Weiteres SV-Honorarurteil des AG Hamburg-Altona gegen HUK-Coburg (319B C 271/07 vom 21.01.2008)

Das AG Hamburg-Altona hat mit Urteil vom 21.01.2008 – 319B C 271/07 – die HUK-Coburg verurteilt, an das SV-Büro… 152,92 € nebst Zinsen seit dem 14.03.2007 zu zahlen. Die Kosten des Rechtsstreites trägt die Beklagte.

Aus den Gründen:

Die Klage ist zulässig und hat auch Erfolg

Der Kläger hat Anspruch darauf, dass die Beklagte weitere € 152, 92 an das Sachverständigenbüro, das er zur Erstellung des Schadensgutachtens beauftragt hat, zahlt.

Zwischen den Parteien ist nämlich unstreitig, dass die Beklagte dem Kläger für die aus dem Verkehrsunfall vom 29.12.2006 entstandenen Schäden dem Grunde nach haftet. Die gem. § 249 BGB zu erstattenden Folgeschäden umfassen auch die Kosten für ein Sachverständigengutachten, soweit dieses, wie im vorliegenden Fall, zur Ermittlung des unfallkausalen Schadens erforderlich ist.

Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn die Gutachterkosten übersetzt sein sollten (Palandt-Heinrichs, § 249, Rnr. 40). Lediglich, wenn auch für den Laien erkennbar ein auffallendes Missverhältnis zwischen den Gutachterkosten und dem entstandenen Schaden besteht, kann dies den Erstattungsanspruch des Geschädigten schmälern. Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall.

Angesichts der Tatsache, dass sich das geforderte Honorar nach den unwidersprochenen Angaben des Klägers im Rahmen des sog. Honorarkorridors der BVSK sich befindet, kann dessen Unüblichkeit und Unangemessenheit nicht festgestellt werden. Vor diesem Hintergrund ist insbesondere nicht zu erkennen, dass der Kläger gegen seine Schadensminderungspflicht verstoßen habe, indem er das streitgegenständliche Sachverständigenbüro beauftragt hat. Der Einwand eines Auswahlverschuldens greift daher nicht durch.

Insbesondere war der Kläger auch nicht verpflichtet, einen SV aufzusuchen, der sein Honorar auf Zeitbasis berechnet und nicht auf der Höhe des Schadens.

Das Sachverständigenhonorar ist seitens des Gerichtes nicht zu beanstanden. Dies gilt für das Grundhonorar, aber auch für die festgesetzten Nebenkosten.

Insbesondere ist nicht zu beanstanden, dass der Sachverständige pro Foto einen Preis von € 1,92 fordert. Dieser Preis liegt sogar noch unterhalb des in § 8 Abs. 1 Nr. 2 des Zeugen- und Sachverständigenentschädigungsgesetzes a. F. vorgesehenen Aufwendungsersatz von € 2,00 pro Foto.

Da die Sachverständigenkosten von € 390,92 von der Beklagten bislang nur in Höhe von € 238,00 ausgeglichen worden sind, besteht ein Anspruch auf Zahlung weiterer €152, 92.

Die Beklagte war daher antragsgemäß zur verurteilen.

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