der Netto-Auftragssumme. Bei den nicht gesteuerten Fällen der mit TIG kooperierenden Versicherungen sind 2,5 Prozent abzugeben – und die Konditionen gesteuerter Schäden zu akzeptieren. ….Ende

    Ist das nicht was für UWG??? oder ist Provisionzahlung bereits legitim???

  2. Willi Wacker sagt:

    Hallo,
    wieder eine Firma, die sich der Versicherungswirtschaft anbietet.
    Wie hatte Friedhelm S. am 10.2.2010 zu Fraunhofer IAO geschrieben: „…dann ist das F.-Institut ja wie eine D…., die sich anbietet(meint Willi Wacker), am Bordstein steht (meint Hunter) und nicht schlecht bezahlt wird(meint Andreas)…“ Das kann man dann auch auf obige Innovation Group übertragen.

  3. Andreas sagt:

    2,5% für den Factoring-Service? Dafür aber in fünf Tagen das Geld? Dann kann ich aber auch genauso gut länger warten und keine 2,5% abdrücken. Denn erst ab drei Monaten würde es sich lohnen.

    Jeder schneller bezahlte Euro ist also gut für mich. Jeder später bezahlte Euro auch, wenn ich konsequent den Zins geltend mache.

    Davon abgesehen, dass die Firmen jetzt auch bei vielen nicht gesteuerten Schäden erhebliche Zugeständnisse machen müssen…

    Grüße

    Andreas

  4. SV m. E. sagt:

    Nur Andreas, darum geht es doch längst nicht mehr. Bleiben die „gesteuerten“ Schäden weg, weil für die weiter führenden Vertragsbedingungen kein Spielraum mehr ist, reduziert sich ständig die Steuerberaterrechnung wegen sinkender Umsätze und weniger Buchungsvorgänge bis hin zum Zeitpunkt der Insolvenz des Reparaturbetriebes.
    Die Versicherer haben ihre Partnerwerkstätten im Sack, den sie jetzt gerade genüsslich ins Wasser tauchen. Fatal, doch wer …..

  5. borsti sagt:

    Warum lassen sich Betriebe freiwillig erpressen? Wer so etwas akzeptiert dem kann man glatt unterstellen dass er weder lesen geschweige denn rechnen kann und so etwas führt dann zwangsläufig zur Pleite.

    Aber wir haben ja sowieso angeblich zu viele Autohäuser.

  6. Buschtrommler sagt:

    http://www.autohaus.de/schluss-mit-lustig-fuer-die-innovation-group-922467.html

    http://www.mdr.de/mediathek/7084899.html

    ….die Gegenstimmen werden scheinbar laut…oder erwachen nun langsam manche Firmen…?

  7. borsti sagt:

    @Buschtrommler@ Danke für den Link – sehr informativ!

  8. SV Stoll sagt:

    „Ebenfalls neu ist ein „Factoring Service”, der eine schnelle Zahlung, die Übernahme des Ausfallrisikos sowie Kosten für das Forderungsmanagement enthält.“

    Auszug AUTOHAUS online/ZKF-Präsident Nagel:

    „Im Vertrag von Innovation Group steht eindeutig, dass nur dann, wenn die Haftung klar ist, auch der Auftrag erteilt wird. Wenn wir also einen Auftrag erhalten, bei dem ohnehin die Haftung eindeutig ist, stellt sich mir die Frage: Was soll der Quatsch? Diese 2,5 Prozent sind lediglich eine Margenerhöhung um 50 Prozent gegenüber dem, was die Innovation Group bisher bereits von uns nimmt.“

    Noch Fragen???

    Mfg. SV Stoll

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