Amtsgericht Bergen auf Rügen verurteilt VN der HUK-Coburg zur Zahlung der restlichen Sachverständigenkosten aus abgetretenem Recht mit Urteil vom 27.4.2011 – 2 C 12/11 -.

Nachdem vielfach beklagt wurde, dass so wenig Urteile aus den neuen Bundesländern hier veröffentlicht werden, gebe ich nachfolgend ein kurzes und knappes Urteil von der Insel Rügen bekannt. Kläger ist ein Sachverständiger aus Sachsen-Anhalt, der aus abgetretenem Recht gegen den Schädiger direkt vorgeht.  Das Urteil wurde erstritten und mir zugesandt von Herrn RA. Imhof aus Aschaffenburg.

Amtsgericht Bergen auf Rügen

2 C 12/11

URTEIL

IM NAMEN DES VOLKES

In dem Rechtsstreit

des Dipl.-Ing. …. (Sachverständiger) aus A-W.         – Kläger –

g e g e n

Herrn T.F. (Schädiger) aus S.                                          – Beklagter –

hat das Amtsgericht Bergen auf Rügen durch Richter am Amtsgericht …. auf die mündliche Verhandlung vom 6.4.2011 für Recht erkannt:

Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 188,55 € nebst Zinsen zu zahlen.

Der Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreites.

Von der Darstellung des Tatbestandes wird gemäß § 313a I ZPO abgesehen, weil gegen das Urteil ein Rechtsmittel unzweifelhaft nicht zulässig ist.

Entscheidungsgründe:

Der Kläger hat gegen den Beklagten aus abgetretenem Recht gemäß § 7 I StVG einen Anspruch auf Zahlung von 188,55 €.

Als Schadensverursacher war der Beklagte dem Geschädigten R. aus einem Verkehrsunfall gem. § 7 I StVG zur Erstattung der unfallbedingt entstandenen Schäden in voller Höhe verpflichtet.

Der Geschädigte R. hat seinen Ersatzanspruch hinsichtlich der Gutachterkosten am 21.9.2009 wirksam an den Kläger abgetreten, der die Abtretung angenommen hat. Der Zedent hatte Anspruch auf Erstattung von Gutachterkosten in Höhe von 564,66 €.

Mit dem Einwand, diese Gutachterkosten seien überhöht, kann der Beklagte nicht gehört werden. Der Geschädigte ist zwar der Vertragspartner des Gutachters. Der Gutachter ist aber bei der Regulierung des Unfallschadens als Erfüllungsgehilfe des Schädigers zur Feststellung der Höhe des Schadens tätig. Gutachterkosten wären daher allenfalls dann nicht in voller Höhe erstattungsfähig, wenn der Gutachter, für den Geschädigten als Laien erkennbar, seine Vergütung völlig willkürlich festgesetzt hätte oder den Geschädigten ein Auswahlverschulden hinsichtlich des Gutachters treffen würde. Beides ist hier nicht der Fall.

Die Gutachterkosten sind nur noch in Höhe von 188,55 € zu erstatten, nachdem die Beklagtenseite bereits einen Teilbetrag in Höhe von 376,11 € reguliert hat.

Die Hauptforderung ist gem. §§ 291, 288 I BGB ab Rechtshängigkeit zu verzinsen.

So das kurze und knappe, aber ausreichend begründete Urteil des Amtsrichters aus Bergen auf Rügen. Es gibt also doch noch Urteile aus den neuen Bundesländern.

Urteilsliste “ SV-Honorar” zum Download >>>>>

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