AG Langen verurteilt VN der HUK-Coburg zur Zahlung des Betrages, den die HUK-Coburg gekürzt hatte, aus abgetretenem Recht mit Urteil vom 29.6.2011 – 55 C 46/11 (11) -.

Hallo verehrte Captain-HUK-Leser, die in dem Schreiben der HUK-Coburg ( siehe Bericht vom 17.7.2011 ) aufgestellte Behauptung, dass der Geschädigte den preisgünstigsten Sachverständigen beauftragen müsse, um dem Wirtschaftlichkeitsgebot zu genügen, wird durch das jüngste gerade gegen den VN der HUK-Coburg ergangene Urteil des AG Langen(Hessen) widerlegt. Geklagt hat das Sachverständigenbüro, an das der Schadensersatzanspruch des Unfallgeschädigten auf Erstattung der restlichen Sachverständigenkosten abgetreten worden war, aus abgetretenenem Recht direkt gegen den Unfallverursacher. Die HUK-Coburg war nicht Partei. Sie war nur insoweit beteiligt, als sie dem Beklagten ihren erfahrenen Anwalt aus Köln zur Seite gestellt hat. Aber auch der konnte nicht die Klageabweisung erreichen. Der Schädiger wurde verurteilt, an das klagende Sachverständigenbüro die restlichen 308,40 € zuzüglich Zinsen und Anwalts- und Gerichtsgebühren zu zahlen. Der wird sich bei seiner HUK-Coburg bedanken, dass er vor den Kadi gezogen wurde, und das dann auch noch aufgrund des rechtswidrigen Regulierungsverhaltens seiner HUK-Coburg, wie das Urteil ja beweist.   Das Urteil wurde erstritten und dem Autor eingesandt von Herrn Rechtsanwalt Lutz Imhof aus Aschaffenburg. Lest selbst und bildet Eure Meinungen. Vor allen Dingen gebt bitte Eure Kommentare ab.

Amtsgericht Langen (Hessen)

Geschäfts-Nr.: 55 C 46/11(11)

Urteil

Im Namen des Volkes

In dem Rechtsstreit

des Sachverständigenbüro D. D. & K. GbR vertr.d.d. Gesellschafter … aus G-Z.

Klägerin

gegen

H. A.   aus R. (VN der HUK-Coburg)

Beklagter

hat das Amtsgericht Langen (Hessen) durch die Richterin am Amtsgericht Dr. … im schriftlichen Verfahren am gemäß § 495 a ZPO auf Grund der Sach- und Rechtslage vorn 29.06.2011 für Recht erkannt:

Die Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin 308,40 EUR nebst Zinsen hieraus in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 23.09.2010 sowie 10,00 EUR Mahnkosten zu zahlen

Die Kosten des Rechtsstreits hat die Beklagte zu tragen.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

Ein Tatbestand war gemäß §§ 495 a5 313 a ZPO entbehrlich.

Entscheidungsgründe

Die Klage ist begründet.

Die Beklagte ist gemäß § 249 BGB verpflichtet, den geltend gemachten Schaden an die Kläger zu erstatten.

Die Kläger sind aktivlegitimiert. Dies hat die Beklagte durch Teilzahlung des Sachverständigenhonorars letztlich selbst anerkannt.

Die Abtretung ist im Übrigen auch hinreichend bestimmt. Denn sie benennt den Schadensfall, das Schadensdatum, die Beteiligten, den Anspruch selbst, d. h. Gutachterkosten sowie die geltend gemachte Höhe. Dies ist voll umfänglich ausreichend.

Die Haftung dem Grunde nach ist zwischen den Parteien unstreitig.

Die Kosten von Sachverständigengutachten sind vom Schädiger zu ersetzen soweit diese zu einer zweckentsprechenden Rechtsverfolgung und damit als Begleitkosten zur Herstellung des Zustandes, der ohne die Schädigung bestehen würde, erforderlich sind. Ob und in welcher Höhe Sachverständigenkosten erforderlich sind, richtet sich danach, ob sie Aufwendungen darstellen, die ein Verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage eines Geschädigten für zweckmäßig und notwendig erachten darf.

Im Bereich der Sachverständigengutachten fehlt es an einheitlichen Abrechnungsmodalitäten und allgemein zugänglichen Preislisten, die dem Geschädigten einen Vergleich der anfallenden Kosten ermöglichen. Daher darf der Geschädigte grundsätzlich von der Erforderlichkeit der anfallenden Sachverständigenkosten ausgehen, solange der Sachverständige sein Honorar nicht für ihn als Laien erkennbar Willkürlich festsetzt oder Preis und Leistung in einem auffälligen Missverhältnis zueinander stehen. Der Geschädigte ist grundsätzlich nicht zu einer Erforschung des ihm zugänglichen Markts verpflichtet, um einen für den Schädiger und dessen Haftpflicht-Versicherer möglichst preisgünstigen Sachverständigen ausfindig zu machen.

Das Sachverständigenhonorar hält sich hier im Rahmen des zur Wiederherstellung erforderlichen im Sinne des § 249 BGB. Eine für den Geschädigten erkennbar willkürliche Festsetzung des Sachverständigenhonorars ist nicht gegeben. Die Honorarforderung war für den Geschädigten nicht erkennbar überhöht. Das Grundhonorar bewegt sich im Rahmen des vom BVSK ermittelten Honorarkorridors. Auch die gesondert abgerechneten Nebenkosten erscheinen nicht unüblich.

Die Klage war folglich hinsichtlich der Hauptforderung begründet.

Auf Grund des Zahlungsverzuges stehen den Klägern darüber hinaus gemäß §§ 286, 288 BGB Mahnkosten und Verzugszinsen zu.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO.

Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit folgt aus §§ 708 Nr. 11, 713 ZPO.

So das Urteil aus Langen (Hessen). Was sagt Ihr?

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

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