AG Langen erläßt gegen die AllSecur Versicherung Versäumnisurteil, nachdem ihre vermeintlichen Prozessbevollmächtigten keine ordnungsgemäße Prozessvollmacht vorlegen konnten, und legt durch Beschluß die Kosten den BLD-Anwälten auf (AG Langen/ Hessen Urteil und Beschluß vom 17.11.2017 – 51 C 45/17 (80) -).

Hallo verehrte Captain-Huk-Leserschaft,

nachfolgend stellen wir Euch einen zutreffenden Beitrag eines Rechtsanwalts vor, den die Redaktion von Captain-Huk vor Kurzem erhalten hat. Grundlage für den Beitrag ist das Verhalten der Anwälte der eintrittspflichtigen Kfz-Haftpflichtversicherung AllSecur. Für die AllSecur Versicherung handelten – allerdings ohne Vollmacht!! – die Rechtsanwälte BLD. Wieder einmal waren die Kölner Anwälte ohne ordnungsgemäße Vollmacht unterwegs. Wir meinen, dass sich die Damen und Herren Geschädigtenanwälte viel zuviel von den Versicherungsanwälten gefallen lassen. Wie verhält es sich eigentlich mit der immer wieder von Versicherungsanwälten vorgebrachten Behauptung: „Unter Versicherung ordnungsgemäßer Vollmacht …“ ? Handelt es sich hierbei um eine uneidliche Falschbehauptung, um Anmaßung oder nur um ein Kavaliersdelikt? Auf jeden Fall konnten die BLD-Anwälte ihre behauptete Vollmacht für den Rechtsstreit nicht nachweisen. Hierfür kassierte die AllSecur Versicherung ein Versäumnisurteil und die BLD-Anwälte müssen auch noch die Kosten nach § 89 ZPO tragen. Eine erneute Schlappe für die BLD-Anwälte, wie wir meinen. Im Nachgang stellen wir Euch das Versäumnisurteil gegen die AllSecur Versicherung und den Zurückweisungsbeschluss gem. § 79 ZPO vor. Nachstehend wollen wir Euch auch noch den Bericht des Klägeranwalts bekannt geben.

„Ich habe für die Kollegen und Kolleginnen, die sich wie ich stets und
ständig mit teilweise überbordendem sinnlosem Bestreiten von allem und
jedem durch die Versicherungsanwälte konfrontiert sehen, einen
hilfreichen Tip, wie man sich hiergegen zur Wehr setzen kann:

Insbesondere bei Kanzleien, die das Spiel des Bestreitens „ins Blaue hinein“ zum Exzess führen, hilft es, die ordnungsgemäße Bevollmächtigung der Kollegen zu bestreiten.
Diese sind eigentlich grundsätzlich NIE in der Lage, eine ordentliche Vollmacht (im Original!) vorzulegen, die auch von handlungsbefugten Vertretern des Versicherungsunternehmens gegengezeichnet sind.
Um dies prüfen zu können, muss zudem ein HR-Auszug aktuellen Datums vorgelegt werden.

Dies bedeutet für die Kollegen, dass sie arbeiten müssen, anstatt nur Textbausteine aneinander zu reihen.
Auch müssen sie den Vorstand in jedem einzelnen Fall damit nerven, eine formelle Bestätigung und Vollmacht erteilt zu erhalten, was den Vorständen natürlich missfällt.

Wie schwer es beispielsweise den Kollegen BLD aus Köln fällt, eine Vollmacht vorzulegen, belegt die Tatsache, dass ich bereits wiederholt Versäumnisurteile gegen BLD diesbezüglich erstreiten konnte.
Hierbei ist das Gericht noch dazu angehalten, die Kosten des Verfahrens dem vollmachtlosen Vertreter gem. § 89 ZPO aufzuerlegen – also den Anwälten selbst.

Anbei ein jüngst insoweit ergangenes Urteil des AG Langen nebst
Kostenbeschluss zur Kenntnis.“

Soweit der Bericht des Anwalts des Klägers vor dem Amtsgericht Langen in Hessen.  Lest selbst den Beschluss und das Urteil des AG Langen vom 17.11.2017 und gebt dann bitte Eure sachlichen Anmerkungen ab.

Viele Grüße
Willi Wacker  

Amtsgericht Langen (Hessen)                                                  Verkündet am: 17.11.2017

Aktenzeichen: 51 C 45/17 (80)

Beschluss

In dem Rechtsstreit

Kläger

gegen

AllSecur Deutschland AG, vertr. d. d. Vorstand, Theodor-Stern-Kai 1, 60596 Frankfurt

Beklagte

Die Rechtsanwälte Kanzlei Bach, Langheid, Daiimayr wird wegen nicht nachgewiesener Prozessvollmacht als Bevollmächtigte der Beklagten zurückgewiesen.

Sie hat gemäß § 89 I letzter Satz ZPO diejenigen Kosten zu tragen, die dem Kläger durch die einstweilige Zulassung zusätzlich neben den sonstigen Kosten des Rechtsstreites entstanden sind.

Urteil:

Amtsgericht Langen (Hessen)                                                 Verkündet am 17.11.2017
Aktenzeichen: 51 C 45/17 (80)

Im Namen des Volkes
Versäumnisurteil

In dem Rechtsstreit

Kläger

gegen

AllSecur Deutschland AG, vertr. d. d. Vorstand, Theodor-Stern-Kai 1, 60596 Frankfurt

Beklagte

hat das Amtsgericht Langen (Hessen)
durch die Richterin am Amtsgericht Prass aufgrund der mündlichen Verhandlung vom
17.11.2017 für Recht erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 380,54 EUR Sachverständigenkosten nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 15.01.2016 zu zahlen.

Die Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreites zu tragen.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

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