Wochenendzeitungsschau

Klare Worte findet die Zeitschrift „AutoBild“ in ihrer Ausgabe Nr. 3 vom 18.01.2008 auf Seite 80.

Unter der Überschrift „Kartell der Kürzer“ berichtet das Blatt an konkreten Unfallschadenabwicklungen, wie die Geschädigten um ihre Ansprüche „bis zur Grenze des Betruges“ gebracht werden sollen. Wie bei CAPTAIN-HUK immer wieder beschrieben, sollte auch hier unter Missachtung der BGH Rechtsprechung (AZ VI ZR 398/02), also dem mittlerweile 6 Jahre alten „Porsche-Urteil“, dem Geschädigten sein Schadenersatzanspruch um beinahe 2.000,00 € gekürzt werden. Einer weiteren Geschädigten sollten durch einen so genannten Prüfbericht fast 340,00 € vorenthalten werden. Trotz eindeutiger Haftungslagen, so der Autor, konnten erst die jeweils eingeschalteten Rechtsanwälte die Geschädigten vor weiteren finanziellen Schaden bewahren.

Auch hat der Autor dieses Beitrages, Herr Claudius Maintz, zusammenfassend recherchiert:

Der Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer kann mit Nachteilen für den Geschädigten behaftet sein. Der Anrufer wird von hieraus an „geschulte Telefonisten“ weitergeleitet. Denen gelingt es dann, das Unfallopfer in die von der gegnerischen Versicherung gewünschten Bahn zu drängen.

Die Aussage der Allianz-Sprecherin: „Die eingereichten Gutachten und Reparaturrechnungen werden unter Berücksichtigung der Rechtsprechung und Herstellervorgaben geprüft“ stellt der Autor hier ebenso – wie die vielen in diesem Blog dokumentierten unzureichenden Zahlungen der Versicherungen zeigen – in Frage.

„AutoBild“ hat es also auf den Punkt gebracht: „Kfz-Versicherer zocken ab: mit gekürzten Reparaturrechnungen bis zur Grenze des Betrugs.“

Zukünftige Geschädigte werden es „AutoBild“ danken.

Nicht erkannt, welchen „Gefahren“ sich das Unfallopfer mit einen Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer aussetzt, hat bisher der Rechtsanwalt R. Als „Expertentipp zum Verkehrsrecht“ schreibt dieser in der Volksstimme von heute, unter der Überschrift: „Die Beweissicherung nach Verkehrsunfällen“ unter Punkt 5:

Zitat: Um eine unberechtigte Regulierung des Schadens des Unfallgegners durch die eigene Haftpflichtversicherung zu vermeiden, sollte diese umgehend informiert werden. Bei Verschulden des Unfallgegners ist der entstandene Schaden sofort bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend zu machen. Ist diese unbekannt, kann sie unter Angabe des gegnerischen Kennzeichens, des Namens und des Unfalldatums beim Zentralruf der KFZ-Versicherer (0180…..) erfragt werden.

Richtig wäre meines Erachtens jedoch – die eigene Versicherung braucht und sollte nur informiert werden, wenn der Unfallhergang tatsächlich strittig ist. Stellt der Unfallgegner Ansprüche gegenüber der Versicherung des Beteiligten, wird die Versicherung mit Hilfe des Anspruchstellerfragebogens dann klären können, ob diese berechtigt sind.

Auch ist es nicht notwendig, dass der unschuldig in einen Verkehrsunfall Verwickelte umgehend die gegnerische Versicherung kontaktieren muss – diese Pflicht hat einzig und allein laut des Haftpflichtvertrages – der Verursacher, innerhalb einer Woche hat er seine Versicherung über das Unfallgeschehen zu benachrichtigen

Dem Unfallopfer bleibt es jedoch überlassen, innerhalb von 3 Jahren bis zum vollendeten 4. Jahr seinen Anspruch zu begründen. Also mehr als genug Zeit, eine Beweissicherung zur Schadenhöhe und Schadenumfang in Auftrag zu geben und sich einen Termin beim Anwalt zu holen. Ich erinnere mich hier noch an ein eigenes Schadensereignis, als die Versicherung nach einem Jahr die Prämie erhöhen wollte, weil der Gegner bisher noch keinen Anspruch geltend gemacht hatte. Was er ja noch zwei Jahre tun könne – so der Ansprechpartner meiner Versicherung.

Wenn man jetzt noch weiß, dass in der Volksstimme-Ausgabe der letzten Woche, der „Experten-Tipp“darauf hinwies, im Haftpflichtschadenfall hat das Opfer das Recht auf einen Anwalt seiner Wahl, dann wundert es doch sehr, dass heute der selbe Anwalt die gleichen potenziellen Verkehrsunfallopfer ohne Not in die Hände des „Gegners“ geben will, wenn er rät, in Unfallregulierungen wenig bewandert, den geschulten Versicherungsmitarbeiter zu kontaktieren. Denn darauf läuft ein Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer nach meiner Erfahrung hinaus.

Ich sollte mir wohl doch die Mühe machen und unserem Experten den Link zu diesem Blog mailen, damit er sich der Konsequenzen seines Rates nicht nur für den Unfallgeschädigten anhand der vielen hier dokumentierten Schadenabwicklungen, sondern aller an der Schadenregulierung beteiligten, wie versicherungsunabhängige Reparaturwerkstatt, freier Sachverständiger und nicht zuletzt seiner Kollegen, bewusster wird.

Mehr Weitsicht aller Experten in unserem Land wünscht sich

Virus.

Urteilsliste „Fiktive-Abrechnung“ zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Ersatzteilzuschläge, Fiktive Abrechnung, Haftpflichtschaden, Lohnkürzungen, Stundenverrechnungssätze, UPE-Zuschläge, Verbringungskosten, Wichtige Verbraucherinfos, Zentralruf der Autoversicherer abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Kommentare zu Wochenendzeitungsschau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.