Verlust des Anrechtes auf anwaltliche Vertretung nach Rechtsansicht der HUK-Coburg?

Der Captain Huk Leser, Herr Ra Clemens Miegel aus Berlin hat hier einen nach meiner Meinung sehr interessanten Beitrag gepostet, welcher nun eine angeregte Disskussion auslösen dürfte. 
Die Überschrift des Beitrages stammt aus meiner Feder. 

Zitat:
Vielleicht habe ich aus meiner eigenen Berufspraxis einen interessanten Fall für Ihre Seite, der dort der interessierten Fachöffentlichkeit vorgestellt und zur Diskussion freigegeben werden kann. Wir selber haben im
Kollegenkreis einen solchen Fall noch nicht erlebt:

Beteiligt ist die HUK als Haftpflichtversicherin eines Unfallverursachers. Dessen Einstandspflicht gegenüber der Geschädigten ist unstrittig.

Die Geschädigte hat ihre Erstattungsansprüche aus der Reparatur ihres Fahrzeuges an eine Werkstatt abgetreten. Die Huk zahlt nicht an die Werkstatt. Erst nach anwaltlicher Tätigkeit erfolgt eine Zahlung der sich in Verzug befindlichen Huk an die Werkstatt. Nicht reguliert wird jedoch die anwaltliche Gebührenrechnung. Vielmehr soll die den Anwalt beauftragende Werkstatt auf den Kosten des Anwaltes sitzen bleiben.
"Begründet" wird dies von der Huk wie folgt: Hätte die Geschädigte ihre Erstattungsansprüche nicht an die Werkstatt abgetreten und ihren Anspruch gegen die Huk mit anwaltlicher Hilfe unmittelbar geltend gemacht, so hätte die Huk die Anwaltskosten übernommen. Dadurch, daß die Geschädigte die Ansprüche auf einen Dritten (die Werkstatt) abgetreten hat, hat die Huk für deren anwaltliche Kosten nicht mehr einzustehen, auch wenn sie sich in Verzug befunden hat. Es handele sich bei den Gebühren vielmehr um einen nicht erstattungsfähigen Drittchaden.

Zusammengefaßt vertritt die Huk daher folgende Auffassung: Die Beauftragung eines Rechtsanwaltes auf Kosten des Schädigers (also im Ergebnis auf Kosten der Huk) steht nur dem unmittelbar Geschädigten zu.
Diese Rechtsposition kann nicht auf den Rechtsnachfolger (also die ausführende Werkstatt) übergehen.

Auch wenn der Fall vielleicht etwas juristisch klingt, mag er von seiner Grundkonstellation her häufiger in der Praxis vorkommen. Vielleicht ist einer der Leser schon einmal dieser Problematik im Verhältnis zur Huk begegnet und hat so seine eigenen Erfahrungen gemacht.

Mit Gruß aus Berlin,

Rechtsanwalt Clemens Miegel.

Dieser Beitrag wurde unter HUK-Coburg Versicherung, Rechtsanwaltskosten, Unglaubliches abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Kommentare zu Verlust des Anrechtes auf anwaltliche Vertretung nach Rechtsansicht der HUK-Coburg?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.