Der gläserne Bürger, abrufbar beim GDV?

Ist alles was machbar ist, auch erlaubt?

Nachdem  hier im Blog schon auszugsweise – DAS INTERVIEW: „AUF UNSER BRANCHENNETZ KANN MAN SICH VERLASSEN" – uns Bloggern und Usern zur Kenntnis gebracht wurde, liegt es auf der Hand – das kann doch noch nicht alles sein. Seit 9 Monaten ist auf den Seiten des GDV zu lesen, wie die Versicherer das "Papierlose Büro" anvisieren. Stolz wird Verkündet, wer mit ins Boot darf bzw. muss. Mit am Ruder  unsere Bundesregierung und demnächst auch die Justizbehörden? Der GDV, eine Schaltstelle zum unbegrenzten Datenaustausch. Daten der Versicherungsnehmer an alle und jeden –  zu jedem Sachverhalt.  All dies, ohne dass der "Kunde" auch nur ansatzweise davon Kenntnis erhält?

Auszug Interview:

"Und dabei wird auch die Schadenfreiheitsklasse von einem Versicherer zum anderen übertragen?
Ja. Das ist eben der Kommunikationsweg von der neuen Versicherung über den GDV zu dem alten Versicherer. Davon werden pro Jahr 12 bis 14 Millionen Daten ausgetauscht.

Existieren eigentlich Ideen, das Branchennetz zu erweitern?
Ja, mehrere. Wir würden gern auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in das Branchennetz einbinden. Dabei ist die Zertifizierung natürlich ein entscheidender Pluspunkt. Bei Kfz-Versicherungen wird es 2008 eine erweiterte Kommunikation bei der Versicherungsbestätigung geben. Dann soll der Datenaustausch zwischen Zulassungsstellen und Versicherungen nur noch elektronisch erfolgen. Wenn ein Kunde beispielsweise drei Doppelkarten hat,werden ab Mitte 2008 diese elektronischen Versicherungsbestätigungen auf einen Server gestellt, und wenn der Kunde dann zu seiner Zulassungsstelle geht und einen der Versicherer auswählt, holt sich die Zulassungsstelle die Bestätigung vom Server, lässt das Fahrzeug zu und gibt die Information auf elektronischem Wege an den Versicherer zurück.
 
Man kann gerade in Kfz-Angelegenheiten sicher noch mehr Dienstleister einbinden, oder? Man kann auch Sachverständige und Gutachter auf diesem Weg beauftragen. Wir wollen das auch mit Rechtsanwälten stärker tun, weil dabei sehr große Datenmengen hin- und hergeschoben werden müssen. Da erweitert sich das Branchennetz zurzeit deutlich. Das allerdings im Wesentlichen auch mit Unterstützung der Bundesregierung, die zum Beispiel auch in der Korrespondenz zwischen Rechtsanwälten und Gerichten mit„X-Justice” neue Wege der vollelektronischen Kommunikationsverfahren beschreitet."

Das ganze Interview kann man hier nachlesen: >>>>   

Nachdem das flaue Gefühl in meinem Magen sich halbwegs gelegt hat, würde mich jetzt interessieren, was Datenschützer, Rechtsanwälte, Gerichte sowie Politiker und vor allen Dingen die Sachverständigenorganisationen, wenn sie denn erwacht sind, als auch die IHK`s zu derartigen Plänen von Privatunternehmen, was ja Versicherer in erster Linie sind, zu sagen haben. Allein der Gedanke, jeder Unternehmer stellt die Daten seiner Kunden jedem, der diese haben möchte, per Mausklick mal so eben zur Verfügung, ist erschreckend.

Der "Datenschutz" in Deutschland eine leere Worthülse, behütet von Datenschützern, überwiegend damit beschäftigt, monatlich den pünktlichen Eingang der eigenen Bezüge zu überwachen?

Somit – schlecht beraten ist – wer sich auf "UNSER BRANCHENNETZ" verlässt!  Branchennetz, so harmlos das Wort klingt – das Schadenmanagement der Versicherer läuft hiermit zur Hochform auf. Den Versicherten und den Geschädigten in seiner Selbstbestimmung einzuschränken, um maximale unternehmerische Gewinne zu realisieren, so die Strategie der Konzerne. In das Branchennetz eingebunden, die Uniwagnis-Datei der Versicherer zur absoluten Risikosenkung? Das Zustandekommen von Verträgen, ausschließlich bestimmt durch den Versicherer.  Menschen mit schlechten Schadenprognosen in Zukunft ohne die Möglichkeit – durch eine "Mitgliedschaft" in der Solidargemeinschaft – ihre finanziellen Risiken absichern zu können.

Was braucht es aus Sicht der Versicherer als nächstes? Die Krankenchipkarte – darauf abgespeichert, alle Leiden und Wehwehchen des Einzelnen, zu stecken in den Laptop des Versicherungsvertreters vor Abschluss eines jeden Vertrages. Der Risikoaufschlag – die Gelddruckmaschine schlechthin.

Wissen sollte man auch, dass Frau Zypries und Herr Schäuble dieser Tage ein Abkommen zum Datenaustausch mit den USA unterzeichnet haben. Zu den sich daraus ergebenen möglichen negativen Folgen für jeden von uns nur mal diese Pressemitteilung: http://news.de.msn.com/politik/Article.aspx?cp-documentid=7781140 

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