AG Völklingen verurteilt HUK-Coburg zur Zahlung restlichen SV-Honorars

Das Amtsgericht Völklingen hat mit Urteil vom 24.09.2008 (5C C 504/08) die HUK-Coburg und ihre VN als Gesamtschuldner verurteilt, 440,91 € nebst Zinsen an das SV-Büro Dipl.-Ing. R. zu zahlen. Die Beklagten werden weiterhin als Gesamtschuldner verurteilt, an die Klägerin einen Betrag in Höhe von 57,24 € nebst Zinsen zu zahlen. Die Beklagten tragen als Gesamtschuldner die Kosten des Rechtsstreites.

Aus den Entscheidungsgründen:

Die Klage ist in vollem Umfange begründet. Unstreitig sind die Beklagten der Klägerin gegenüben wegen des Unfalles vom 10.02.2008 dem Grunde nach schadensersatzpflichtig. Die Klägerin macht mit der Klage restliche Sachverständigenkosten aus dem Verkehrsunfall geltend. Sie beauftragte zur Feststellung des Schadens an ihrem Fahrzeug den SV Dipl.-Ing. R. Für die Erstellung seines Gutachtens berechnete der SV mit Rechnung vom 18.02.2008 einen Betrag in Höhe von 981,93 €. Auf die SV-Kosten haben die Beklagten vorprozessual einen Betrag in Höhe von 541,02 € gezahlt.

Entgegen der Auffassung der Beklagten sind diese auch verpflichtet, die entstandenen SV-Kosten in voller Höhe auszugleichen. Dabei kann dahinstehen, ob die von dem SV erstellte Rechnung vom 18.02.2008 in jeder Hinsicht ordnungsgemäß ist oder nicht. Selbst wenn unterstellt würde, dass die Rechnung nicht ordnungsgemäß sei, kann dies der Klägerin nicht nachteilig angelastet werden. Vielmehr müsste die Beklagte eventuelle Fehler der Sachverständigenvergütung gegenüber dem Sachverständigen selbst im Rahmen eines evtl. bestehenden Schadensersatzanspruches geltend machen. Nach der Auffassung des Gerichtes könnte der Klägerin gegenüber eine fehlerhafte Rechnung des SV nur dann vorgehalten werden, wenn der Klägerin bei der Beauftragung des SV oder bei der Überprüfung des SV, insbesondere bei der Überprüfung der Rechnung, grundlegende Fehler vorgeworfen werden könnten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Klägerin hat ordnungsgemäß gehandelt. Es war absolut ausreichend, einen öffentlich bestellten und vereidigten SV mit der Begutachtung des Unfallfahrzeuges zu beauftragen. Sicher war die Klägerin nach Erhalt der Rechnung verpflichtet, die Rechnung grob zu prüfen. Dies hat die Klägerin auch getan. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es sich bei der Klägerin um einen Laien handelt, der sich mit der Abrechnung von Sachverständigenvergütungen nicht im Detail auskennt. Unter Berücksichtigung dieser Umstände hatte die Klägerin überhaupt keine Veranlassung, an der Richtigkeit der Rechnung des SV zu zweifeln. Die Rechnung des SV bewegt sich im übrigen auch der Höhe nach im üblichen Rahmen. Auch der Umstand, dass trotz einer pauschalen Abrechnung nach der Schadenshöhe auch weitere Nebenkosten abgerechnet werden, musste von der Klägerin nach Auffassung des Gerichtes nicht zum Anlass genommen werden, an der Richtigkeit der Rechnung zu zweifeln. Auch aufgrund der Höhe der vom SV geltend gemachten Nebenkosten bestanden aus Sicht der Klägerin kein Anlass zu weitergehenden Überprüfungen. Nach alledem ist festzustellen, dass die Klägerin ordnungsgemäß einen SV zur Begutachtung ihres Unfallfahrzeuges ausgesucht und ausreichend überprüft hat. Die Beklagten sind demnach der Klägerin zum Ersatz der Sachverständigenkosten verpflichtet. Da die Sachverständigenkosten durch die Klägerin bislang noch nicht ausgeglichen worden sind, kann die Klägerin daher Zahlung der Kosten an den SV fordern. Ansonsten müsste sie damit rechnen, durch den SV gerichtlich in Anspruch genommen zu werden. Hierauf muss sich die Klägerin jedoch nicht einlassen. Der Zinsanspruch sowie die Tragung der vorgerichtlichen Anwaltskosten ergibt sich aus dem Gesichtspunkt des Verzuges. So das überzeugende Urteil des Amtsrichters der Abteilung 5 C. des Amtsgerichtes Völklingen.

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Haftpflichtschaden, HUK-Coburg Versicherung, Sachverständigenhonorar, Urteile abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Kommentare zu AG Völklingen verurteilt HUK-Coburg zur Zahlung restlichen SV-Honorars

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.