Bei der HUK-Coburg wird die 130% Reparaturabwicklung künftig über 6 Monate dauern!

Reaktion der HUK-Coburg auf das BGH Urteil vom 15.02.2005, (AZ. VI ZR 70/04 und VI ZR 172/04) und BGH, Urteil vom 23.05.06, AZ VI ZR 192/05

Erwartungsgemäß hat die HUK-COBURG nun auf das oben genannte BGH Urteil reagiert, weil dieses erhebliche finanzielle Vorteile für sie bedeuten könnte.

Das BGH Urteil über die SV Kosten, BGH Urteil X ZR 122/05 wird dagegen nach wie vor von dieser Firma nicht respektiert!

Mir liegt ein Schreiben der HUK-Coburg vom 07.08.2006 vor mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,den Schadenfall rechnen wir wie folgt ab:

Es folgen die schadenrelevanten Zahlen..

Dann diese bereits bekannte Textpassage!

„Übersteigen die (geschätzten) Reparaturkosten den Wiederbeschaffungsaufwand (=Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert), so liegt ein (wirtschaftlicher) Totalschaden vor. In diesen Fällen ist grundsätzlich nur der Wiederbeschaffungsaufwand erstattunsfähig.“

Und nun die neuesten Texte, welche vielen Geschädigten einen dornenreichen Weg der Schadenersatzleistung ankündigen.

„Bis maximal 30% über dem Wiederbeschaffungswert liegende Reparaturkosten können nur dann ersetzt werden, wenn der Geschädigte sein Fahrzeug vollständig und fachgerecht nach den Vorgaben des Sachverständigen reparieren lässt und durch eine Weiternutzung des Fahrzeuges sein Integritätsinteresse dokumentiert.
( BGH, Urteil vom 15.02.2005, AZ. VI ZR 172/04). Dabei muss die Weiternutzung mindestens 6 Monate, gerechnet ab den Unfalldatum, andauern ( vgl. BGH, Urteil vom 23.05. 2006, AZ VI ZR 192/05).

Ob dies der Fall sein wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden.

Wir stellen daher anheim, zu gegebener Zeit erneut an uns heranzutreten und geeignete Nachweise über die durchgeführte Reparatur und die Weiternutzung (Bescheinigung der Zulassungsbehörde) für den maßgeblichen Zeitpunkt einzureichen.
Bis dahin können wir lediglich den Wiederbeschaffungsaufwand ersetzen.“

Was heisst das im Klartext?

Es gibt für Reparartur Werkstätten die Möglichkeit einer 130% Reparatur nicht mehr, wenn der Geschädigte/Kunde sein Fahrzeug reparieren lässt und anschließend in Zahlung gibt.
Jeder Geschädigte verliert erhebliche Schadenersatzansprüche wenn er sein Fahrzeug innerhalb von 6 Monaten weiterveräußert, sein Fahrzeug gestohlen wird, sein Fahrzeug wieder verunfallt u. Totalschaden erleidet usw..
Problematisch wird es auch für Leasingnehmer, die ihr geleastes Fahrzeug erwerben möchten und kurz vor Vertragsende noch einen unverschuldeten Unfall erleiden. (Muss dann die Vertragsdauer verlängert werden bei Eintrag der Leasinggesellschaft im Kfz.-Schein? )
Auf alle Fälle wurde die Dispositionsfreiheit des Geschädigten in teilweise unzumutbarer Weise eingeschränkt und einige Versicherungen nutzen gnadenlos die Vorteile einer erheblichen Auszahlungsverzögerung und den damit verbundenen Einsparungen.

Die sowieso komplizierte Unfallschadenabwicklung erfordert nun zwingend die Beweissicherung eines SV und die Abwicklung durch einen versierten Rechtsanwalt, sonst ist der Geschädigte nur noch „Opfer“ der Versicherungen.

Das Positive an diesem Schreiben und m. E. das wichtigste ist für die KFZ.-Sachverständigen ist die Tatsache, dass die HUK-Coburg von nun an nicht mehr mit der Nichterforderlichkeit eines Gutachtens argumentieren kann, weil aufgrund ihres hier selbst verfassten Schreibens, zwingend in jedem Schadenfall (außer Bagatelleschaden) ein Kfz.-Sachverständiger entweder die Werte welche zu einem Wiederbeschaffungsaufwand führen, oder die Werte welche eine 130% Reparatur (nach Vorgaben des SV) bestätigen oder verneinen, dokumentieren muss.
Paradox ( Paranoid?) ist allerdings, dass zuerst ein SV von der HUK-Cobold gefordert wird, aber man dessen Honorar in vielen Fällen hartnäckig verweigert.

Oder Sieht das jemand anders?

MfG
Franz Hiltscher

Urteilsliste „130%-Regelung“ zum Download >>>>>

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