KRAVAG und Car-Expert

Heute kam dann der nächste Fall aus dieser Ecke auf meinen Tisch. Da der verantwortliche Mitarbeiter ass.jur. ist, darf man wohl juristische Kenntnis voraussetzen. Mit anderen Worten, Betrugsunterstellung findet nicht statt. Lieber wird schwammig formuliert.

in Vertrauen auf die Richtigkeit Ihrer Rechnung und eine ordnungsgemäße Reparaturdurchführung haben wir Ihnen 143,50 € am 09.02.2010 durch Überweisung bezahlt.

Eine Nachbesichtigung hat ergeben, daß von einer ordnungsgemäßen Reparatur überhaupt nicht die Rede sein kann. Eine Kopie des Berichts des Sachverständigen K… vom 01.06.2010 fügen wir zur Kenntnisnahme anbei.

Bitte zahlen Sie uns  die für die Reparatur durch uns geleisteten 143,50 € zurück. Für die Nachbesichtigung hatten wir zudem Aufwendungen in Höhe von 147,27 €, die Sie uns ebenfalls bitte erstatten wollen.

Weitere rechtliche Schritte bleiben vorbehalten für den Fall, daß wir bis zum 20.06.2010 einen Zahlungseingang nicht feststellen können.

Kein Wort von einer Anspruchsgrundlage auf der ich einen Betrugsvorwurf aufbauen könnte. Nur eine Bitte und eine Mitteilung, daß man sich rechtliche Schritte vorbehält.

Die Verantwortung für das Gesagte wird dem Sachverständigen zugeschoben. Und hier, seine sachverständige Meinung

Reparaturdatum 16.01.2010   Besichtigungsdatum 29.05.2010

Schadenschilderung/Rahmengeschehen

Mündlich Angaben von Herrn G.  jr. Und dem Fahrer beim Besichtigungstermin:

Lt. Herrn G. jr. kommt ein Mitarbeiter der Fa. Gladel alle 2 Wochen Samstags vorbei und schaut sich alle Lkw an ob Schäden an den Scheiben vorhanden sind. Diese werden dann behoben. Lt. Fahrer soll ein Steinschlag in der Mitte unten bei dem Riss behoben worden sein.

Beschädigungsbild:

An der Frontscheibe befindet sich unten links außen ein instand gesetzter Steinschlagschaden. Daneben sind 4 weitere unreparierte Steinschläge vorhanden. In der Mitte unten befinden sich 2 Steinschläge und dazwischen ist die Scheibe auf  einer Länge von ca. 20 cm gerissen. Rechts außen ist ein weiterer unreparierter Steinschlag.

Folgende Beschädigungen werden als aus dem Schadenereignis stammend angegeben:

Lt. Fahrer des Lkw soll der untere Steinschlag am Riss in der Mitte repariert worden sein. Hier sind keine Reparaturspuren ersichtlich. Es befand sich rechts neben dem Riss eine kleiner Klebestreifen, dieser konnte abgezogen werden.

Nach den Aussagen des Fahrers dieses Lkw soll ein Steinschlag der sich beim Riss in der Mitte befindet repariert worden sein. Hier sind keine Reparaturspuren vorhanden. Im Falle einer Reparatur, hätte die Scheibe an dieser Stelle nicht Reisen dürfen. Außerdem befinden sich auf der Scheibe, außerhalb des Sichtbereiches des Fahrers mehrere unrepariete Steinschlagschäden, so dass davon auszugehen ist, dass die Reparatur links außen bereits vor Eintritt dieser Schäden und vor Erstellung dieser Rechnung erfolgte. Danach hätte bei der Masse der Schäden und bei dem vorhanden Riss eine Reparatur keinen Sinn gemacht.

Eine Reparaturdurchführung, zum Zeitpunkt wie in der Rechnung ausführt, erschient fragwürdig.

Eine nette Anhäufung von Mutmaßungen, besonders wenn man bedenkt, dass die Begutachtung 3 1/2 Monate nach der Reparatur erfolgte. Auch hier kein konkreter Vorwurf.

Wichtig wäre für mich folgendes:

  • Gibt es bei Nachbesichtigungsrecht der Versicherung, bei einem abgeschlossenen Fall? Niemand hat die KRAVAG gezwungen zu zahlen, bevor die Reparatur besichtigt worden ist. (Ein Kunde meinte, dass die Versicherung dieses Recht nicht hätte) Ist ja auch immer etwas schwierig, Ereignisse die Monate zurückliegen, noch zu beurteilen.
  • Der Gutachter berechnet 1,5 Std. zu 66,47 €; ist das ein üblicher Preis?  Unter der an die KRAVAG gerichteten Rechnung steht „Rechn. bitte nicht bezahlen! Rechnungsbetrag wid durch Sammelrechnung erhoben.“ Bin mir nicht sicher, ob die da nicht noch einen Rabatt bekommen, mit anderen Worten das Gutachten kostet die KRAVAG weniger als die ausgewiesenen 147,27 € welche diese von mir erstattet bekommen möchte.

Die Schilderung des Vorfalles dient zur Infomation. Lediglich die beiden Fragen hätte ich gerne beantwortet.

Nur damit es klar ist, ich werde nicht zahlen und beabsichtige eine Unterlassung zu verlangen, bzw. im konkreten Fall ist vermutlich der Riss trotz Reparatur weiter gelaufen und hat nun eine Länge die nicht mehr repariert werden kann. Klarer Garantiefall, sobald die Scheibe nachweislich getauscht ist, erstatte ich 143,50 € zurück, aber erst nach erfolgtem Scheibentausch.

Über Roswitha Gladel

Wir haben den Kampf gegen die Versicherungen verloren. Endgültig, grausam und für immer.
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