Stundenverrechnungssätze und falsches Gutachten

Wie wichtig es ist, einen qualifizierten Fachgutachter mit der Erstattung eines Schadensgutachtens zu beauftragen, zeigt folgender Fall:

Auch hier ging es wieder darum, dass das von dem Geschädigten bzw. dessen Anwalt vorgelegte Gutachten im Bereich der Stundenverrechnungssätze zusammengekürzt wurde. Der Verfasser der Kalkulation hatte, aus Unwissenheit oder Versicherungsfeundlicher Grundgesinnung, die regionalen Durchschnittsstundensätze, die von der DEKRA ermittelt wurden, angesetzt:

Amtsgericht Reutlingen, AZ 3 C 1943/05 vom 08.12.2005, Zitat:

„Zum einen hat der Sachverständige ausweislich seinem Gutachten gerade nicht den Stundensatz ausschließlich einer markengebundenen Fachwerkstatt zu Grunde gelegt, sondern ausdrücklich festgehalten, dass der in der Schadenskalkulation ausgwiesene Lohn-Lackfaktor dem durchschnittlichen Stundensatz im Großraum Reutlingen entspricht. Die Beklagte wiederum hat nicht etwa einen anderen (abstrakten) durchschnittlichen Stundensatz in den Raum gestellt, sondern dem Kläger konkret drei Werkstätten aus dem Großraum Reutlingen, und insbesondere eine davon in Reutlingen selbst, angeboten, die zu günstigeren Stundenverrechnungssätzen die erforderlichen Reparaturarbeiten durchführen würden.“

Daher sollte jeder Unfallgeschädigte wachsam sein, welchen Gutachter er mit der Erstattung seines Gutachtens beauftragt.

SV Stoll

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