Bericht vom Autohaus-Schadenmanagement-Kongress 2006

Quelle: Autohaus-Schadenmanagement-Kongress 2006

24. Oktober – Dienstag Schadenmanagement.
Heute fand in Wiesbaden der AUTOHAUS-Schadenmanagement-Kongress 2006 statt. Hier die wichtigsten Aussagen:

1. Das Europarecht nimmt wachsenden Einfluss auf den Schadenmarkt.

2. Auch bei den Kfz-Versicherungen dominiert für den Versicherungsnehmer der Preis als Entscheidungskriterium. (Commodityprodukt)

3. Der Markt der noch 50 eigenständigen Kfz-Versicherer rüstet sich für den Kostenwettbewerb. Vier Mio. Kfz-Versicherungsnehmer sind Jahr für Jahr auf dem Sprung. Steigende Bestandsfluktuation!

4. Schaden-Kooperation, respektive Schadensteuerung macht heute jeder! Der Schadenmanagementmarkt ist damit Realität. Ein Viertel (?) der Kasko-Schäden werden inzwischen gesteuert. In Holland sind das bereits 60 Prozent. Fiktive Abrechnungen können nicht gesteuert werden. Die Kfz-Versicherer üben dabei mehr oder weniger ein Preisdiktat aus. Die Kfz-Versicherer versuchen die Schadenslenkung sowohl im Kasko- als auch im Haftpflichtschaden.

5. Das Gesamtmarktvolumen an Unfallreparaturen liegt in Deutschland bei rund neun Mrd. Euro (netto).

6. Karosserie- und Lackzentren tragen künftig zur Bündelung des Reparaturvolumens bei.

7. Hersteller werden Service-Mitarbeiter zu Unfallschaden-Experten qualifizieren.

8. Die Kfz-Versicherung wird zur integrierten Leistung beim Neuwagenkauf und ist integraler Bestandteil des Kundenbeziehungsmanagements im Autohaus.

9. Die Gesamtzahl an Unfällen sowie die Schwere der Unfallschäden hat stark abgenommen.

10. Der durchschnittliche Kaskoschaden liegt wie vor zehn Jahren bei 1.498 Euro.

11. Karosserie- bzw. Lackierbetriebe müssen in ländlichen Gebieten im Schnitt pro Std. 65 Euro, in Großstädten 85 Euro, im Mittel 78 Euro zzgl. MwSt. weiterverrechnen. Unter 65 Euro kann weder die erforderliche Qualität noch ein Überleben der Betriebe gesichert sein.

12. Das neue Rechtsdienstleistungsgesetz tritt frühestens im Oktober 2007 in Kraft. Danach können Autohäuser künftig die Schadenregulierung im eigenen Hause bewerben. Im Schadenbereich wird man in 90 Prozent der Fälle künftig keinen der 140.000 deutschen Rechtsanwälte mehr brauchen. Die Kfz-Innungen werden zukünftig sicher zertifizierte Anwälte empfehlen.

13. In Holland gibt es in der Schadenabwicklung grundsätzlich keine UPE-Aufschläge, mehr Reparatur statt Austausch, kaum externe Gutachter, 60 Euro Kosten für das Gutachten, keine Wertminderung, keinen Nutzungsausfall, keine Verbringungskosten, keine 130 Prozent-Regelung.
Und sie leben auch!

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