Die DA Direkt bekommt wohl auch „kalte Füße“, sobald rechtswidrig gekürzter Schadensersatz direkt bei deren Versicherungsnehmern beigetrieben wird?

Wie bereits am 08.06.2014, 15.06.2014, 24.06.2014 sowie am 30.06.2014 berichtet, reagieren einige Versicherer wohl etwas „verschnupft“, wenn man deren Versicherungsnehmer mit Restforderungen konfrontiert, die der Versicherer vorher rechtswidrig gekürzt hatte. Offensichtlich reagieren die Versicherungsnehmer mit Unverständnis gegenüber ihrem Versicherer, da der brave Bürger wohl davon ausging, man sei im Falle eines Verkehrsunfalles gut oder zumindest vollumfänglich haftpflichtversichert? So kann man sich täuschen, wenn man aufgeblähten Werbeversprechen blindlings vertraut oder dem Lockruf der Billigprämie erliegt?

Hier ein entsprechendes Schreiben der DA Direkt Versicherung an einen Kfz-Sachverständigen, nachdem der den Schadenverursacher zum Ausgleich des rechtswidrig gekürzten Schadensersatzes (restliches Sachverständigenhonorar aus abgetretenem Recht) aufgefordert hatte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in dieser Sache hat uns unser Versicherungsnehmer Ihre Zahlungsaufforderung weitergeleitet.
Wir teilen Ihnen nochmals mit, dass wir an unserer Abrechnung Ihrer Gebühren festhalten.
Weitere Zahlungen können hier nicht erfolgen.
Bitte richten Sie weitere Schreiben in dieser Sache direkt zu unseren Händen.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Kunden Service

Liebe Da Direkt Versicherung – so wird das leider nichts! Korrekt fakturierte Schadenspositionen nicht ausgleichen wollen und dann noch Forderungen stellen? Hat irgendwie schon etwas von überheblicher Unverschämtheit, oder? Mit dieser Regulierungseinstellung einer Kfz-Haftpflichtversicherung müsste der Forderungssteller ja schon richtig verblödet sein, wenn er sich mit so einem Unternehmen weiter auseinander setzt? Insbesondere wenn es einen wesentlich einfacheren Weg gibt, auf dem man die fällige Restforderung realisieren kann.

Wunschvorstellungen von Versicherern, wie diese, sind aber keine Seltenheit, wenn man Vergleiche mit den Mitbewerbern zieht. Hierbei schätzen die Versicherer die Situation jedoch völlig falsch ein. Der Schädiger bzw. die dahinter stehende Versicherung kann keinerlei Rechte aus einem Schadensereignis herleiten und schon gar nicht irgend etwas fordern, sondern hat NUR den eingetretenen Schaden korrekt und vor allem vollständig auszugleichen im Rahmen des § 249 BGB. Das korrekte Regulierungsverhalten nach Recht und Gesetz ist heutzutage jedoch leider abhanden gekommen.

Im Rahmen des Schadensersatzrechts gibt es keinen Raum für rechtswidrige Kürzungen auf Grundlage eines „Schadenmanagements“ oder wie auch immer man den Raubzug am Geschädigten zur Zeit nebulös benennen mag. Sofern ein Kfz-Haftpflichtversicherer seinen gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen will, muss eben der Schädiger selbst dafür gerade stehen. So einfach ist das! Dann weiß der Kunde der Versicherung auch gleich, bei welcher „Holzkasse“ er versichert ist.

Halter, Fahrer und Versicherung sind nämlich Gesamtschuldner im Falle eines Schadensereignisses. Fällt einer davon aus, weil der z.B. keine Lust  hat, ordnungsgemäß zu regulieren, dann haftet eben der andere gegenüber dem Gläubiger (Geschädigten). Ist ein völlig normaler Vorgang im Verhältnis zwischen Gläubiger und Schuldnern. In Fällen der Versicherungsverweigerung ist demnach der Fahrzeughalter und/oder der Fahrer „fällig“, der im Regelfall auch Versicherungsnehmer der jeweiligen Gesellschaft ist.

Bei Kürzungen durch den Versicherer nimmt man demzufolge immer den nächsten Schuldner in die Pflicht. Dies nicht nur beim gekürzten Sachverständigenhonorar, sondern bei allen rechtswidrigen Kürzungen durch den Versicherer, wie z.B. auch bei den anderen „üblichen Schweinereien“ der fiktiven Abrechnung, Wertminderung, Nutzungsausfall, Restwerten, Mietwagenkosten, Personenschäden usw.

By the way:
Was passiert eigentlich, wenn ein Kfz-Haftpflichtversicherer so richtig große Schadensersatzforderungen, wie sie z.B. bei einem Personenschaden anfallen, nicht ausgleichen will? Da hat der Versicherungsnehmer aber ein richtiges Problem, wenn er am Ende auf 50.000 €, 100.000 € oder noch mehr sitzen bleibt, nur weil seine Versicherung nicht zahlen will? Hierbei kann schnell Haus und Hof oder möglicherweise sogar die gesamte Existenz im Eimer sein? Prost Mahlzeit! Dieses Risiko möchte ich auf alle Fälle nicht eingehen. Deshalb werde ich grundsätzlich jede Versicherung kündigen oder mich erst gar nicht bei Gesellschaften versichern, die bereits bei kleinen Beträgen irgendwelche rechtswidrigen Kürzungen vornehmen.

Sofern ein Versicherer den „Wunsch“ äußert, dass dessen Versicherungsnehmer künftig nicht mehr mit Anschreiben „behelligt“ werden, stellt auch diese „Forderung“ kein Problem dar. Dann bekommt der Versicherungsnehmer – nach den rechtswidrigen Kürzungen durch den Versicherer – eben gleich einen Mahnbescheid (ohne Vorwarnung). Sofern sich der dann ob dieser „Brutalität“ bei der Geschädigtenseite beschweren sollte, kann man ja auf die „Wünsche“ der jeweiligen Versicherung (wie z.B. das obige Anschreiben der DA Vers.) verweisen.

Kleine Wünsche werden in der Regel stets sofort erledigt.
Aufgrund des massiven Widerstandes der Versicherungswirtschaft dauert das Wunder hin zur korrekten Schadenregulierung wohl aber noch etwas länger? Diesen Zeitraum deutlich zu verkürzen ist jedoch die Triebfeder unseres Engagements.

Die direkte Inanspruchnahme der Unfallgegner (Schädiger) auf Zahlung rechtswidrig gekürzter Positionen seitens der Haftpflichtversicherer ist zur Zeit der EINZIGE WEG, mit dem man die Mauer der Schadenverweigerer dauerhaft durchbrechen kann. Es müsen nur genügend mitmachen.

Bitte sämtliche Kürzungsschreiben, Prüfberichte usw. an die Captain HUK Redaktion schicken. Irgendwann ist D-Day!

Siehe auch:

Captain-HUK-Beitrag vom 08.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 15.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 24.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 30.06.2014

Dieser Beitrag wurde unter Abtretung, DA Allgemeine/DA direkt Versicherung, Das Allerletzte!, Ersatzteilzuschläge, Fiktive Abrechnung, Haftpflichtschaden, Lackangleichung, Lohnkürzungen, Mahnbescheid, Mietwagenkosten, Nutzungsausfall, Restwert - Restwertbörse, Sachverständigenhonorar, Stundenverrechnungssätze, UPE-Zuschläge, Wichtige Verbraucherinfos abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Kommentare zu Die DA Direkt bekommt wohl auch „kalte Füße“, sobald rechtswidrig gekürzter Schadensersatz direkt bei deren Versicherungsnehmern beigetrieben wird?

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