Eine Bestätigung des Focus-Berichtes

Ein praktisches Beispiel als Bestätigung des Focus-Berichts vom 25.09.2007 zum Thema Schadensmanagement der Versicherer im Allgemeinen, hier der DEVK im Besonderen.

Jeder irgendwie an einen Fahrzeughalter gesandte Brief der DEVK enthält folgenden sinngemäßen Satz:

 „Informieren Sie uns bei einem Unfallschaden noch am Besten von der Unfallstelle.“

Wenn der Schädiger dieser Aufforderung nachkommt hat, wie nachfolgend ersichtlich, der Geschädigte mit erheblichen Schadensregulierungseinbußen zu kämpfen.
Voraussetzung ist natürlich, der Geschädigte bemerkt überhaupt, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Das Unfallopfer hier wurde von der DEVK Versicherung aufgefordert, einen Kostenvoranschlag erstellen zu lassen. Nachdem der Kostenvoranschlag bei der Versicherung vorlag, wurde dieser dem Sachverständigen-Büro Sitterle zugesandt.

Ein Mitarbeiter kürzte dann nach Vorgabe der DEVK-Versicherung die Stundenverrechnungssätze der markengebundenen Fachwerkstatt (Mercedes Benz) auf die Stundenverrechnungssätze einer Opelwerkstatt, ca. 40 km vom Wohnort des Geschädigten entfernt (www.opel-schulz.de).
Dies alles im Wissen, dass ein Unfallopfer bei fiktiver Abrechnung seines Fahrzeugschadens laut BGH-Urteil die Stundenverrechnungssätze für seine Fahrzeugmarke verlangen kann.

Urteil des VI. Zivilsenats vom 29.4.2003 – VI ZR 398/02

Leitsatz: Der Geschädigte, der fiktive Reparaturkosten abrechnet, darf der Schadensberechnung die Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legen. Der abstrakte Mittelwert der Stundenverrechnungssätze aller repräsentativen Marken- und freien Fachwerkstätten einer Region repräsentiert als statistisch ermittelte Rechengröße nicht den zur Wiederherstellung erforderlichen Betrag.

Folgende Abrechnung wurde dem Geschädigten dann zugesandt: 

DEVK-Kürzungsprotokoll

Wichtig zu wissen ist auch, dass gerade Vertragswerkstätten von Versicherern auf Grund der ständigen und aufwändigen Erstellung von Kostenvoranschlägen diese dem Haftpflichtgeschädigten in Rechnung stellen. Der Versicherer erstattet diese Kosten nicht, denn er weiß ja, dass Kostenvoranschläge in der Regel kostenneutral zu erstellen sind.

Ein Kostenvoranschlag im Haftpflichtschadensfall führt somit zu unberechtigten Kürzungen, zu zusätzlichen Kosten für den Geschädigten, keiner Zahlung einer Wertminderung, keiner Zahlung einer Kostenpauschaule sowie einer fehlenden Beweissicherung des Unfallschadens.

Wer also nichts zu verschenken hat, der suche den Gutachter und Verkehrsrechtsanwalt vor Ort auf.

Wer etwas zu verschenken hat, der schaue ebenfalls vor Ort, es gibt bestimmt einen Kindergarten, eine Schule oder eine bedürftige Familie, wo man sich über eine finanzielle Zuwendung sehr freuen wird.

Chr. Zimper (Unfall.Net Ltd. & Co. KG – Gütegemeinschaft zum aktiven Verkehrsunfallopferschutz)

Ach ja, das Unfallopfer hier erkannte die unberechtigten Kürzungen, ließ ein Gutachten erstellen und wandte sich an einen Anwalt – alle ihm zustehenden Schadenspositionen wurden daraufhin von der DEVK Versicherung erstattet.

Urteilsliste „Fiktive-Abrechnung“ zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter DEVK Versicherung, Fiktive Abrechnung, Haftpflichtschaden, Lohnkürzungen, Stundenverrechnungssätze abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Kommentare zu Eine Bestätigung des Focus-Berichtes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.