Amtsgericht Bochum verurteilt HUK Allg. Versicherung zur Zahlung restlichen Sachverständigenhonorars aus abgetretenem Recht

Die 40. Zivilabteilung des Amtsgerichtes Bochum hat mit Urteil vom 06.03.2008 (40 C 576/07) die beklagte Haftpflichtversicherung HUK Allgemeine Versicherung, Coburg, verurteilt, an den klagenden Sachverständigen 93,72 € nebst Zinsen zu zahlen. Die Kosten des Rechtsstreites sind der Beklagten auferlegt worden. Die Berufung gegen das Urteil ist nicht zugelassen worden.

Aus den Gründen:

Die Klage ist in vollem Umfange begründet. Zunächst hat der Amtsrichter festgestellt, dass der Kläger (Sachverständiger aus Witten) Inhaber der gegen die Beklagte gerichteten Forderung ist. Die zwischen dem Kläger und dem Geschädigten vereinbarte Abtretung der Honorarforderung ist wirksam. Sie stellt keinen Verstoß gegen das Rechtsberatungsmissbrauchsgesetz dar. Die Abtretung ist auch ausdrücklich an Erfüllung Statt erfolgt.

Der Abtretende war auch Inhaber der Forderung gegenüber der Beklagten als Haftpflichtversicherung des Schädigers. Das Gericht hat keine Anhaltspunkte gesehen, dass der Abtretende nicht Eigentümer des beschädigten Fahrzeuges gewesen ist.

Die Klage ist auch der Höhe nach in vollem Umfange begründet. Insoweit hat das Amtsgericht Bochum Bezug genommen auf die Entscheidung des OLG  Naumburg vom 20.01.2006 -NZV 2006, 546 ff. Nach dieser Entscheidung ist es dem Geschädigten vor Erteilung des Gutachtenauftrages nicht zuzumuten, Marktforschung zu betreiben. Die Grundsätze die im Verhältnis zwischen Geschädigten und Schädiger anzuwenden sind, gelten auch dann, wenn nicht der Geschädigte selbst, sondern der Sachverständige, wie in dem zu entscheidenden Fall, aus abgetretenem Recht gegen die Versicherung des Schädigers klagt. Insoweit werden nämlich Ersatzansprüche des Geschädigten geltend gemacht, diese verändern sich durch die Abtretung allerdings nicht. Nach diesen hier angewandten Grundsätzen des OLG Naumburg ist die Klage daher insgesamt in vollem Umfange begründet. Die Berufung gegen das Urteil war gem. § 511 Abs. 4 ZPO nicht zuzulassen.

Wieder einmal hat ein Amtsgericht unter Bezugnahme auf das hier bereits mehrfach erwähnte Urteil des OLG Naumburg zu Recht entschieden.

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