Wegen des Interessenkonflikts sollte der Schädiger bzw. sein Versicherer nicht gleichzeitig Ratgeber des Opfers sein.

Dies ist der Tenor des "Merkblatt für Opfer von Verkehrsunfällen"

Herausgegeben von der

Polizei Brandenburg 

siehe www.internetwache.brandenburg.de

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Broschüren & Faltblätter

  faltblatt-unfall.JPG

Faltblatt "Unfall" (pdf-Datei, 35.5 KB)

Zitat:
ANSPRÜCHE VON UNFALLOPFERN:

Grundsätzlich haben Unfallopfer Anspruch auf die Erstattung aller entstandenen Kosten einschließlich der anfallenden Anwaltskosten.

Denken Sie an die folgenden Punkte:

ANWALTSKOSTEN:

– sind vom Verursacher bzw. seiner Versicherung ggf. im Rahmen der Haftung – zu tragen

BEI SACHSCHÄDEN:

– Kosten für Sachverständige

Sie werden in der Regel bei einem Schaden ab 750,-€ (Bagatellgrenze) erstattet. Unfallopfer dürfen einen Sachverständigen ihrer Wahl zur Feststellung des Schadens beauftragen. Verzichten Opfer auf diese Feststellung, geraten sie leicht in Beweisnot. Wenn die gegnerische Versicherung auf die Beauftragung eines Sachverständigen verzichtet, darf das Opfer zur Wahrung seiner Rechte dennoch einen Sachverständigen beauftragen.

– Wertminderung

Auch bei Fahrzeugen, die älter als 5 Jahre sind, kann im Einzelfall durchaus ein Wertminderungsanspruch gegeben sein, da das Fahrzeug bei Verkauf nicht mehr unfallfrei ist. Das Sachverständigengutachten gibt über die Höhe Auskunft, nicht aber der Kostenvoranschlag einer Werkstatt!

– Freie Werkstattwahl

Opfer dürfen die Werkstatt ihres Vertrauens mit der Reparatur beauftragen.

– Totalschaden und Restwert

Im Totalschadenfall ist grundsätzlich der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes des Unfallfahrzeuges zu erstatten. Im Interesse des Unfallopfers sollten Wiederbeschaffungswert und Restwert durch einen unabhängigen Sachverständigen festgestellt werden.

Der Geschädigte ist berechtigt, sein Unfallfahrzeug zu dem vom Sachverständigen festgestellten Restwert zu veräußern, soweit die gegnerische Versicherung nicht zuvor einen konkreten Restwertaufkäufer zu einem konkreten höheren Preis benennt.

Übersteigen die Kosten den Wiederbeschaffungswert um nicht mehr als 30%, ist das Unfallopfer berechtigt, sein Fahrzeug fachgerecht Instand setzen zu Lassen.

– Mietwagenkosten/Nutzungsausfall

Für die Dauer der Fahrzeugreparatur haben Unfallopfer Anspruch auf Ersatz der Mietwagenkosten oder wenn ein Mietwagen nicht in Anspruch genommen wird, Zahlung von Nutzungsausfall. Bei Totalschaden besteht ein solcher Anspruch für die Dauer von ca. 10 bis 14 Tagen ab Unfalltag.

– Bergungs- und Abschleppkosten

– Porto- und Telefonkosten

Achtung!

Wegen des Interessenkonflikts sollte der Schädiger bzw. sein Versicherer nicht gleichzeitig Ratgeber des Opfers sein.

…..

Achtung!

∗ Wenn Sie Schadensschnelldienste nutzen, können Sie
oft nicht die Werkstatt oder den Sachverständigen Ihres
Vertrauens beauftragen. Möglicherweise werden dann
nicht alle Ihre Ansprüche berücksichtigt!

∗ Meistens zahlen Versicherungen nur so viel, wie Opfer
fordern. Schon aus diesem Grund ist es sinnvoll, als
Opfer einen Anwalt zu beauftragen! ….

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16 Kommentare zu Wegen des Interessenkonflikts sollte der Schädiger bzw. sein Versicherer nicht gleichzeitig Ratgeber des Opfers sein.

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