Neuer Textbaustein der HUK zum „Dauerbrenner“ Sachverständigenhonorar

Weder „Chief Compliance Officer“ noch mehrere tausend verlorene Prozesse scheinen bei der HUK auf fruchtbaren Boden zu fallen.

Wie uns von mehreren Seiten mitgeteilt wurde, startet die HUK im Moment wieder eine Offensive gegen freie und unabhängige Kfz-Sachverständige. Wir bitten alle Sachverständigen, die ein vergleichbares Schreiben (siehe unten) erhalten haben, an die CH-Redaktion einzusenden, damit wir die Tragweite der Aktion analysieren können. Des  weiteren wollen wir entsprechende Gegenmaßnahmen entwickeln. Wir bitten bei Übersendung der Schreiben auch um Angabe der Höhe des jeweils zu Grunde liegenden Sachverständigenhonorars (Bruttoendbetrag der Rechnung).

Fax: 0721/98929425

id-redaktion[at]captain-huk.de

[at] = @

Hier der Textinhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir zahlen heute an Sie:

Gutachterkosten                                   XXXXX €
Auszuzahlender Betrag                        XXXXX €

Die Sachverständigenrechnung haben wir nur teilweise ausgeglichen, da das Honorar nach unserer Auffassung den „erforderlichen“ Aufwand zur Schadenbeseitigung gemäß § 249 BGB übersteigt.

Hinsichtlich der Bemessung des Honorars folgen wir den Empfehlungen des Berufsverbandes der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e. V. (BVSK) und legen das Gesprächsergebnis BVSK 2009 – HUK-COBURG als Maßstab zu Grunde. Die dort veröffentlichten Bruttoendbeträge orientieren sich an der Schadenhöhe und enthalten die i. d. R. erforderlichen Nebenkosten und die Mehrwertsteuer.

Nach dem Urteil des BGH vom 23.01.2007 (Az. VI ZR 67/06) kann ein Geschädigter nach § 249 Abs. 2 BGB nur die erforderlichen Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in seiner Lage zur Behebung des Schadens zweckmäßig und angemessen erscheinen. Dabei ist der Geschädigte zwar grundsätzlich nicht zur Marktforschung verpflichtet, um einen möglichst preisgünstigen Sachverständigen ausfindig zu machen, allerdings verbleibt für ihn das Risiko, dass er ohne nähere Erkundigungen einen Sachverständigen beauftragt, der sich später im Prozess als zu teuer erweist.

Für das Einholen näherer Erkundigungen ist insoweit der Geschädigte bzw. auf Grund einer rechtsgeschäftlichen Abtretung der Rechtsnachfolger darlegungs- und beweispflichtig. Hierzu wurde bislang nichts vorgetragen, sodass wir nicht beurteilen können, inwieweit dem Wirtschaftlichkeitsgebot aus § 249 BGB genügt wurde.

Ohne entsprechenden Vortrag muss es bei der zur Verfügung gestellten Vorschusszahlung verbleiben.

Mit freundlichen Grüßen

HUK-COBURG-Allgemeine Versicherung AG

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Haftpflichtschaden, HUK-Coburg Versicherung, Sachverständigenhonorar, Unglaubliches, Willkürliches abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

36 Kommentare zu Neuer Textbaustein der HUK zum „Dauerbrenner“ Sachverständigenhonorar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.