Was „verdient“ eigentlich ein SSH-Sachverständiger ?

Außer einem gehörigen Maß an „Verachtung“ eigentlich nicht viel? Zumindest was die Aufträge für die Versicherungswirtschaft betrifft.

Hier eine aktuelle „Honorarvereinbarung“ der SSH (Schaden Schnell Hilfe) mit der VHV Versicherung :

Honorartableau VHV Modulares SSH KFZ-Schadentool

SSH-Compact-Drive In (nicht für Hagel)                           100,00 €*
Gutachten aus SSH-Compact Drive in Beauftragung
(incl. 1 Restwertbörse, falls erforderlich)                          200,00 €*

SSH-Compact-Drive Out                                                  150,00 €*
Gutachten (incl. 1 Restwertbörse)***                             270,00 €*

Hagel-Schadenbericht auf Sammelaktion / Drive In**      130,00 €*
Hagel-Gutachten auf Sammelaktion / Drive In**
(inkl. 1 Restwertbörse, falls erforderlich)                          180,00 €*

Hagel-Schadenbericht mit Anfahrt / Einzelbesichtigung    150,00 €*
Hagel-Gutachten mit Anfahrt / Einzelbesichtigung (inkl.
1 Restwertbörse, falls erforderlich)                                  250,00 €*

zzgl. Abrufkosten je weitere Restwertbörse                       20,00 €*

Rechnungsprüfung zu SSH-Produkt                                  30,00 €*

Sondergutachten nach Zeitaufwand pro Stunde
(Gegenübertellungen/Plauibilitätsprüfungen,                    119,00 €
Sonderfahrzeuge, Textgutachten/Berichte)

*Reparaturkostenkalkulationen und EDV-Gutachten zu Schäden an Zweirädern, PKW, LKW, Bussen, Zugmachinen, Sattelfahrzeugen, Anhängern/Sattelaufliegern, Sonderfahrzeugen, Wohnmobilen und Wohnanhängern, Sonstige, deren Ersatzteilpositionen mit Preisen und Arbeitswerten in EDV-Datenbanken von Audatex und/oder DAT überwiegend (90% der Ersatzteilpositionen) verfügbar sind.

**Sammelbesichtigungen ab 5 Fahrzeugen und Einzelbesichtigungen in SSH-Stationen (Drive In): keine Vollgutachten, wirtschaftlichen Totalschäden, Fahrzeuge > 3,5t, Wohnmobile und Anhänger. Hagel-Gutachtenpauschale beinhaltet 1 Restwertbörse/-beurteilung.

***Grundlage für das Gutachten: u.a. wenn die Reparaturkosten 50% des Wiederbeschaffungwertes erreichen oder überschreiten und / oder es liegen massive relevante Vor-/Altschäden vor.

Die angebotenen Konditionen verstehen sich brutto incl. allen Nebenkosten, Fotokosten sowie Fahrtkilometer bis zu einem Radius von 30 Kilometer. Jeder weitere Radius (30 km) wird mit 20 € netto zzgl. der gesetzlich erforderlichen Umatzsteuer berechnet.

Weitere Restwertbörsen werden nach Absprache eingebracht. Diese sind als extra Aufwendungen zu sehen. Standard ist 1 Restwertbörse.

Die angegebenen Honorare gelten als Honorarobergrenzen, der Sachverständige legt das endgültige Honorar aufwandsbezogen nach eigenem Ermesen fest.

Die bisherige Abrechnunsgart bei indirekt beauftragen Gutachten (die sog. „130% Regelung“) entfällt hierdurch. Als Honorarrahmen empfehlen wir ihnen sich an den marktüblichen Konditionen (HUK/BVSK- Tableau) zu orientieren.

Alles klar?

Pauschale Dumping-Brutto-Honorare „all inclusive“ – unabhängig von der Schadenshöhe, Rechnungsprüfung für 30 Euro, „indirekte“ Aufträge nach HUK-Honorartableau usw..

Da hat die Delegation der SSH aber richtig hart verhandelt?

Was bleibt dabei wohl noch übrig, wenn man 19% Mehrwertsteuer und die gesamten Kosten in Abzug bringt? Eine schwarze Null, rote Zahlen?
Auch als Auslastungsinstrument ist dieses „System“ völlig ungeeignet. Damit versaut man sich nämlich nachhaltig den gesamten Ruf.

Eine ähnliche Vereinbarung gibt es übrigens auch mit dem WGV. Dort gibt es dann noch 120 Euro (brutto) für den SSH RepCheck.

Dazu kommen in der Regel noch die bekannten „Schweinereien“ nach den Vorgaben der Versicherer bei der Schadenskalkulation; wie z.B. im Rahmen der fiktiven Abrechnung (keine UPE-Aufschläge, keine Verbringungskosten, keine Beilackierung, Smart-Repair, Kalkulation mit „Billiglöhnen“, Instandsetzung vor Erneuerung, Restwertbörse, „künstlicher Totalschaden“, Vorschadenexzess etc.)?

Der größte „Feind“ sitzt also nicht (nur) bei den Versicherern, sondern mitten im eigenen Lager. Für „kleines Geld“ werden hier Geschädigte (und auch „Berufskollegen“) „verkauft“ sowie ein  gesamter Berufszweig in Misskredit gebracht? Wie tief muss man eigentlich sinken, um hier mitzumischen?

„Verrat“ zum Schnäppchenpreis gehört heutzutage wohl zum Zeitgeist der Geldgesellschaft, wie eine verschimmelte Beilage in der Suppe? Vergleichbare „Sondervereinbarungen“ gibt es übrigens nicht nur bei den Sachverständigen, sondern auch bei Anwälten, Werkstätten, Mietwagenunternehmen usw..

Besser wird es aber dadurch nicht – „normal“ erst recht nicht!

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

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15 Kommentare zu Was „verdient“ eigentlich ein SSH-Sachverständiger ?

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