Ein Mädchen für alle (Un-)Fälle – Ihr VW u. Audi Autohaus R.

Die Anwälte der Altmark danken der Firma R. für das zu erwartende erhöhte Auftagsaufkommen.

oder

 Ein Zertifikat, das nicht zum Vorteil des tatsächlichen Kunden kreiert wurde.

 Willi Wacker führte am 15.07.2008 im Beitrag Das neue Rechtsdienstleistungsgesetz u.a. folgendes aus: 

Mit neuen Geschäftsmodellen, neuen Regulierungsgesellschaften, Schadenskooperationen, neuen Internetdiensten etc. wollen sie vom Rechtdienstleistungsgesetz profitieren und sich im Unfallschadensgeschäft stärker profilieren. Auch die Versicherer sind nicht tatenlos geblieben. Einige wollen mit neuen Regulierungsmodellen Hersteller und Importeure und ganze Händlerorganisationen als so genannte „Schadenpartner“ gewinnen, wobei den Partnerbetrieben ein auskömmliches Reparaturaufkommen in Aussicht gestellt wird, wenn sie die Unfallreparaturen nach vorgegebenen Abläufen durchführen. Inwieweit sich die angesprochenen Reparaturwerkstätten dadurch allzu sehr an die Versicherer binden, soll hier nicht weiter dargestellt werden.

Soweit jedoch durch derartige Kooperationen die Ansprüche der Geschädigten gekürzt werden, sind diese Modelle mehr als bedenklich, da in verschiedenen Modellen von Anwälten nicht mehr die Rede ist. Vielmehr ist dort eine Regelung in dem Sinne angesprochen, dass sich bei normaler Sachlage eine „Dritthilfe“ (gemeint ist wohl der unabhängige qualifizierte Anwalt) erübrigt. Es stellt sich daher die Frage, ob die Anwälte die Verlierer durch die Neuregelung durch das Rechtsdienstleistungsgesetz werden? Diese Gefahr besteht durchaus (so Hörl, zfs 2008, 361). . Wichtig ist daher, dass die Verkehrsanwälte das Rechtsdienstleistungsgesetz als Chance für neue Partnerschaften mit Kraftfahrzeugbetrieben und Kraftfahrzeugsachverständigen verstehen. Zwar erhalten Kraftfahrzeugwerkstätten und Sachverständige durch das Rechtsdienstleistungsgesetz weitergehende Befugnisse zur Beratung über Unfallschäden als bisher. Mit § 5 des RDG hat der Gesetzgeber aber nur bestehende Praktiken legalisiert. Auch durch das neue Rechtsdienstleistungsgesetz bleiben die Kraftfahrzeugwerkstätten in ihrer Regulierungsbefugnis in wesentlichen Fragen beschränkt. Daran ändert auch die umfassende Regulierungsbefugnis im Rechtsdienstleistungsgesetz nichts. Die Unfallschadenregulierung bleibt Rechtsdienstleistung und Dritte setzen sich auch zukünftig Abmahnungen aus, wenn sie nächstens uneingeschränkt für Unfallschadenregulierung werben sollten (so Hörl, zfs 2008, 361).

Inwieweit sich die Firma R. in Stendal als  Reparaturwerkstatt – mit  ihrer ganz eigenen Betrachtungsweise zum neuen Rechtsdienstleistungsgesetz – an die Versicherer in Zukunft bindet, durften die Altmärker am vergangenen Donnerstag in ihrer Altmark Zeitung unter der Rubrik „Wirtschaft regional“ zur Kenntnis nehmen:

„Markantes Dreieck in Orange“

„Neuer Service in Stendals Autostadt mit kompetenter Rundum-Hilfe“

Unter dem neuen Markenzeichen „Unfall Spezialist“ bieten qualifizierte Volkswagenpartner professionellen, umfassenden Service im Falle eines (Un-) Falls von der Vororthilfe über die fachgerechte Reparatur bis zur Unterstützung bei der Abwicklung von Versicherungsformalitäten. Der Autofahrer kann sich sicher sein: Hier wird fachgerecht repariert, mit modernsten Verfahren für Karosserie- und Lacktechnik und natürlich mit Originalteilen. Ursprüngliches Aussehen und Sicherheit werden wieder hergestellt, der Wert des Fahrzeuges bleibt erhalten. Hersteller- und LongLife-Mobilitätsgarantie gehen nicht verloren.       Das Markenzeichen mit dem markanten orangefarbenen Dreieck tragen nur ausgesuchte Volkswagen-Service-Partner, die über die erforderliche HighTech-Werkstatt für Karosserie/Lack verfügen und deren Fachpersonal eine speziell geschult ist (Originaltext). Dazu gehört auch das Knowhow über alternative Reparaturverfahren, mit denen sich viele größere Blechschäden preiswert beheben lassen, bekannt unter dem Markennamen Volkswagen Clever Repair.  Das Knowhow hilft, Unfallwagen zeitwertgerecht instand zu setzen.      Der „Unfall-Spezialist“ ist nicht nur kompetent für Reparaturen, sondern steht für Rundumservice mit Vororthilfe und 24-Abschleppdienst mit Unfall-Ersatzwagen und kompetenter  Hilfe bei der Abwicklung von Versicherungsformalitäten. ….“ 

Zum Artikel gehört dann noch ein Foto, erklärt wie folgt: „Das Zertifikat halten Berater Peter J. (l.) und Service-Leiter Andreas D. stolz in Händen, was auch Sebastian Sch., VW-Service Deutschland, freut.

Bisher hat VW sein „Clever Repair“- Konzept als  – „moderne, alternative Reparaturverfahren, die das Fahrzeug optisch aufwerten sollen“, verkauft. Der Fahrzeughalter  komme günstig weg und sein Auto sehe trotzdem aus, als wäre fast nichts gewesen. Clever Repair sei  „Glatt günstiger“ bei allen kleinen Schäden am und im Auto.  Eine Reparatur auf der Stelle.

Schon vor dem neuen Rechtsdienstleistungsgesetz handelte die Firma R. wie im Zeitungsartikel veröffentlicht.  Über Jahre wurde der Kundenwille missachtet, den Sachverständigen seines Vertrauens zur Beweissicherung mit heranzuziehen. Man arbeite mit der DEKRA zusammen oder ein Gutachter wäre nicht erforderlich, ein (kostenpflichtiger) Kostenvoranschlag würde genügen.                     Bis dato lief das Ganze im stillen Kämmerchen ab.  Nunmehr wird das  neue Rechtsdienstleistungsgesetz seitens VW und der Firma R. als Grundlage des ganz eigenen Verständnisses zur Durchsetzung  eines weiteren aktiven Schadenmanagementes mit dem Namen „Unfall-Spezialist“, unter Ausweitung der Marke „Clever Repair“, herangezogen.  Die Entmündigung des  Unfallopfers wird öffentlich  – als uneigennütziger Rundumservice – gepriesen.   Somit muss sich der Fahrzeughalter nach einem Unfall aufgrund des  Service-Angebot der Firma R. im Altmarkkreis mit einem weiteren  Schadensteuerungsmodel, wie unter:

Fairplay der Allianz – für das Unfallopfer doch nur ein weiteres Schadensteuerungsmodell?

bei captain-hulk hinreichend diskutiert, auseinandersetzen.

Abschließend bleibt festzustellen und da komme ich wieder auf Willi Wacker zurück:

„Die Unfallschadenregulierung bleibt Rechtsdienstleistung und Dritte setzen sich auch zukünftig Abmahnungen aus, wenn sie nächstens uneingeschränkt für Unfallschadenregulierung werben sollten (so Hörl, zfs 2008, 361).“

 Anwälte, unabhängige Sachverständige und ihren Kunden gegenüber loyale Versicherungsvertreter werden sich Bundesweit neuen Herausforderungen stellen müssen.

Chr. Zimper

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