AG Ottweiler verurteilt HUK-VN zur Zahlung restlichen SV-Honorars aus abgetretenem Recht

Das Amtsgericht Ottweiler hat mit Urteil vom 16.09.2008 (2 C 189/08) den Versicherten der HUK-Coburg verurteilt, an den Kläger 203,86 € nebst Zinsen sowie vorgerichtliche Anwaltskosten in Höhe von 70,20 € zu zahlen. Der Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreites. Die Berufung wird nicht zugelassen.

Aus den Entscheidungsgründen:

Die Klage ist in vollem Umfange begründet. Der Kläger hat einen Anspruch auf Zahlung von Schadensersatz gegen den Beklagten aus abgetretenem Recht des Geschädigten R. wegen des Schadensereignisses vom 09.10.2007. Der Kläger ist durch die schriftliche Abtretung des Schadensersatzanspruches durch den Geschädigten R. in Höhe der Kosten der Sachverständigenrechnung vom 12.10.2007 an die Stelle des Geschädigten getreten und ist daher berechtigt, an dessen Stelle Schadensersatz von dem Beklagten in Höhe der restlichen SV-Kosten zu verlangen.

Die Abtretung ist auch wirksam, sie erfolgte an Erfüllung statt. Der Kläger kann die restlichen Kosten der Begutachtung des verunfallten Pkw´s gemäß seiner Honorarrechnung vom 12.10.2007 in Höhe von 203,86 € beanspruchen, denn der vom Sachverständigen in Rechnung gestellte Betrag von brutto 669,97 € entspricht den ordnungsgemäßen Kosten der Schadensermittlung im Sinne des § 249 BGB….. Der Geschädigte kann grundsätzlich das von ihm an den Sachverständigen bezahlte Honorar an den Schädiger zum Ausgleich seines Schadens weitergeben. Dabei ist es auch grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass der Sachverständige, wie im vorliegenden Fall, seine Leistung nicht auf Stundenlohnbasis abrechnet, sondern sich an dem von ihm festgestellten Schadensumfang im Sinne eines Grundhonorars orientiert. Die Zugrundelegung dieser Grundsätze führt dazu, dass der Beklagte keinerlei Anhaltspunkte dafür vorgetragen hat, dass dem Zedenten als Geschädigten erkennbar war, dass das Sachverständigenhonorar des Klägers im vorliegenden Fall überhöht sein sollte. Nachdem der Kläger den Anfall der von ihm in Rechnung gestellten Nebenkosten substantiiert dargelegt hat, ist auch hinsichtlich der Nebenkosten seitens des Gerichtes nichts zu beanstanden. Dies gilt auch für die Fahrtkilometer, insbesondere war zu berücksichtigen, dass eine Fahrt von Schwalbach nach Schiffweiler vorzunehmen war. Auch Lichtbilder für vier Gutachtenexemplare sind nicht zu beanstanden. Neben dem Gutachten mit Lichtbildern für den Haftpflichtversicherer hat der Geschädigte Anspruch auf ein weiteres Exemplar sowie ein weiteres Exemplar für seinen Anwalt und der Kläger selbst hat für Archivierungszwecke ein weiteres Exemplar zu fertigen. Die Inrechnungstellung von vier Exemplaren und deren Ausfertigung ist daher nicht unwirtschaftlich. Da sich aus dem Gutachten auch hinreichend ergibt, dass bei der Frage der Schadensregulierung eine Fahrzeugbewertung erforderlich war (Totalschaden) sind auch die für die Fahrzeugbewertung eingestellten Kosten nachvollziehbar und für den Geschädigten als Zedenten nicht als übersetzt anzusehen. Nach alledem konnte ein verständig wirtschaftlich denkender Mensch anstelle des Zedenten keine Zweifel an der Angemessenheit der Liquidation des Klägers haben so dass die restlichen Gebühren von 203,86 € des Klägers aus abgetretenem Recht des Geschädigten zuzusprechen waren. Der Beklagte war daher kostenpflichtig zu verurteilen.

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Abtretung, Haftpflichtschaden, HUK-Coburg Versicherung, Sachverständigenhonorar, Urteile abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Kommentare zu AG Ottweiler verurteilt HUK-VN zur Zahlung restlichen SV-Honorars aus abgetretenem Recht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.